1860 schwach

+
Riesenchance für Thomas Masberg, doch sein Schuss ging an Unterghachings Keeper vorbei über das Tor.

Rosenheim (ovb) - Manfred Burghartswieser glaubte, sich fast entschuldigen zu müssen: „Seit Wochen bringe ich hier die gleiche Leier, wir vergeben zu viele Torchancen, es ist frustrierend.“

Dabei wäre es diesmal nicht zwingend erforderlich gewesen, diesen Evergreen neu aufzulegen, das bittere 0:1 des TSV 1860 Rosenheim in der Fußball-Bayernliga war nämlich eher das Resultat eines schwachen, leblosen Auftritts seiner Mannschaft gegen eine biedere zweite Garnitur der SpVgg Unterhaching. Die Torchancen, die sich ergaben, entsprangen ohnehin mehr dem Zufall als planvollem Angriffsspiel. Es war ein derart enttäuschender Nachmittag, dass die Rote Karte, die Andreas Adamosky nach einer Stunde wegen Nachschlagens kassierte, genauso ins trübe Bild passte wie die Tatsache, dass das einzige Tor ausgerechnet ein früherer Rosenheimer schoss. Sebastian Mützel war es, der in der 18. Minute das Spiel entschied.


Dass nun „Klartext geredet werden muss“, war nicht nur Burghartswieser klar, sondern auch Hans Klinger, dem Fußball-Chef der Sechziger, den man selten so verärgert gesehen hat wie nach dieser trostlosen Darbietung seiner Kicker. „So vergrault man noch die letzten Zuschauer“, schimpfte er, wobei er den Spielern durchaus schlechte Tage zugesteht, „aber nicht, wenn sich einige nur verstecken.“ Die Situation ist prekär. Nach der dritten Niederlage in Folge ist der Neuling tief im Abstiegsstrudel angekommen, punktgleich ist man nun mit dem ersten Abstiegsplatz. „Und die Aufgaben werden nicht leichter“, weiß Burghartswieser. Nun folgen vier Auswärtsspiele, unterbrochen nur von einer Heimpartie gegen Schlusslicht Bad Kötzting.

Burghartswieser bemühte in der Spielanalyse den Konjunktiv. Was wäre gewesen, wenn man in Führung gegangen wäre? „Dann hätten wir das Spiel gewonnen“, glaubt der Coach. Völlig falsch liegt er mit der Vermutung wohl nicht, auch sein Gegenüber Fredi Ruthe sah das ähnlich: „Wir hatten Glück, dass von uns ein Ball reingerutscht ist ins Tor“, meinte er und sprach ansonsten von einem „offenen Schlagabtausch“, in dem seine jungen Leute gut dagegen gehalten hätten. Die Kathrein-Elf hatte das Glück nicht, Thomas Masberg vergab die erste gute Chance in der 11. Minute, Haching aber machte mit seiner ersten Möglichkeit das Tor, wobei Mützel nach einer Ecke völlig frei stand und sich die Ecke aussuchen konnte.


Kevin Maschke, der den operierten Stammkeeper Peter Martin vertrat, sah dabei nicht allzu glücklich aus, machte aber seinen Fehler wett, als er in der 34. Minute nach einem Querschläger von Adamosky mit toller Reaktion gegen Adler rettete.

Meist wurden die Bälle recht planlos nach vorne geschlagen, Masberg, Haas und Majdancevic kamen dennoch zu Möglichkeiten, die beste hatte der eingewechselte Yunus Karayün zehn Minuten vor dem Abpfiff, als er den Ball schon an Torhüter Luginger vorbei bugsiert hatte, doch der tiefe Boden das Leder noch vor der Torlinie bremste.

Zu dieser Zeit spielten die Sechziger bereits in Unterzahl, „da haben wir sogar den besseren Fußball gezeigt“, so Burghartswieser, der aber nur mit den ersten 15 Minuten der Partie wirklich zufrieden sein konnte. Bei der Ursachenforschung kritisierte der Trainer, dass sich seine Spieler „viel zu viel mit anderen Dingen beschäftigen, das rächt sich.“ In Einzelgesprächen will er nun erreichen, dass „der Fußball wieder vor anderen Interessen steht“. Nur selbstverständlich fände das Hans Klinger. „Die Spieler stellen ja auch Ansprüche.“ Da dürfe man schon eine Gegenleistung erwarten.

TSV 1860: Maschke, Adamosky, Wimmer, Höhensteiger, Haas, Hofmann, Majdancevic, Florian Hofmann, Einsiedler (78. Schwinghammer), Masberg, Huber (63. Karayün)

Tore: 0:1 Sebastian Mützel (18.)

Schiedsrichter: Michael Güßregen (Weichendorf)

Zuschauer: 150

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Andreas Adamosky (Tätlichkeit)

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare