Wasserburg verliert ein Eigengewächs

Wasserburg - Svenja Brunckhorst sagt nach zehn Jahren „Servus“. Der amtierende Deutsche Meister im Damenbasketball muss einen schmerzhaften Abgang hinnehmen.

Abgänge und Neuzugänge sind teil des Profisports. Auch in Wasserburg hat man sich daran gewöhnt, dass verdiente und beliebte Spielerinnen dem Ruf des Geldes oder der besseren sportlichen Perspektive folgen oder einfach die Basketballschuhe an den Nagel hängen. Dieser jetzt endgültig feststehende Abgang kommt allerdings unerwartet früh und ist äußerst schmerzhaft.

In der vergangenen Woche hat Svenja Brunckhorst den Verantwortlichen des deutschen Meisters mitgeteilt, dass sie eine neue sportliche Herausforderung suchen will. Wasserburg verliert damit ein Eigengewächs, eine Integrationsfigur, einen vorgesehenen Eckpfeiler der kommenden Jahre. Dass die 19-jährige früher oder später ihr Glück im Ausland versucht, stand außer Frage. Dass sie jetzt innerhalb der Bundesliga wechseln will, überrascht doch ein wenig. „Ich will mehr auf eigenen Füßen stehen, mich sportlich, vor allem aber persönlich weiterentwickeln“, begründet die U20- Nationalspielerin den Schritt. „Ich will eine neue Stadt kennenlernen, mich neu beweisen in einer fremden Mannschaft.“ Brunckhorst wird erstmals nicht bei ihren Eltern leben, auch das ein Schritt in ihrer persönlichen Entwicklung. Geld spielt dagegen keine Rolle. Nachdem sie heuer die Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Molkerei Bauer abgeschlossen hatte, flatterten ständig Angebote anderer Vereine herein. Noch hat sie sich nicht entschieden, wohin sie wechselt. Allerdings gibt es einen eindeutigen Favoriten im Kampf um Deutschlands Aufbauspielerin der Zukunft. „Keine Frage, es ist sehr schwer von zuhause, aus Wasserburg wegzugehen. Ich bin hier aufgewachsen, kenne jede Ecke der Stadt und habe dem Verein schließlich alles zu verdanken.“

Fünf Jahre nach Anne Breitreiners Wechsel nach Spanien klafft jetzt wieder eine riesige Lücke im Wasserburger Kader. Brunckhorst war als Starting-five-Aufbauspielerin gesetzt. Ob Diana Pop die Basketballschuhe nochmals schnürt ist ungewiss, das Angebot an deutschen Aufbauspielerinnen sehr gering. Mit einer Kandidatin ist Wasserburg nach wenigen Gesprächen allerdings beinahe einig. Gut möglich, dass noch diese Woche die Nachfolgerin von Brunckhorst feststeht. Allerdings wäre es dem Doublesieger lieber gewesen, wenn er nicht zu einer Neuverpflichtung auf dieser Position gezwungen gewesen wäre.

Florian Danner (TSV Wasserburg)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © re

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT