Sie hat selbst serbische Wurzeln

Hetze gegen Ausländer: Rassismus-Skandal um „Bachelor“-Siegerin - Kandidatinnen sprachlos

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Die gebürtige Österreicherin gewann am Montag die Schweiz-Ausgabe des „Bachelors“ 2018. Nun macht sie mit rassistischen Aussagen auf sich aufmerksam.

Seit Montag steht fest, wer die letzte Rose vom Schweizer „Bachelor“ bekommen hat: Sanja aus Österreich. Doch die hetzt nun in einem Interview deutlich gegen Ausländer.

Schweiz - Montagabend wurde in der Schweiz die letzte Rose verteilt. Auch dort gibt es eine Ausgabe des „Bachelors“, 2018 lief bereits die sechste Staffel der Kuppel-Show. Dieses Mal verliebte sich Bachelor Clive Bucher in die Österreicherin Sanja. Auf dem TV-Profil des „Bachelors“ der 26-Jährigen wird sie als „blond, kurvig und mit perfektem Schmollmund“ beschrieben. Sie sei der „Männertraum, der zum Leben erwachte“. Wohl deshalb entschied sich der Schweizer von insgesamt 21 Damen für Sanja.

Nur Tage nach ihrem Sieg beim „Bachelor“ sorgt Sanja jedoch für Schlagzeilen, die ganz und gar nicht romantischer Natur sind. Die Österreicherin zieht in einem Interview heftig über Ausländer her - und das, obwohl sie selbst serbische Wurzeln hat. 

„Bachelor“-Siegerin der Schweiz: „Bei uns sind alle gegen Ausländer“

Kurz nach ihrem Sieg spielt Sanja mit zwei ihrer „Bachelor“-Kolleginnen „Ich habe noch nie ...“. Gefilmt werden die Damen dabei vom Schweizer Nachrichtenportal „Watson“. Das Prinzip des Spiels: Ein Satz wie zum Beispiel „Ich habe noch nie ... Innereien gegessen“ wird vorgelesen und man muss sagen, ob man es schon einmal getan hat oder eben nicht. Dafür bekommen die drei Kandidatinnen eine Tafel in die Hand gedrückt. Auf der einen Seite steht „Ich habe“, auf der anderen „Noch nie“, die jeweils zutreffende müssen sie in die Kamera zeigen. 

Das Spiel geht eigentlich ganz lustig über die Bühne, doch dann kommt der Satz: „Ich habe noch nie für die SVP gestimmt“. Dabei handelt es sich laut der eigenen Website um eine Partei, die vor allem auf die Themen Asyl und Ausländer setzt. Die beiden anderen Damen nehmen das Schild hoch „Noch nie“, eine meint dazu: „So was interessiert mich nicht“, und lacht. Doch die Österreicherin kennt sich nicht ganz aus und fragt: „Sind das die Linken oder die Rechten?“ Die Reporterin von Watson entgegnet, die SVP gehöre zu den rechten Parteien. „Ah, dann wäre ich dafür“, meint Sanja und lacht in die Kamera.

Die beiden anderen „Bachelor-Kandidatinnen“ können das nicht ganz glauben und sehen die Österreicherin verwundert an. Immerhin hat sie doch selber serbische Wurzeln. „Die sind doch gegen Ausländer. Du wärst dafür? Du bist doch selber Ausländerin“, sagt eine der Schweizerinnen ganz perplex. „Trotzdem. Bei uns sind alle gegen Ausländer. Weil wir zu viele davon haben“, entgegnet die Sanja trocken.

„Bachelor“ in der Schweiz: Siegerin Sanja äußert sich rassistisch - Rechtfertigung soll ihre Arbeit sein

Die Kolleginnen der Österreicherin sehen sich nach der Anti-Ausländer-Aussage ihrer Freundin geschockt an. Sanja versucht sich deshalb zu rechtfertigen und meint: „Ich war ja in der Einwanderung. Ich weiß, wie das ist.“ Gemeint ist hier wohl der frühere Job der 26-Jährigen in einer Einwanderungsbehörde. „Außerdem bin ich ja kein Ausländer, ich habe die österreichische Staatsbürgerschaft“, sagt Sanja weiter. 

Eine der Kandidatinnen versteckt sich peinlich berührt hinter ihrem Schild, die andere kann die Meinung der „Bachelor“-Siegerin noch immer nicht so ganz verstehen. „Aber irgendwie warst du doch mal Ausländerin“, findet sie unsicher und Sanja entgegnet: „Trotzdem. Mich interessiert das nicht. Arbeite mal sechs Jahre in der Einwanderung, dann weißt du, was ich meine. Dann hast du irgendwann die Nase voll von denen“. Die beiden anderen können ihren Ohren offenbar nicht trauen. Ungläubig reißt eine ihren Mund auf, das Spiel ist damit wohl beendet. 

Schweizer „Bachelor“-Siegerin äußert sich zu Rassismus-Vorwürfen

Nachdem Sanja viel Kritik für ihre Aussagen während des Spiels einstecken musste, meldet sie sich nun selbst zu den Rassismus-Vorwürfen zu Wort. In einer Story auf ihrem Instagram-Account meint sie, sie sei „null rassistisch“. Mit einigen Rechtschreibfehlern gespickt, relativiert sie ihre Ausländer-Kritik und schreibt: „Ich hab‘ das im Interview so gemeint, weil ich von der Arbeit einfach schon so angepisst war.“ Jeder „Mensch, der Hirn hat“, würde verstehen, was ihre wahren Überzeugungen seien. „Ich wollte mit dieser Aussage nur sagen, dass ein Mensch, der ohne Papiere ins Land zieht, einfach manchmal viel mehr Rechte hat, als ein Mensch, der seit 30 Jahren im Land arbeitet“, verteidigt sie ihre „Ich bin gegen Ausländer“-Rede.

So verteidigt Sanja ihre Anti-Ausländer-Aussagen auf Instagram.

Doch nicht nur wegen der Aussagen während des Spiels wird Sanja Rassismus vorgeworfen, auch ein erst kürzlich veröffentlichtes Instagram-Video der Österreicherin sorgt bei den Fans für Kopfschütteln. Dabei wird sie neben zwei anderen Frauen von einem offenbar türkisch-stämmigen Mann ausgewählt, weil sie gut kochen kann. Anschließend bekommt sie ein Kopftuch und er fragt die 26-Jährige, ob sie jetzt gemeinsam Ziegen melken würden. Wahrscheinlich wollte die Österreicherin mit diesem Beitrag Humor beweisen, doch für manche Fans geht der Schuss nach hinten los. „Peinlich“, „Rassistin“ oder „Aber du hasst Ausländer ... die kognitive Dissonanz ist ja mal phänomenal“, kritisieren die Nutzer. 

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mef

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