News-Ticker zu den Impfungen

Wegen Astrazeneca: Spahn plant offenbar entscheidende Änderung der Impf-Strategie in Deutschland

In Deutschland und Europa fehlt es an Corona-Impfstoff. Die Impfungen gegen das Coronavirus kommen nur schleppend voran. Der News-Ticker.

  • Corona-Impfungen in Deutschland: Eine Ankündigung des schwedisch-britischen Impfstoff-Herstellers Astrazeneca sorgt für Wirbel.
  • Laut einem Medienbericht soll Jens Spahn eine entscheidende Änderung der Impf-Strategie erwägen. (siehe Update vom 26. Januar, 21.45 Uhr)
  • Der Mangel an Corona*-Impfstoff sorgt für Diskussionen. Die SPD fordert Antworten von Jens Spahn (siehe Update vom 27. Januar, 7.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zu den Covid-19-Impfungen in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 27. Januar lesen Sie hier.

Update vom 27. Januar, 8.52 Uhr: Die Kritik an den schleppend anlaufenden Corona-Impfungen in Deutschland kommt nicht nur aus der Politik. Auch die Bundesärztekammer macht nun Druck. Präsident Klaus Reinhardt sagte der Rheinischen Post: „Vor allem die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und natürlich auch die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen müssen geimpft sein, bevor sich die hochansteckende Virus-Variante aus Großbritannien weiter in Deutschland ausbreitet.“ Er mahnte weiter: „Da zählt buchstäblich jeder Tag.“

Der Bundeschef des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, bezeichnete die angekündigte Lieferverzögerung von AstraZeneca als „fatal“. Das Impfen in den Praxen der Hausärzt:innen sei die einzige Möglichkeit, die Schutzimpfung der breiten Bevölkerung flächendeckend zur Verfügung zu stellen, erklärte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Die aktuellen Meldungen über Lieferverzögerungen des Herstellers AstraZeneca reihen sich in eine Folge unerfreulicher Nachrichten rund um die Organisation der Corona-Schutzimpfung ein.“ Der Impfstoff von AstraZeneca gilt als einfacher zu handhaben als der von Biontech/Pfizer, weshalb er auch für Impfungen in Hausarztpraxen infrage käme.

Corona-Impfungen in Deutschland: SPD fordert Antworten von Spahn

Update vom 27. Januar, 7.10 Uhr: Die SPD im Bundestag hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, auf offene Fragen zur Bereitstellung der Corona-Impfstoffe zu antworten. „Dafür muss der Bundesgesundheitsminister in den Fachausschüssen auf jeden Fall Rede und Antwort stehen“, sagte Fraktionschef Rolf Mützenich am Dienstag in Berlin. „Offensichtlich gibt es Mängel. Und es gibt möglicherweise auch berechtigte Nachfragen“, so Mützenich.

„Ein Impfstoffmangel, das wäre mit Sicherheit etwas, was den Gesundheitsminister umtreiben sollte - und keine anderen Fragen“, mahnte Mützenich auch vor dem Hintergrund von Spahns Rolle bei der neuen personellen Aufstellung der CDU. Zugleich forderte der SPD-Fraktionschef die Impfstoffhersteller auf, ihre Zusagen einzuhalten.

Corona-Impfungen in Deutschland: Entscheidende Änderung der Impf-Strategie geplant?

Update vom 26. Januar, 21.45 Uhr: Kommt es in der Impf-Strategie der Bundesregierung und der Bundesländer zu einer einschneidenden Änderung und Anpassung?

Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, erwägt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Neuordnung der Impfreihenfolge in Deutschland. Hintergrund seien angebliche Bedenken, dass der hierzulande erwartete Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca bei über 65-Jährigen geringer wirken könnte.

Sollte die europäische Arzneimittelbehörde EMA am Freitag tatsächlich die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin lediglich für Menschen unter 65 Jahren empfehlen, könnte Spahn die Impfprioritäten ändern – und die Impfung für jüngere Menschen zugänglich machen.

Laut Spiegel ist für Samstag eine Videokonferenz zwischen Spahn und den Gesundheitsministern der Bundesländer geplant. Dann könnte das Thema, bildlich gesprochen, auf den Tisch kommen.

Corona-Impfungen in Deutschland: Mehr als 1,638 Millionen Menschen haben erste Dosis erhalten

Update vom 26. Januar, 21.25 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) aktualisieren mittlerweile täglich die Zahl der gegen Corona geimpften Personen in Deutschland auf der Website impfdashboard.de.

Stand Montag, 25. Januar, hatten 1.638.425 Menschen in der Bundesrepublik eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. 283.264 Personen wurden zu diesem Zeitpunkt schon mit der zweiten Dosis geimpft. Demnach kamen an besagtem Montag 88.610 Impfungen hinzu.

Corona-Impfungen in Deutschland: Markus Söder macht Druck auf Angela Merkel und Jens Spahn

Update vom 26. Januar, 19.25 Uhr: Deutschland und das Impf-Desaster: Auch Ende Januar kommen die Impfungen gegen das heimtückische Coronavirus nur schleppend voran.

Jetzt hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)* den Druck auf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deutlich erhöht. „Dass es in anderen Ländern besser läuft“, stimme ihn nachdenklich, erklärte der bayerische Regierungschef an diesem Dienstagabend bei Bild live.

Söder wurde auch auf Spahns Versprechen angesprochen, allen Menschen in Deutschland, die sich impfen lassen wollen, bis Sommer ein Impf-Angebot zu machen. „Ich hoffe, dass es klappt, es wäre dringend notwendig. Aber ehrlich gesagt sollte es schneller gehen“, meinte Söder dazu. Die Lieferengpässe beim Impfstoff seien seiner Meinung nach „für das Pharmaland Deutschland ein Armutszeugnis“.

Mehr noch: Söder forderte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt eine Reaktion: „Es ist Sache der Bundesregierung, da jetzt Druck zu machen.“ Die geringe Liefermenge von Corona*-Impfstoff nach Deutschland und in die EU sei inakzeptabel.

Söder weiter: „Nahezu alle zugesagten Versprechen können derzeit leider nicht eingehalten werden. Da wird viel Vertrauen gerade in dieser Frage verspielt!“

In der Corona-Krise im Fokus: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Corona-Impfungen in Deutschland: Bundesgesundheitsministerium nimmt Stellung zu Astrazeneca

Update vom 26. Januar, 14 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma Astrazeneca bei über 65-Jährigen zurückgewiesen.

Aktuelle Berichte dazu könne man nicht bestätigen, erklärte ein Sprecher am Montag. Das „Handelsblatt“ berichtete, nach Angaben aus Koalitionskreisen rechne die Bundesregierung nur mit einer Wirksamkeit von acht Prozent bei über 65-Jährigen. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete darüber.

Das Ministerium erläuterte, auf den ersten Blick scheine es so, dass Dinge verwechselt würden: Rund acht Prozent der Probanden der Astrazeneca-Wirksamkeitsstudie seien zwischen 56 und 69 Jahre alt gewesen, nur 3 bis 4 Prozent über 70 Jahre. Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei Älteren ableiten.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) werte die Studien aus, erklärte das Ministerium. Bekannt sei seit dem Herbst, dass in den ersten eingereichten Studien von Astrazeneca weniger Ältere beteiligt gewesen seien als bei Studien anderer Hersteller. Mit dem Ergebnis der Auswertung durch die EMA sei an diesem Freitag zu rechnen.

Währenddessen schränkt die Weltgesundheitsorganisation offenbar ihre Empfehlungen für den Impfstoff des US-Konzerns Moderna ein. Wie unter anderem ntv unter Berufung auf die WHO berichtet, solle das Mittel nicht bei Schwangeren eingesetzt werden. Eine Impfung solle bei dieser Personengruppe nur dann erfolgen, wenn die Frauen im Gesundheitswesen oder ähnlich risikoreichen Begegnungen ausgesetzt seien.

Corona-Impfstoff: Wird Deutschland bei der Auslieferung benachteiligt? Spahn hegt offenbar Verdacht

Update vom 26. Januar, 11.50 Uhr: Als wären die Schlagzeilen rund um eine Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca nicht schon schlimm genug, scheint sich nun auch ein Lieferproblem einzuschleichen. Zumindest hatte der Pharmakonzern dies gemeldet. Doch sind es tatsächlich Lieferprobleme? Schließlich sollten rund 80 Millionen Impfdosen von Astrazeneca in den nächsten Monaten geliefert werden, nun sollen es laut Medienberichten lediglich 31 Millionen Dosen werden.

Wie Bild nun erfahren haben will, soll Jens Spahn einen ganz anderen Verdacht hegen. Demnach soll der Pharmakonzern nicht unter Lieferproblemen leiden, viel eher sei es möglich, dass andere Länder bei der Lieferung der Impfdosen bevorzugt werden würden. Wie Bild weiter berichtet, würde das Gesundheitsministerium in Erwägung ziehen, dass Deutschland und andere europäische Länder vielmehr benachteiligt werden könnten. Um beispielsweise die USA zu beliefern. Aus diesem Grund soll nun offengelegt werden, wie viel Impstoff derzeit von den Herstellern aus der EU exportiert werden würde. Es soll sogar mit Ausfuhrbeschränkungen gedroht werden.

Und tatsächlich erklärte der Gesundheitsminister noch am Montag über Twitter: „Wir müssen als EU wissen können, ob und welche Impfstoffe aus der EU ausgeführt werden. Nur so können wir nachvollziehen, ob unsere EU-Verträge mit den Herstellern fair bedient werden. Eine entsprechende Pflicht zur Genehmigung von Impfstoff-Exporten auf EU-Ebene macht Sinn.“

Corona-Impfstoff in Deutschland: Lieferverzögerungen sorgen für Unmut in der Politik

Die angekündigten Lieferverzögerungen seien „nicht akzeptabel“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag. Die EU habe „Entwicklung und Produktion des Impfstoffes„ von Astrazeneca vorfinanziert und verlange nun dafür die Gegenleistung, betonte Kyriakides. „Die Europäische Union möchte genau wissen, welche Dosen von Astrazeneca bisher wo produziert wurden und ob und an wen sie geliefert wurden.“ Doch diese Fragen habe das Unternehmen bislang nicht zufriedenstellend beantwortet.

Zuvor hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen Astrazeneca-Chef Pascal Soriot in einem Telefonat aufgefordert, die Lieferzusagen an die EU einzuhalten. Nach Angaben eines Kommissionssprechers erinnerte von der Leyen den Unternehmer daran, dass die EU „beträchtliche Summen“ in das Unternehmen investiert habe, um sicherzustellen, dass die Impfstoff-Produktion in Gang komme.

Corona-Impfstoff bei Senioren nicht wirksam? Astrazeneca wehrt sich entschieden

Update vom 26. Januar, 9.30 Uhr: Diese Nachricht sorgte am Montagabend für Schlagzeilen: wirkt der Impfstoff des britischen Pharmaherstellers Astrazeneca ausgerechnet bei Senioren nicht ausreichend? Wie Medien berichtet hatte, soll die Regierung sogar eine beschränkte Zulassung in Deutschland befürchtet haben. Nun wehrt sich der britische Pharmahersteller Astrazeneca gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Corona-Impfstoffs bei Senioren.

Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien „komplett falsch“, teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen mit. Zuvor hatte das Handelsblatt über den geringen Schutz bei älteren Menschen berichtet und bezog sich dabei auf deutsche Koalitionskreise. Auch die Bild berichtete darüber.

Astrazeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe. Auch habe ein Beratungskomitee für Impfungen den Einsatz des Impfstoffs bei Senioren unterstützt. Zudem habe eine im November im Fachblatt „Lancet“ veröffentlichte Studie gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in einer späteren „Lancet“-Veröffentlichung auch, dass es wegen geringer Fallzahlen in der entscheidenden klinischen Studie noch wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. „Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen“, sagte Spahn am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, „welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden“.

Es war erwartet worden, dass der Impfstoff von Astrazeneca am Freitag in der EU zugelassen wird, in Großbritannien wird er bereits in großem Stil eingesetzt.

Corona-Impfstoff: Nächster Astrazeneca-Tiefschlag mit bitteren Folgen? Regierung befürchtet wohl beschränkte Zulassung

Update vom 25. Januar, 20.53 Uhr: Es könnte der nächste Tiefschlag in Sachen Corona-Impfstoff werden. Nach einer Meldung der Bild erwartet die Bundesregierung, dass das Mittel des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca nur eine EU-Zulassung für unter 65-Jährige erhalten werde. Damit dürften über 65-Jährige nicht mit dem Impfstoff, der noch in dieser Woche eine Zulassung erhalten soll, geimpft werden.

Grund für die Verweigerung der allgemeinen Zulassung sei demnach die geringe Wirksamkeit bei über 65-Jährigen. Hier soll das Mittel nur noch zu maximal zehn Prozent wirksam sein. Das Handelsblatt bestätigt diesen Bericht ebenfalls unter Berufung auf Koalitionskreise. Hier heißt es, dass der Astrazeneca-Impfstoff bei über 65-Jährigen nur zu acht Prozent wirksam sei.

Für den deutschen Impfplan* hat dies weitere große Folgen. Nach Bild-Angaben war der neue Impfstoff für ältere Menschen geplant, die kein Impfzentrum mehr aufsuchen können, da er wesentlich leichter gelagert werden kann, als andere Mittel.

Nun plane man hier den Einsatz des Moderna-Impfstoffes, heißt es in dem Bericht. Allerdings würden die verwendeten Moderna-Dosen dann anderswo wieder fehlen.

Die Bundesregierung warnte unterdessen vor einer „dunklen Wolke“

Corona-Impfstoff: Liefer-Absage „nicht akzeptabel“ - EU äußert üblen Verdacht - Spahn will Export-Beschränkung

Erstmeldung vom 25. Januar: Brüssel - Weiterhin schlägt die Debatte um die Corona-Impfstoffe* hohe Wellen. Der schwedisch-britische Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag gemeldet, dass nach einer Zulassung seines Mittels zunächst weit weniger Dosen an die EU geliefert würden, als zuvor vereinbart. Die EU-Kommission nannte dies am Montag „nicht akzeptabel“.

Corona-Impfstoff: Wirbel um Lieferengpässe - EU will brisanten Schritt gehen

Es gibt den Verdacht, dass Hersteller Impf-Dosen an Nicht-EU-Länder liefern - zulasten der EU, da die Lieferverträge mit Europa daher nicht eingehalten würden. Deshalb will die Kommission nun reagieren: Impfstoff-Exporte aus der EU sollen künftig erfasst und genehmigt werden müssen.

Die EU-Kommission schlug dafür am Montag ein sogenanntes Transparenzregister vor. Zugleich machte die Brüsseler Behörde bei Astrazeneca Druck, zugesagte Impfstoffmengen ohne Abstriche und ohne Verzug zu liefern - allerdings vorerst ohne Erfolg.

Corona-Impfstoff: EU vorfinanzierte Mittel - und wird nun nicht beliefert

Die Antworten der Firma seien noch nicht befriedigend gewesen, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montagabend nach einer internen Sitzung mit den EU-Staaten und Astrazeneca. Deshalb sei für den Abend ein weiteres Treffen angesetzt worden. Die EU wolle, dass die bestellten und vorfinanzierten Impfstoff-Dosen so bald wie möglich ausgeliefert werden. „Wir möchten, dass unser Vertrag vollständig erfüllt wird“, sagte Kyriakides.

Die EU-Kommission hatte im August mit der Firma die Lieferung von bis zu 400 Millionen Impfstoffdosen vereinbart. Die Behörde zahlte nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag dafür, die Produktion schon vor der EU-Zulassung hochzufahren. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte der Konzern seit Oktober Mengen für die EU auf Halde fertigen müssen.

Corona-Impfstoff: Astrazeneca liefert bedeutend weniger als vereinbart

Astrazeneca hatte jedoch am Freitag erklärt, dass nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff als vereinbart an die EU geliefert werde. Statt 80 Millionen Impfstoffdosen sollen es nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen sein. Zur Begründung hieß es, es gebe Probleme in der europäischen Lieferkette.

Doch steht die Vermutung im Raum, vorproduzierte Impfstoffdosen könnten an andere Abnehmer verkauft worden sein. Kyriakides sagte, die EU habe die Entwicklung und Produktionskapazität für den Impfstoff vorfinanziert. „Die EU will wissen, wo genau welche Dosen bisher von Astrazeneca produziert wurden und an wen sie geliefert wurden“, sagte die Gesundheitskommissarin.

Der CDU-Europapolitiker Peter Liese kritisierte, Astrazeneca liefere „offensichtlich in andere Teile der Welt, auch nach Großbritannien, ohne Verzögerung“. Die Begründung für die Lieferschwierigkeiten in der EU sei fadenscheinig, meinte Liese.

Corona-Impfstoff: EU mit massiven Vorwürfen an Hersteller - Spahn fordert Export-Kontrolle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte in Berlin: „Wir müssen als EU wissen können, ob und welche Impfstoffe aus der EU ausgeführt werden. Nur so können wir nachvollziehen, ob unsere EU-Verträge mit den Herstellern fair bedient werden. Eine entsprechende Pflicht zur Genehmigung von Impfstoff-Exporten auf EU-Ebene macht Sinn.“

Dies verfolgt die EU-Kommission mit ihrem „Transparenzregister“, das nach Angaben aus EU-Kreisen binnen weniger Tage eingeführt werden soll. Kyriakides sagte, alle Firmen, die Covid-19-Impfstoffe in der EU produzierten, müssten künftig vorab anmelden, wenn sie in Drittstaaten exportieren wollten. Humanitäre Lieferungen seien nicht betroffen.

Die Kommission steht selbst in der Kritik, weil sie Rahmenverträge mit den Herstellern ausgehandelt hat, vorerst aber nur relativ wenig Corona-Impfstoff in den 27 Ländern ankommt. Die Impfkampagne lahmt, während sich neue Virus-Varianten ausbreiten und die Staaten das tägliche Leben und auch das Reisen weiter einschränken.

Auch dazu machte die EU-Kommission am Montag einen Vorschlag. So sollen für bestimmte Länder und Regionen strengere Test- und Quarantäne-Regeln eingeführt werden. In Deutschland gelten schon seit Sonntag für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Infektionszahlen neue Regeln bei der Einreise. Auch andere EU-Länder haben ihre Vorgaben schon verschärft. (dpa/rjs)

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