71:68-Zittersieg über Chemnitz: Titelverteidiger im Pokal weiter dabei

Wasserburg im Halbfinale

OVB
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Jubel bei Sheena Moore: Der TSV Wasserburg steht im Halbfinale des DBBL-Pokals.

Wasserburg - Der TSV Wasserburg hat erneut das Halbfinale um den deutschen Basketball-Pokal der Damen erreicht. Die zahlreichen Fans mussten allerdings bis zur Schlusssirene um den knappen Sieg zittern.

Der Titelverteidiger besiegt in einem spannenden aber keineswegs hochklassigen Viertelfinale die Chemcats Chemnitz mit 71:68 (35:36). 650 Fans mussten in der Badria-Halle bis zur Schlusssekunde zittern, denn Christina Schnorr hatte noch die Chance zum Ausgleich für die Gäste. "Ein wichtiger Sieg, egal wie hoch das Ergebnis dann ist", meinte Coach Wanda Guyton. "Wir haben erst ein paar Mal trainiert, eine neue Spielerin ist dabei, da kann es einfach nicht rund laufen. Nächste Woche sind wir hoffentlich schon deutlich besser."


Trainer Hans Brei zum Spiel der Wasserburger:

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Chemnitz begann überraschend ohne Amerikanerin in der Startformation. Die Vorteile am Korb konnte der Titelverteidiger aber nicht ausspielen, weil er zu oft von draußen sein Glück versucht, anfangs aber nur Fahrkarten schoss. Erst als die Gäste zwei einfache Korbleger liegen ließen, wurde aus dem 7:6 (3. Minute) ein 11:6 (5.) und 15:8 (7.). Inzwischen hatten beide Coaches gewechselt und Chemnitz alle US-Girls auf dem Parkett. Wasserburgs Neuzugang Brittainey Raven feierte einen Einstand nach Maß, denn sie traf den ersten Distanzwurf des Matches zum 18:8. Diesen Vorsprung verwaltete der Titelverteidiger bis Viertelende, ließ sich aber von Samantha Whitcomb noch einen Dreier einschenken (24:17).


Der zweite Abschnitt war aus Sicht der Gastgeberinnen ein ganz schwacher. Ideenlos im Angriff, langsam und behäbig in der Abwehr ließ man Chemnitz schnell herankommen und vor der Pause sogar in Führung gehen. Nach dreieinhalb Minuten im zweiten Viertel hatte der Titelverteidiger bereits fünf Mannschaftsfouls auf dem Konto, vier davon waren unnötig, weil sie in der eigenen Hälfte oder an der Mittellinie verübt wurden. Schon jetzt machten sich die Unparteiischen Markus Aichele und Frank Bleicher bei beiden Teams mit einer kleinlichen aber meist korrekten Regelauslegung unbeliebt. Die schnelle Foulbelastung hatte zur Folge, dass die Gäste ständig an die Freiwurflinie durften, weil Wasserburg weiter fröhlich foulte. Ein Dreier von Katja Zberch zum 31:27 (15.) schaffte nochmals etwas Luft, doch Melissa Jeltema glich kurz danach aus. "Wirklich weh getan hat uns die Chemnitzer Reboundüberlegenheit", bemängelte Guyton anschließend. "Elf Offensivrebounds in einer Halbzeit sind enorm, da müssen wir als Team einfach besser dagegenhalten." Die Gäste waren aber auch in anderen Bereichen besser: beweglicher auf den Beinen, gedankenschneller und sie nahmen weniger schlechte Würfe. Wasserburg machte nur sechs Körbe von außerhalb der Zone am Korb. "Wir predigen immer, zieht zum Korb, zieht das Foul, aber manche Spielerinnen sind eben überzeugt, dass sie auch aus der Mitteldistanz treffen", meinte die Trainerin lakonisch.

Nach der Pause entwickelte sich ein echter Pokalfight, auf beiden Seiten ging spielerisch nur wenig, Punkte gab es meist nur nach Einzelaktionen. Die Schiedsrichter setzten ihre Linie konsequent fort und das führte dazu, dass sich Krystal Vaughn nach 26 Minuten mit fünf Fouls auf der Bank wiederfand. Das letzte ein technisches Foul, weil sie sich beschwert hatte. Wasserburg überstand diese Phase, weil Chemnitz diesmal früh die Teamfoulgrenze erreicht hatte. 12 der 20 Punkte im dritten Viertel machte der Titelverteidiger von der Freiwurflinie, Chemnitz bekam im dritten Abschnitt insgesamt acht Freiwürfe. Nach dem 41:41 (24.) durch Jeltema machte Rebecca Thoresen einen seltenen Korbleger und vier Freiwürfe, später legte Hicran Özen fünf Zähler nach - Wasserburg führte plötzlich komfortabel: 54:46.

Zu Beginn der letzten zehn Minuten wurde der Vorsprung zweistellig (65:54/33.), die Fans witterten einen sicheren Sieg, doch Wasserburg nahm den Fuss vom Gas. Die Angriffe wurden statisch, durchschaubar und endeten in einem Fehlwurf von draußen. Die Gäste machten neun Punkte in Serie, nach einem Dreier von Whitcomb und einem Korbleger von Schnorr hatten Guyton und Hans Brei genug und nahmen eine Auszeit. Anschließend punktete zweimal Thoresen per Korbleger, doch Jeltema hielt die Gäste mit einem Dreier im Spiel (69:66). Nach Freiwürfen auf beiden Seiten hätte Zberch aus der Ecke das Match entscheiden können, doch ihr Dreier sprang heraus. In den verbleibenden zehn Sekunden hatte Schnorr einen freien Dreier zum Ausgleich, doch sie zog in die Zone und verschoss den Sprungwurf von der Freiwurflinie.

Für das Halbfinale qualifiziert sind neben dem Titelverteidiger TSV Wasserburg auch die Rhein-Main Baskets, Osnabrück und Oberhausen. Das Top4-Turnier mit den beiden Halbfinals und den Endspielen wird Ende März an noch unbekanntem Ort ausgetragen.

Es spielten: Rebecca Thoresen (17 Punkte), Krystal Vaughn (14), Brittainey Raven (10), Sheena Moore (9), Hicran Özen (7), Katja Zberch (7), Jessica Höötmann (5), Diana Pop (2), Jezabel Ohanian, Mailis Pokk, Mara Conley und Anja Sattler. fd

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