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Herzogpaar Sussex packte bei Oprah Winfrey aus

Nach Skandal-Interview: CBS will weitere Ausschnitte mit Harry und Meghan ausstrahlen

US-Moderatorin Oprah Winfrey (r) spricht bei einem Interview mit Prinz Harry von Großbritannien und seiner Ehefrau Herzogin Meghan.
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US-Moderatorin Oprah Winfrey (r) spricht bei einem Interview mit Prinz Harry von Großbritannien und seiner Ehefrau Herzogin Meghan.
  • Martina Hunger
    VonMartina Hunger
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Los Angeles - Angriffe auf einzelne Mitglieder der Königsfamilie blieben aus, Sprengkraft besitzt das mit Spannung erwartete Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry dennoch. Im großen Offenbarungs-Interview mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey sprechen Harry und Meghan über ihre Zeit im Königshaus, ihre heimliche Hochzeit, sowie Unterdrückung und Rassismus im Palast und wie sie von der Familie enttäuscht wurden.

Update, 13 Uhr - CBS will weitere Ausschnitte mit Harry und Meghan ausstrahlen

Der US-Sender CBS will im Laufe des Montags weitere Ausschnitte aus dem Aufsehen erregenden Interview von Prinz Harry (36) und Herzogin Meghan (39) mit Oprah Winfrey veröffentlichen. Das kündigte der TV-Sender auf seiner Webseite an.

Am Montag (8. März) zeigt RTL das Interview, das CBS bereits am Sonntagabend (7. März) um 20 Uhr Ortszeit ausgestrahlt wurde, im Rahmen eines dreistündigen „Exklusiv Spezials“ ab 15 Uhr. Ab 22.15 Uhr ist es noch einmal in einem „Prominent Spezial“ bei VOX zu sehen. Die beiden Specials gibt es hierzulande jeweils dann auch in voller Länge bei TVNow. Wie viel die deutschen TV-Sender für die Ausstrahlungsrechte gezahlt haben, ist nicht bekannt. In Großbritannien soll der Privatsender ITV rund eine Million Pfund, umgerechnet etwa 1,16 Millionen Euro, an CBS gezahlt haben.

In dem Gespräch, das zu großen Teilen am Sonntagabend (US-Ortszeit) ausgestrahlt wurde, erhob das Paar schwere Vorwürfe gegen die britische Königsfamilie. Unter anderem berichtete Meghan, es habe innerhalb der Familie Spekulationen über die Hautfarbe ihres Sohnes Archie (1) vor dessen Geburt gegeben. Sie habe zudem trotz Suizidgedanken keine Unterstützung erhalten.

Anti-Monarchie-Bewegung: Royals in schwerster Krise seit 1936

Die britische Anti-Monarchie-Bewegung „Republic“ fühlt sich durch das Interview von Herzogin Meghan (39) und Prinz Harry (36) in ihrer Forderung nach Abschaffung des Königshauses bestätigt. „Die Monarchie wurde gerade von der schwersten Krise seit der Abdankung (von King Edward VIII.) im Jahr 1936 erfasst“, teilte die Bewegung am Montag auf ihrer Webseite mit. Das Interview habe gezeigt, dass die Monarchie „bis ins Innerste verfault ist und nicht die britischen Werte widerspiegelt“, hieß es weiter.

In Umfragen hatte sich zuletzt gerade mal ein Fünftel der Briten für eine Abschaffung der Monarchie ausgesprochen. Die große Mehrheit wollte das Königshaus hingegen beibehalten. King Edward VIII. dankte 1936 ab, um die US-Schauspielerin Wallis Simpson heiraten zu können. Sein Nachfolger, King George VI., war der Vater der heutigen Königin Elizabeth II. (94). Die Beziehung des Königs mit einer geschiedenen US-Amerikanerin war damals ein großer Skandal und wurde oft zu Vergleichen mit Harry und Meghan herangezogen.

Rassismus-Skandal im Palast: „Gab Bedenken, wie dunkel die Hautfarbe unseres Kindes sein würde“

Enormer Druck, der Palast als goldener Käfig und Rassismusvorwürfe gegen die Royals: Mit deutlichen Worten haben Herzogin Meghan und Prinz Harry ein erschütterndes Bild des britischen Königshauses gezeichnet. Persönliche Angriffe gegen Mitglieder der royalen Familie vermied das Paar. Doch brisant sind die Aussagen im Interview mit US-Moderatorin Oprah Winfrey dennoch. Immer wieder kam die Sprache auf Rassismus - und Meghan berichtete ausführlich von Selbstmordgedanken.

„Klar, dass ein dunkelhäutiges Baby ein Problem für den Palast gewesen wäre“

„Ich wollte einfach nicht mehr am Leben sein“, sagte Meghan in dem mit Spannung erwarten Interview des US-Senders CBS am Sonntagabend (Ortszeit) über ihre Zeit, in der sie mit Sohn Archie schwanger war. „Ich dachte, es würde die Situation für alle lösen.“ Es sei keine abstrakte Idee mehr gewesen. Von der königlichen Familie fühlten sich der Enkel von Queen Elizabeth II. und seine Frau im Stich gelassen - gerade beim Thema Rassismus. In den Jahren, die Meghan im Palast verbrachte, sei nie ein Familienmitglied gegen rassistische Angriffe und „koloniale Untertöne“ in der Berichterstattung aufgestanden, kritisierte Harry.

