AF447: Das waren die letzten Worte des Piloten

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Paris - Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Absturzes der Rio-Paris-Maschine über dem Atlantik haben die Unfallermittler erste Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber veröffentlicht.

Falsche Geschwindigkeitsanzeigen haben die Piloten des Todesflugs Rio-Paris vor zwei Jahren in die Irre geführt. Der Absturz der Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord dauerte nur dreieinhalb Minuten. Dies geht aus dem Zwischenbericht der Unfallermittler hervor, der am Freitag im Internet veröffentlicht worden ist.

Mit einer Bewertung hält sich die Ermittlungsbehörde vorerst zurück. Der Zwischenbericht soll nur die Umstände des Unfalls verdeutlichen. Ob es sich also um einen Pilotenfehler handelte, wie es etwa die Zeitung “Le Figaro“ berichtete, ist weiterhin unklar. In Luftfahrtkreisen verbreitet sich allerdings die These, dass der Pilot tatsächlich falsch reagiert habe, indem er das Flugzeug nach oben zog und damit so sehr verlangsamte, dass es nicht mehr unter Kontrolle zu bringen war.

Der Flugzeughersteller Airbus nannte den Bericht “einen wichtigen Schritt zur Klärung der gesamten Kette von Ereignissen“. Auch nach den neuen Erkenntnissen bleibe man dabei, dass man den Kunden keine Handlungsempfehlungen zu geben brauche, sagte Unternehmenssprecher Stefan Schaffrath.

Der Bericht fasst erste Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber zusammen und dokumentiert erstmals die Gespräche im Cockpit kurz vor der Katastrophe. “Wir haben keine gültigen Angaben mehr“, waren die letzten Worte des Piloten, die der Flugschreiber aufzeichnete.

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Der Bericht bestätigt Informationen, die bereits zuvor in die Medien gelangt sind. So befand sich der Pilot kurz vor Beginn der Probleme in der üblichen Ruhephase, einer der beiden Co-Piloten hatte das Steuer übernommen. Wenig später informierte dieser Co-Pilot die Flugbegleiter, dass sie durch eine turbulente Zone fliegen würden. “Ich rufe dich zurück, sobald wir wieder draußen sind“, sagte er.

Der Co-Pilot steuerte die Maschine leicht nach links, um den Turbulenzen auszuweichen. Der Autopilot schaltete sich ab. Der Co-Pilot bestätigte, dass er nun die Steuerung übernehme. In diesem Moment fingen die Probleme an: Das Flugzeug begann nach rechts abzukippen, und der Co-Pilot zog es nach links hoch.

Der Geschwindigkeitsmesser zeigte einen dramatischen Tempoverlust von etwa 509 auf nur noch 111 Stundenkilometern an. Der Abfall der Geschwindigkeit wurde knapp eine Minute später auch auf einem zweiten Messgerät angezeigt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Sonden, die die Geschwindigkeit messen, zumindest zeitweise vereist waren.

Todesflug AF 447: Bilder vom Meeresgrund

Todesflug AF 447: Bilder vom Meeresgrund

Der zweite Co-Pilot versuchte mehrfach, den Flugzeugkapitän ins Cockpit zurückzurufen. Das Flugzeug stieg unterdessen immer weiter nach oben und schwankte stark. Wenig später stieg die angezeigte Geschwindigkeit wieder an. Beide Messgeräte stimmten wieder überein - möglicherweise ein Hinweis, dass die beheizbaren Sondern wieder eisfrei waren.

Trotz eines Warnsignals, dass das Flugzeug zu steil nach oben und deswegen zu langsam fliegen könnte, zog der Pilot die Maschine weiter nach oben. Daraufhin fiel die Geschwindigkeitsanzeige komplett aus. Nach Ansicht von Experten könnte dies daran liegen, dass das Flugzeug tatsächlich viel zu langsam geworden war. Der Pilot, der mittlerweile ins Cockpit zurückgekommen war, stellte fest: “Wir haben keine gültigen Angaben mehr.“

Die Unfallermittler betonen, dass die Besatzung des Cockpits den Regeln entsprochen habe. Tatsächlich sind Ruhepausen für Piloten vorgesehen. Der Pilot sei eineinhalb Minuten nach Abschalten des Autopiloten wieder im Cockpit gewesen.

Die Air-France-Maschine mit der Flugnummer AF447 stürzte am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einer Unwetterzone ab. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche. Die Flugschreiber sind erst nach mehreren aufwendigen Such-Aktionen vor wenigen Wochen gefunden worden.

dpa

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