Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hanni und Nanni: Mit dem iPod im Lindenhof

+
Ausgelassenes Zwillingsduo: Sophia Münster als Hanni (li.) und Jana Münster als Nanni.

50 Jahre hat es gedauert. Jetzt haben es Enid Blytons Zwillinge Hanni und Nanni auf die Kinoleinwand geschafft. Sehen Sie hier den Trailer zum Film:

Die britische Autorin, deren beliebte Internatsgeschichten über die eineiigen Schwestern ab 1965 auch in Deutschland mehrere Mädchengenerationen begeisterten, wurden von Regisseurin Christine Hartmann zeitgemäß auffrisiert: Statt Handball spielen die Internatsmädels Hockey, reisen mit pinkfarbenem Trolley im Internat „Lindenhof“ an und sind selbstverständlich mit iPod und Handy ausgestattet.

Das britische Original spielte in den Vierzigerjahren, die Zwillinge hießen Pat und Isabel, und im Internat „St. Clare’s“ ertüchtigte man sich landesüblich mit Lacrosse. Damit ließe sich heute niemand ins Kino locken. Modernisierungen waren dringend notwendig. Doch manchmal präsentiert Hartmanns Film zu viel davon: Zu Beginn werden Hanni und Nanni beim Ladendiebstahl erwischt, was gar nicht zu den Charakteren passen mag. Die alberne Verfolgungsjagd zeigt, was Hartmann unter Modernisierung versteht: Hohe Schnittfrequenz und ein der Top Ten angepasster Soundtrack im No Angels-Stil. Endlich auf „Lindenhof“ einquartiert, regiert wiederum das Kino der Mottenkiste: Verwechslungsgags und angestaubte Lehrerwitzchen, die Filme wie „Die Feuerzangenbowle“ als anarchisch erscheinen lassen.

Die Charaktere werden auf Stereotypen reduziert. Was gerade bei den verschenkten Spannungen zwischen den Zwillingen höchst bedauerlich ist. Schade, dass Christine Hartmann nicht den Mut hatte, etwas Lebensnahes aus der Phase des Erwachsenwerdens zu erzählen (was die Bücher durchaus schaffen), sondern eine seichte Komödie drehen wollte.

von Ulrike Frick

Kommentare