"Wir sind eingebrochen"

Rosenheim - Die vielen Gespräche, die unter der Woche an der Jahnstraße geführt wurden und mit dem „Rausschmiss“ von Christian Hofmann gipfelten, haben nur bedingt gewirkt.

Die effektiven Gäste aus Würzburg entführten beim 3:1 nämlich verdient die drei Punkte und fügten den Sechzigern damit die vierte Punktspielniederlage in Folge zu. War die erste Hälfte aus 1860-Sicht noch ordentlich und hatte man neben dem 1:0 noch gute (Kopfball-) Chancen durch Masberg (33./knapp drüber; 44./hauchdünn vorbei), wurde es nach der Halbzeit und einer frühen Möglichkeit für Wimmer, dessen Kopfball Ganzinger auf der Linie in höchster Not entschärfte (49.), ein Desaster.


Fehlpässe, Unzulänglichkeiten und fehlende Ideen gaben sich die Klinke in die Hand – es war schlichtweg ein spielerischer Offenbarungseid, den die Rosenheimer den nur noch spärlich erschienen Zuschauern servierten. Die schlichen teils schon vorzeitig von dannen und schimpften dabei über „fehlende Einstellung“. Soweit wollte Trainer Wolfgang Schellenberg natürlich nicht gehen: „Das kann man der Truppe nicht vorwerfen.

Sie hatte heute im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Anm. der Red.: viele Verletzte, einige Rekonvaleszenten auf dem Platz) eine Stunde lang ordentlich Fußball gespielt. Nach dem 1:2 sind wir aber eingebrochen und konnten mit dem Druck nicht mehr umgehen.“ – Das muss aber in den kommenden Wochen dringend klappen, um das schlingernde Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Übrigens: Hätte Würzburg (Trainer Hochrein war mit der ersten Hälfte ganz und gar nicht zufrieden) in der zweiten Hälfte seine Konter etwas zielstrebiger zu Ende gespielt, wäre sogar noch das eine oder andere Tor mehr möglich gewesen (Rausch Außennetz/81.).


Stimmen zum Spiel:

Michael Hochrein (Trainer Würzburg): „Vor der Pause war ein schwaches Spiel. Ich war da überhaupt nicht zufrieden. In der zweiten Hälfte haben wir viel besser Fußball gespielt und verdient gewonnen.“

Wolfgang Schellenberg (Trainer Rosenheim): „Eine Stunde lang war das Spiel – abgesehen vom 1:1 – von unserer Seite in Ordnung. Danach sind wir eingebrochen und konnten mit dem Druck nicht mehr umgehen.“

Statistik:

1860 Rosenheim: Luginger – Martin, Herberth (65. Okanovic), Kokocinski, Wallner – Schwinghammer (83. Richter), Haas, Wimmer (73. Einsiedler), Bichler – Masberg, Ostarek – Trainer: Schellenberg

Würzburger FV: Grunz – Götzfried (46. Schmieg), Hengge, Asta, Bauer – Ganzinger, Steinmetz, Schömig, Deißenberger – Riedner (87. Walther), Rausch – Trainer: Hochrein Tore: 1:0 (19.) Masberg, 1:1 (22.) Ganzinger, 1:2 (60.) Riedner, 1:3 (77.) Rausch.

SR: Treiber (Neuburg/Donau), gute Spielleitung, gab aber in der 1. Hälfte eine klare Gelbe Karte für Würzburg nicht.

Zuschauer: 150.

Gelbe Karte: Wimmer, Wallner

Beste Spieler: In der 1. Hälfte Masberg und Bichler, danach Fehlanzeige – Grunz, Ganzinger, Riedner, Rausch.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare