Aschewolke: Paris will Abstimmung über Testflüge in der EU

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Paris - Frankreich drängt auf eine europaweite Abstimmung über Testflüge durch die Vulkanaschewolke im europäischen Luftraum. Alles eine Frage des Risikos, so scheint es.

Man müsse klären, unter welchen Bedingungen man das risikofrei tun könne, sagte Umweltminister Jean-Louis Borloo dem Pariser Sonntagsblatt “Le Journal du Dimanche“.

“Das wird eine politische, europäische und internationale Entscheidung sein, von Freiwilligen gelenkte Flugzeuge fliegen zu lassen.“ Dazu sollten am Montag die EU-Verkehrsminister tagen, und sei es mit einer Telefonkonferenz.

Bei den Testflügen ging Frankreich im eigenen Luftraum am Sonntag voran. Air France übernehme das, erklärte das Verkehrsministerium der Nachrichtenagentur dpa. Man wolle wissen, wie stark die Vulkanaschewolke den Flugverkehr gefährde. Die Lage sei über jedem Land anders. Niemand wisse, wie lange die Flughäfensperrungen tatsächlich dauerten.

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Frankreich prüft nach Borloos Worten auch die Einrichtung von Flugkorridoren in Gegenden, wo die Aschewolke ausgedünnt ist. Die Ausdehnung der Wolke über Frankreich wird vom Londoner Zentrum zur Überwachung der Vulkanasche in der Atmosphäre in Zusammenarbeit mit Météo France definiert. Man beobachte die Windentwicklung, um zu sehen, ob man zeitweise Flugkorridore öffnen könne, um Flugzeuge von blockierten Flughäfen wie Paris-Roissy zu freien Flughäfen zu verlegen, sagte Borloo. Das würde es erleichtern, die gestrandeten Passagiere heimzufliegen. Etwa 50 000 Kunden französischer Reiseveranstalter sind durch die Flughafensperrungen weltweit blockiert. Dazu kommt eine unbekannte Zahl Einzeltouristen und Geschäftsreisender. Frankreich erwägt auch, Militärflughäfen für Heimkehrerflüge zu öffnen. Borloo zufolge brauchten alleine die Reiseveranstalter 150 bis 200 Flüge. Er rief die französischen Eisenbahner auf, mit der Beendigung ihres seit zwölf Tagen laufenden Streiks einen Beitrag zur Überwindung der Verkehrskrise zu leisten.

Der französische Luftraum ist mindestens bis Montag um 08.00 Uhr für den kommerziellen Verkehr gesperrt. Bis 14.00 Uhr am Sonntag durften noch die Städte im Südwesten wie Toulouse an geflogen werden. Privatflieger durften weiter in niedriger Höhe fliegen. Die französischen Streitkräfte verlegte Flugzeuge und Hubschrauber in den Süden des Landes, um ihre ständige Einsatzbereitschaft zu sichern.

Das Pariser Wirtschaftsministerium prüft Borloo zufolge die Möglichkeiten zur Entschädigung der Luftfahrt- und Touristikbranchen. Arbeitsgruppen sollen die wirtschaftlichen Folgen der Flugausfälle einschätzen und für die Heimkehr der gestrandeten Passagiere unter fairen Bedingungen sorgen.

Selbst nach Wiedereröffnung der Flughäfen dauert es mehrere Tage, bis sich der Flugverkehr normalisiert. Die Reiseveranstalter bieten den Kunden einen sechs Monate gültigen Gutschein als Ersatz an. Die Fluggesellschaften erstatten den ausgefallenen Flug oder bieten einen späteren Flug an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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