„Ich kenne die Institution (Monarchie) nicht, deshalb wurde uns gesagt, wir sollen schweigen“, sagte Meghan. Das Paar warf den Medien vor, Rassismus angestachelt zu haben. „Sie haben von Beginn unserer Beziehung an angegriffen und so sehr zum Rassismus aufgewiegelt, deshalb hat sich unser Risiko verändert“, sagte Meghan. „Es war nicht nur verrückter Klatsch.“ Es habe das Ausmaß der Morddrohungen gegen sie verändert.

Rassismus hat das Paar nach eigenen Worten auch von der engeren Familie erfahren. Als sie mit Söhnchen Archie schwanger war, habe es Bedenken gegeben, „wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird“, sagte Meghan. Während sie alle anderen Fragen offen beantworteten, schwiegen sich die Eheleute hier aber über die Details aus. Er werde nie sagen, wer mit ihnen darüber gesprochen habe, betonte Harry. Und Meghan sagte, sie wolle sich nicht genauer äußern, weil dies „sehr schädlich“ für einige Personen wäre. Es sei aber wohl klar, dass ein dunkelhäutiges Baby ein Problem für den Palast gewesen wäre. Die Mutter der 39-Jährigen Amerikanerin ist schwarz.

Mobbing-Vorwürfe gegen Herzogin Meghan

Mit großem Trommelfeuer hatte der US-Sender CBS das Interview beworben und mit mehreren Clips die Stimmung angeheizt. Schon vor der Ausstrahlung wirkte die Stimmung zwischen dem Paar, das vor rund einem Jahr mit Archie in Meghans Heimat USA ausgewandert war, und dem Palast vergiftet. Zwar äußerten sich Queen und Co. nicht zu dem Interview und gingen demonstrativ ihren täglichen Pflichten nach. Doch in der britischen Öffentlichkeit gerieten Meghan und Harry schwer unter Beschuss.

Es sei eine Frechheit, dass sie an der Ausstrahlung festhielten, obwohl Harrys Großvater Prinz Philip im Krankenhaus liegt, hieß es. Der Druck wurde immer größer: Aus dem Palast wurden Mobbing-Vorwürfe gegen die Herzogin durchgestochen, die nun untersucht werden sollen, und auch die Arbeit der Wohltätigkeitsorganisation des Paares, Sussex Royal, wird nun unter die Lupe genommen.

„Ich habe Kate nicht zum Weinen gebracht. Es war umgekehrt!“

Doch das Paar bemühte sich sichtlich, nicht alle Brücken einzureißen. Harry nannte seine Großmutter, die Queen, als Vorbild. Meghan lobte ihre Schwägerin, Prinz Williams Ehefrau Kate, als „gute Person. Sie hat sich entschuldigt“ und widersprach damit Berichten über einen Bruch. Erzählte jedoch auch, das Herzogin Kate sie zum Weinen gebracht habe. Ein paar Tage vor der Hochzeit von Meghan mit Prinz Harry 2018 sei Kate über das Kleid eines Blumenmädchens verärgert gewesen, sagte Meghan. „Und es brachte mich zum Weinen. Und es hat wirklich meine Gefühle verletzt“. Danach habe die Frau von Prinz William sich allerdings entschuldigt und ihr Blumen geschenkt, sagte Meghan.

Und auch mit seinem Bruder William hofft Harry auf eine Versöhnung. „Zeit heilt alle Wunden, hoffentlich“, sagte er. Nur seinen Vater Charles kritisierte der Prinz. „Ich werde ihn immer lieben, aber es gab sehr viele Kränkungen.“ Er fühle sich im Stich gelassen, obwohl der Thronfolger ihn doch eigentlich verstehen müsse - eine klare Anspielung auf die Turbulenzen um seine Mutter Prinzessin Diana, die 1997 auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. „Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholt“, bekräftigte Harry. Die ständigen Sperrfeuer des Palastes hätten ihn verzweifeln lassen, niemand habe dem Paar trotz seiner Schwierigkeiten innerhalb der Königsfamilie helfen können, so Harry weiter. Dass sei der Punkt gewesen, an dem sich das Paar dazu entschieden habe, Großbritannien zu verlassen.

Paar verrät Geschlecht des zweiten Kindes

Das am Sonntagabend (Ortszeit) zur besten US-Sendezeit ausgestrahlte Gespräch war das erste Interview von Meghan und Harry, seitdem das Paar seine royalen Pflichten aufgegeben hatte.

In zwei Stunden - inklusive zahlreicher Werbeblöcke - ließ Moderatorin Oprah Winfrey kaum ein Thema aus. Und erhielt einige Exklusivnachrichten. Sie hätten bereits drei Tage vor der weltweit übertragenen Traumhochzeit im ganz privaten Kreis geheiratet, erzählte Meghan. „Niemand weiß das, aber wir haben den Erzbischof angerufen“, erzählte Meghan. „Wir haben gesagt: Dieses Spektakel, es ist für die Welt. Wir wollen unseren Bund zwischen uns. Die Eheversprechen, die gerahmt bei uns im Zimmer hängen, die sind nur von uns beiden im Garten mit dem Erzbischof von Canterbury“.

Außerdem offenbarte das Paar, dass das zweite Kind, das sie derzeit erwartet, ein Mädchen sein wird. „Einen Jungen zu haben und ein Mädchen, was kann man mehr wollen?“, sagte Harry. Die beiden wollten es aber bei zwei Kindern belassen. Sie erwarten das Baby im Sommer. Bis dahin will Großbritannien die Corona-Pandemie weitestgehend überstanden haben, die derzeit ein Familientreffen im Haus Windsor verhindert. Gespannt wartet das Land darauf, ob auch die Royals dann die Reisefreiheit nutzen werden.

mh/dpa

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