Luca Grünwald schreibt Geschichte

Auch auf dem Hockenheimring nicht zu stoppen: Luca Grünwald holte sich in der Moto3 den deutschen Meistertitel. Foto Fischer
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Auch auf dem Hockenheimring nicht zu stoppen: Luca Grünwald holte sich in der Moto3 den deutschen Meistertitel.

Waldkraiburg - Ein Sieg für die Geschichtsbücher: Den ersten deutschen Meistertitel in der Moto3 holte sich der Waldkraiburger Luca Grünwald auf dem Hockenheimring.

Beim Finale der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft holten der Waldkraiburger Luca Grünwald und Florian Alt aus Nümbrecht am Wochenende die Titel in der kleinsten IDM-Klasse für das Freudenberg Racing Team. In der Saison starteten die Piloten der 125er-Zweitakt-Klasse und der neuen Moto3-Viertaktklasse in einem gemeinsamen Rennen, wurden aber getrennt gewertet. Deshalb wurden zwei Meister gekürt.


Luca Grünwald fuhr beim Rennen am Sonntagvormittag vor 17.800 Zuschauern als Zweiter hinter seinem Teamkollegen Florian Alt über den Zielstrich und machte damit seine zweite Meisterschaft vorzeitig perfekt. Nach dem Titelgewinn 2010 in der IDM 125 trug sich der Honda-Pilot jetzt auch als erster Titelträger der neuen Moto3-Klasse in die IDM-Geschichtsbücher ein.

Beim Nachmittagsrennen drehten Alt und Grünwald den Spieß um. Luca Grünwald machte die Pace und ließ seinen Gegnern keine Chance, während Florian Alt mit einem dritten Rang im Rennen erneut Bester der 125er-Wertung wurde. Damit sicherte sich der Nümbrechter auch den Titel in der IDM 125, der zum letzten Mal vergeben wurde.


Rennen 1

Vom Start weg gingen Luca Grünwald, der Niederländer Bryan Schouten, Michael Ecklmaier aus Gars am Inn und Ladislav Chmelik an die Spitze des Feldes. Florian Alt startete nach ausgelassenem Training vom letzten Startplatz (24.). Schon aus der ersten Runde kam Alt als Zehnter zurück und hatte 13 seiner Konkurrenten überholt. In Runde fünf war er Fünfter und in der zehnten Runde übernahm er erstmals die Spitze. Die Fünfergruppe blieb zusammen, mehrfach wechselte die Führung. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde. Grünwald kam nicht gut aus der letzten Kurve heraus, das nutzte Florian Alt um seinen Teamkollegen auf dem Zielstrich noch abzufangen. Im Kampf um Platz drei startete Michael Ecklmaier in der Sachskurve einen Angriff auf Schouten, der bei seinem Konter Ecklmaier berührte und heftig abflog. Hinter Ecklmaier fuhr der Tscheche Chmelik als Vierter über den Zielstrich.

Rennen 2

Bei strahlendem Sonnenschein startete das zweite Rennen der IDM 125/moto3. Schon in der ersten Runde übernahm Luca Grünwald die Initiative und führte vor Schouten und Chmelik. Vorn setzte Grünwald auf Angriff. Mit der schnellsten Rennrunde in 1:33,745 Minuten legte der moto3-Meister einen Zahn zu und gab den Verfolgern Schouten und Alt das Nachsehen. Als Ecklmaier und Chmelik auch den Anschluss an Florian Alt verloren, war der Titelkampf in der IDM 125 entschieden. Florian Alt brachte den nötigen Platz vor Chmelik sicher ins Ziel und gewann die 125er-Wertung.

An der Spitze fuhr Luca Grünwald ein beeindruckendes Rennen und gewann deutlich - in der Moto3-Wertung war das sein insgesamt zwölfter Sieg.

Mit Luca Grünwald und Florian Alt gingen beide Titel an das Freudenberg Racing Team. Die Power-Truppe aus dem sächsischen Bischofswerda fuhr in der Saison insgesamt 24 Wertungssiege ein. Hinter Grünwald, der es auf zwölf Saisonsiege brachte, wurde Michael Ecklmaier aus Gars Vizemeister.

Wie es in der kommenden Saison mit Luca Grünwald weitergeht, steht noch in den Sternen. "Das nächste Ziel wäre natürlich die WM", erklärte Vater Uli Grünwald. Allein es fehlt das Geld. "Wie wir aus unseren Erfahrungen aus 2010 wissen, macht auch ein deutscher Meistertitel die Suche nach Sponsoren nicht unbedingt leichter." Sportlich wäre die WM-Teilnahme ein logischer Schritt: "Er hat das richtige Alter, das Gewicht und die richtige Größe um in der Moto3-WM zu fahren", sagt Uli Grünwald. Vereinzelt gebe es zwar Gespräche, konkret sei aber noch nichts.

Klappt der Sprung in die WM nicht, bleibt die Option auf nationaler Ebene in die nächste Klasse zu springen - die 600er Supersport. Doch auch hier gilt: "Spruchreif ist noch nichts."

ha/re/Mühldorfer Anzeiger

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