Keine Lust auf Lernen

Achtjährige drückt sich mit Computer-Trick wochenlang vor Online-Unterricht

Ein Kind sitzt grinsend vor einem Laptop.
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Mit einem Trick konnte sich eine Achtjährige wochenlang erfolgreich vor dem Online-Unterricht drücken (Symbolfoto)

Weil eine Achtjährige keine Lust auf den Online-Unterricht hatte, griff sie zu einem cleveren Trick und legte nicht nur ihre Eltern und Lehrer, sondern auch den Zoom-Support herein.

Stuttgart - In Deutschland soll immer mehr Schülern aufgrund von derzeit niedrigen Corona-Zahlen die Rückkehr zum Präsenzunterricht* ermöglicht werden. Doch nicht nur hierzulande mussten sich unzählige Eltern in den vergangenen Monaten mit dem leidigen Thema Homeschooling auseinandersetzen. Die größte Herausforderung: Wie motiviert man den Nachwuchs, wo es doch so viele Ablenkungsmöglichkeiten wie TV, Smartphone oder Spielsachen gibt?


Noch dazu kennen sich viele Kinder als Digital Natives heutzutage womöglich sogar besser mit der Technik aus als ihre Eltern - und nutzen das unter Umständen schamlos aus. Diese Erfahrung musste auch eine Familie in den USA machen. Auf Twitter berichtete der Software-Entwickler Mike Piccolo von seiner achtjährigen Nichte, die ihre Eltern und Lehrer wochenlang an der Nase herumgeführt hatte - nur um nicht im Online-Unterricht mitlernen zu müssen.

Cleverer Trick: Achtjährigen trickst Mutter und Lehrer wochenlang aus


Seinen Anfang nimmt die Geschichte, als das Kind seiner Mutter mitteilt, dass es wegen technischer Schwierigkeiten nicht an dem Zoom-Call der Klasse teilnehmen kann. Mike Piccolos Schwester versucht daraufhin, Zoom auf dem Laptop nochmal zu starten beziehungsweise ihre Tochter neu einzuloggen.

Doch was sie auch tut, nichts hilft - die Anmeldung schlägt immer wieder fehl. Am nächsten Tag dasselbe Problem: Kurz nach Unterrichtsbeginn wird die Achtjährige abermals vom System aus dem Call geworfen. Scheinbar gewissenhaft meldet das Kind den Fehler erneut seiner Mutter, die jedoch wie am Tag zuvor keinen Fehler ausmachen kann.

Die Vermutung: Es muss sich um ein Problem des Anbieters handeln. Nach einer Mail an die Lehrerin, will sich diese um die Störung kümmern. Doch auch an Tag 3 ändert sich nichts: Während zu Beginn des Zoom-Calls alles reibungslos zu funktionieren scheint, wird die Achtjährige nach kurzer Zeit wieder herausgeworfen: „Falsches Passwort“, so die Ansage des Systems.

Ein einstündiges Telefonat mit der Lehrerin führt wieder zu keiner Lösung. Um auszuschließen, dass das Problem nichts mit der IP zu tun hat, startet die verzweifelte Mutter am folgenden Tag einen weiteren Versuch im Haus von Freunden. Nachdem zu Beginn wieder alles reibungslos läuft, tritt nach einiger Zeit jedoch erneut der Fehler auf.

Betrug des Kindes fällt nur durch Zufall auf

In der Folge versuchen sowohl die Lehrer der Achtjährigen als auch der Zoom-Support, eine Lösung zu finden - doch nichts ändert sich. Zwischenzeitlich unterrichtet die Mutter das Kind sogar selbst. Nach zwei Wochen will sie doch nochmal einen letzten Versuch im Haus der Freunde starten. Schließlich hatte es dort zumindest ein bisschen besser funktioniert.

Das sollte der Achtjährigen zum Verhängnis werden. Denn: Durch Zufall beobachtet die befreundete Mutter, wie sich das Kind aus dem System ausloggt. Auf Nachfrage behauptet das Kind, es habe wieder Schwierigkeiten mit Zoom gegeben und loggt sich erneut ein - alles funktioniert. Anschließend kontrolliert die Frau jedoch etwas genauer, wie sich das Mädchen vor dem Rechner verhält - und macht eine kuriose Beobachtung.

Als sich die Achtjährige unbeobachtet fühlt, loggt sie sich erneut aus und gibt anschließend etwa 20 Mal hintereinander immer wieder das falsche Passwort ein. Die Folge: Das Konto wird für eine bestimmte Zeit gesperrt - eine einfache Betrugsmasche, mit der das Kind wochenlang mehrere Erwachsene ausgetrickst und es so geschafft hat, nicht am Online-Unterricht teilnehmen zu müssen. *tz ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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