Zukunft und guten Zweck im Visier

Das Vorstandsduo Alexander Westphal und Denis Weiser, bereit für den Spendenlauf - und den Startschuss für die TuS-Zukunft.
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Das Vorstandsduo Alexander Westphal und Denis Weiser, bereit für den Spendenlauf - und den Startschuss für die TuS-Zukunft.

Bad Aibling - Mehr Eigenverantwortung für die Sparten, mehr Transparenz bei der Etat-Zuteilung und ein Sportstättenkonzept - das sind die Pfeiler, mit denen sich der TuS Bad Aibling für die Zukunft rüsten will.

Dabei soll der Hauptverein eher als Dienstleister fungieren. Die Weichen für diese Entwicklungen sollen die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 3. Oktober, in Mietraching stellen. Den Auftakt dazu bildet ein Spendenlauf zugunsten der Jugendarbeit und des Vereins "Protegoon".


Harte Zeiten liegen hinter dem TuS, doch ab sofort heißt es Vorstand Alexander Westphal zufolge nicht zurück, sondern nach vorne blicken. "Die Kassenunstimmigkeiten vor einigen Jahren und damit verbundene Steuerzahlungen haben uns fast an den Rand der Existenz gebracht", so Westphal. Doch mit Hilfe der Mitglieder konnte der Verein wieder "auf Spur" gebracht werden. Dazu gehörte die Aktion "2100 mal 10". Jedes der Mitglieder sollte freiwillig zehn Euro spenden. "Dies ging zudem mit einer einstimmig beschlossenen Beitragserhöhung einher und hat uns enorm geholfen, wieder auf die Beine zu kommen", betonte Westphal. Das Engagement der Mitglieder ist ihm zufolge nicht hoch genug anzurechnen.

Parallel hatte es eine Umfrage gegeben, wo den Mitgliedern der TuS-Schuh drückt. Diese Wünsche und Verbesserungen habe man sukzessive in Angriff genommen. "Die Umfrage soll dabei künftig zu einem festen Bestandteil werden, um immer am Puls der Zeit und etwaiger Probleme zu sein", erklärte Westphal. Momentan arbeite man auch Hochtouren daran, den Internetauftritt zu überarbeiten. Künftig sollen Sparten direkt ihre Termine auf der TuS-Homepage eingeben können, auch die Vernetzung zu den einzelnen Sparten-Seiten werde verbessert. Überdies soll es ein TuS-Heft mit Neuigkeiten aus dem Verein geben. "Letzteres Projekt steckt aber noch in den Kinderschuhen", so der Vorsitzende.


Langfristiges Ziel der neuen Vorstandschaft seit März 2011 ist es, den TuS - ähnlich einem Dachverband - als Dienstleister zu etablieren, der koordiniert, Versicherungsfragen abklärt und die Geschäftsstelle betreibt. "Die Sparten sollen definitiv mehr Eigenverantwortung und damit auch Eigeninitiative erhalten." Denn die Sparten hätten noch den direkten Draht zu den Mitgliedern. Über diesen direkten Draht sei es leichter, ehrenamtliche Helfer zu finden, vor allem wenn das erwirtschaftete Geld auch der eigenen Sparte zugute kommen kann.

"Angedacht ist hierbei, dass bei Aktionen, wie zum Beispiel Flammandra, der TuS die Bestuhlung organisiert, diese aber von den Fußballmädels ausgeführt wird. Der Lohn dafür wurde im Schlüssel 20:80 aufgeteilt", erläuterte Westphal. Die 20 Prozent für den TuS seien dabei als "Vermittlungsgebühr" zu sehen.

Hinsichtlich der Feste gelte künftig auch die Devise "Weniger ist mehr": Das Hanslverbennen soll es wieder geben, die Organisation derartiger Veranstaltungen dürfe aber nicht zu Lasten der Sparten beziehungsweise des Sports gehen.

Wie und wo künftig dieser Sport stattfindet, da könnte sich Westphal ein Sportstättenkonzept gut vorstellen. "Gerade im Hinblick auf den immer mehr entstehenden Sportpark in Mietraching wäre dieses hilfreich", ist sich der Vorstand sicher. Damit einhergehend würde sich auch eine Modernisierung/Standardisierung der Pachtverträge für die verschiedenen Hallen und Plätze anbieten. "Dies soll natürlich auch andere Vereine miteinbeziehen, gibt aber allen Beteiligten Planungssicherheit."

Viel gibt es dem Vorstand zufolge noch zu tun, ein erster Schritt ist auch am 3. Oktober die "Neugestaltung" der Jahreshauptversammlung. Diese ist bereits um 12.30 Uhr mit Ehrungen. Davor ist als Höhepunkt ein Benefizlauf ab 10.30 Uhr auf dem Sportgelände der ehemaligen US-Kaserne in Mietraching. Während der Laufzeit von einer Stunde kann jeder Teilnehmer seine Rundenleistung von zirka 800 Metern individuell steuern.

Dabei haben alle TuS- Sportler, Nichtmitglieder, Familien, Freunde und Gönner die Möglichkeit, durch Laufen Spenden für einen guten Zweck (Sponsoren für gelaufene Runden sind zu suchen) zu sammeln. Alle Einnahmen des Benefizlaufes fließen in die Jugendarbeit im TuS Bad Aibling und an die Familienstiftung "Protegoon" in Bad Aibling. Letztere unterstützt in Not geratene Familien in und um Bad Aibling.

"Auch der Vorstand schnürt seine Laufschuhe und beteiligt sich", kündigte Westphal an.

Im Vorfeld wurden und werden deshalb von den Sportlern Sponsoren (Eltern, Großeltern, Privatpersonen, Firmen) gesucht, die pro Runde einen bestimmten Geldbetrag bezahlen. Der ausgefüllte Meldebogen muss dabei vorher ab 10 Uhr bei der Organisation im Sportpark abgegeben werden.

Die Runden werden pro Läufer auf Laufkarten markiert und am Ende der Stunde werden dann die jeweils gelaufenen Runden zusammen mit den vorher schon festgelegten Sponsorenverträgen ausgewertet. Natürlich wird auch ein "sportlicher Sieger" ermittelt. Es gibt Preise für die lauffreudigste Familie (zwei Erwachsene und zwei Kinder), den besten Einzelläufer und die fleißigste TuS-Sparte zu gewinnen.

Weitere Infos und Anmeldebogen sind auch auf der Homepage www.tus-bad-aibling.de bereitgestellt.

Der Jahreshauptversammlung schließt sich dann um 14.30 Uhr ein Fußballspiel an.

Silvia Mischi/Oberbayerisches Volksblatt

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