Fan-Ausschreitungen in Burghausen

Burghausen - Ausschreitungen haben das Bayern-Derby in der 3. Liga zwischen Wacker Burghausen und Jahn Regensburg (1:1) überschattet. Mehrere Fans wurden festgenommen.

Auch ein Polizeibeamter wurde bei den Auseinandersetzungen durch die steinewerfenden Randalierer beider Vereine am Bein verletzt. Insgesamt sind fünf Fans verhaftet worden.

Was passiert war? - Nach dem Spiel hatte ein Großaufgebot der Polizei (mehrere hundert Beamte) die Regensburger Fans aus dem Gästeblock abgeholt und im Konvoi zum Bahnhof geleitet. Dort warteten bereits verschiedene Burghauser Fan-Gruppierungen, die sehr aggressiv auftraten, immer wieder Absperrungen durchbrechen wollten und nur unter großer Mühe von der Polizei zurückgedrängt werden konnten.

Es kam zu heftigen Beleidigungen von beiden Seiten und auch vereinzelten Steinwürfen, bei denen ein Polizist am Bein verletzt wurde. Auch die Polizisten wurden von den "Fußballfans" immer wieder massiv beleidigt. Neben den fünf Festnahmen gab es Anzeigen wegen Körperverletzung, dem Tragen verfassungsfeindlicher Kennzeichen, Urkundenfälschung sowie eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Ach ja, Fußball war zuvor auch noch gespielt worden, wobei Wacker-Coach Rudi Bommer nach dem Schlusspfiff nicht genau wusste, ob er sich über den einen Zähler freuen, oder sich über den vergebenen Sieg ärgern sollte. "Die Jungs haben einen hohen Aufwand betrieben und sehr ordentlich gespielt. Aber: Wir waren mit 1:0 in Führung und haben es wieder einmal nicht geschafft, das Ding durchzuziehen - das nervt".

Die Fans beider Lager hatten lange auf diese emotionale Partie hingefiebert, was die 3600 Zuschauer in der Wacker-Arena in den ersten 30 Minuten zu sehen bekamen, darf man allerdings getrost unter der Rubrik Fußball-Magerkost verbuchen. Erst nach knapp einer halben Stunde gabs den ersten Aufreger - der es in sich hatte: Ronny Philps Hereingabe findet den einschussbereiten Michael Klauß, der es schafft, aus zwei Metern Keeper René Vollath anzuschießen.

Effektiver zeigten sich da die Burghauser. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zirkelte Kapitän Youssef Mokhtari einen Eckball auf den blanken Schädel von Darlington Omodiagbe, der mit seinem ersten Saisontor die 1:0-Führung für die Hausherren besorgte.

Bilder vom Derby Burghausen - Regensburg

Dieser Last-Minute-Treffer belebte das Spiel im zweiten Durchgang. Vor allem Burghausens Selbstvertrauen schien stark angestiegen zu sein. In der 54. Minute wurde Nicky Adler von Sahr Senesie auf der rechten Seite geschickt und kam frei, wenn auch aus spitzem Winkel, zum Abschluss.

Doch Patrick Wiegers, der den rotgesperrten Michael Hofmann im Jahn-Kasten vertrat, klärte mit einer sehenswerten Parade. Auf der Gegenseite deutete erstmals Regensburgs Top-Torjäger Tobias Schweinsteiger seine Gefährlichkeit an, als er das Leder nach einem Freistoß per Kopf an die Stange lenkte (69.). Je länger die Partie dauerte, desto ruppiger wurde sie. Auf beiden Seiten nahmen die Nickligkeiten zu, Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) musste insgesamt acht Verwarnungen aussprechen. "Das Spiel war natürlich von Emotionen geprägt, aber der Schiedsrichter hat mit seinen zahlreichen gelben Karten auch nicht gerade für Ruhe gesorgt", bemerkte Markus Weinzierl dazu. Wesentlich mehr Freude bereitete dem Jahn-Coach sein Torjäger, der in der 71. Minute zur Stelle war, als ein Freistoß in den Strafraum segelte und die Burghauser Hintermannschaft nicht klar klären konnte: Schweinsteiger hämmerte das Leder aus dem Gewühl heraus in die Maschen - 1:1.

Mit Wut im Bauch drängte die Bommer-Truppe in den finalen 20 Minuten auf den erneuten Führungstreffer und so musste der Jahn noch einmal gewaltig zittern, als Adler aus der Drehung (82.) und Max Thiel mit einem Gewaltschuss (84.) jeweils den 21-jährigen Wiegers zu Glanzparaden zwangen. Den Siegtreffer hatte in der ersten Minute der Nachspielzeit Josef Cinar vor Augen. Nach einem Freistoß legte Omodiagbe für seinen Kollegen im Strafraum mustergültig ab, doch Cinar zögerte zu lange, sodass sich letztendlich ein Regensburger in seinen Schuss werfen konnte.

mw / sam / Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © M. Ewert / DPA

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