Die jungen Spieler müssen ran

Markus Frey spielte im vergangenen Jahr eine starke Saison. Studientechnisch hat es ihn aber ins weit entfernte Franken verschlagen, steht für Mühldorf nicht mehr zur Verfügung. Foto je
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Markus Frey spielte im vergangenen Jahr eine starke Saison. Studientechnisch hat es ihn aber ins weit entfernte Franken verschlagen, steht für Mühldorf nicht mehr zur Verfügung.

Mühldorf - Die neue Regionalliga-Saison rückt näher. Am Samstag, 6. Oktober, bestreiten die Mühldorfer Volleyballer ihr erstes Spiel in der vierthöchsten deutschen Spielklasse.

Dreimal pro Woche trainiert die verjüngte Garde um Trainer Michi Mayer, um pünktlich zum Saisonstart gerüstet zu sein. Einige altgediente Stammspieler haben die Mannschaft verlassen, viele talentierte Nachwuchskräfte werden umso mehr Verantwortung übertragen bekommen in der neuen Saison, die besser laufen soll als die Spielzeit 2011/2012.


Diese war das erwartet harte Jahr für die Mühldorfer Regionalligisten. Trainer Günther Thomae hatte schon zu Beginn der Saison von einem schwierigen Jahr gesprochen, in welchem sich die Mannschaften um die begehrten Aufstiegsplätze für die neue dritte Liga einen offenen Schlagabtausch liefern würden. Er sollte Recht behalten: Die Leistungsdichte lag im zweiten Regionalligajahr der Mühldorfer Volleyballer äußerst eng beieinander. Und nachdem sich die Mühldorfer im Jahr eins ihrer Zugehörigkeit in der Regionalliga (2010/2011) noch achtbar aus der Affäre gezogen hatten (Platz zehn von zwölf Mannschaften mit immerhin 10:26 Punkten), sollte den Mühldorfern bei ihren insgesamt 18 Pflichtspielen auch das Glück nicht mehr hold sein. Schon der erste Spieltag gegen den Aufstiegsaspiranten Niederviehbach sollte Sinnbild für die gesamte Saison stehen: Mit 1:3 verloren die Mühldorfer nach hartem Kampf. Das Punkteverhältnis von 95:96 spiegelte jedoch die Ebenbürtigkeit der Mühldorfer wider, obwohl nach dem Weggang von Mittelblocker Simon Wechselgartner ein großes Loch im Block klaffte.

Zehn weitere Niederlagen sollten folgen, teilweise mit engerem Verlauf, als es das Endergebnis aussagen sollte. Die Moral der Truppe war bereits zur Hälfte der Saison stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Hinzu kam, dass Trainer Günther Thomae wegen einer schweren Knie-Operation lange Zeit nicht an der Seite seiner Jungs stehen konnte, somit ein fester Rückhalt auf der Trainerbank fehlte. Als dann auch noch ausgerechnet Leistungsträger und Kapitän Fabian Wagner - zweifellos der wertvollste Spieler in der vergangenen Saison - wegen einer Knochenhautverletzung ausfiel, schien die Spielzeit gelaufen.


Unter der Federführung von Oldstar Patrick Müller rissen sich die Mühldorfer dann aber am Riemen, schafften immerhin Siege über die überraschten Eltmänner und die nur in Rumpfmannschaft angetretenen Deggendorfer. Hoffnung keimte auf, dass zumindest der Klassenerhalt noch zu schaffen sei.

Die Qualifikation für die dritte Liga war zu diesem Zeitpunkt, fünf Spieltage vor dem Ende der Saison ohnehin schon abgeschrieben. Doch die Hoffnung, die Klasse zu halten, starb schließlich mit der Niederlage gegen den Mitabstiegskandidaten ASV Neumarkt vor heimischem Publikum.

Man wähnte sich bereits in der Bayernliga. Doch die Türen zur Regionalliga blieben offen: Weil viele Vereine aus dem Osten Deutschlands auf einen Aufstieg in die 3. Liga verzichten, rückten die Regionalligamannschaften aus der Region Südost nach. Ein glücklicher Umstand für den TSV Mühldorf, der damit seinen Platz in der Regionalliga Südost behielt. Gleichzeitig die Chance für einen Neuanfang.

Denn nicht nur, dass es der TSV im nächsten Jahr durchwegs mit neuen unbekannten Mannschaften zu tun bekommt, die sich aus Teams der Bayernligen und Absteigern aus den Regionalligen rekrutieren. Unter dem neuen Trainer Michi Mayer hat sich auch ein Generationswechsel vollzogen: Altgediente Spieler wie Alex Lechner, Patrick Müller oder Markus Frey haben sich aus Mühldorf verabschiedet, teilweise aus studientechnischen Gründen. Lechner, der in München studiert, hat sich beim MTV München einen ortsnahen Verein gesucht. Markus Frey studiert in Franken, die räumliche Entfernung war ausschlaggebend, weshalb er in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Stefan Schmied hat aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit seine Turnschuhe an den Nagel gehängt. Andere Legionäre wie Leo Angerer und Tobias Laszlo-Lehni, die beide in Wien studieren, wollen aber weiterhin für Mühldorf angreifen. Oldstar Patrick Müller, der in Obing lebt, schloss sich dem Landesliga-Aufsteiger seiner Heimatgemeinde an.

Das alles ist jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Mit Hauke Ferch, Leo Tille, Johannes Tille sowie Thomas Brandstetter kann der TSV aus dem erfolgreichen Nachwuchs Kräfte abschöpfen, die bereits einen deutschen Meistertitel in der Jugend feiern konnten. Und auch auf der Position des Mittelblockers blickt der TSV zuversichtlich in die Zukunft: Patrick Brunner hat im vergangenen Jahr akribisch daran gearbeitet, sein verletztes Knie wieder voll funktionsfähig zu machen. Auch Hüne Valentin Huber hat sich nach einer Auszeit wieder bereit erklärt, für die erste Mannschaft zur Verfügung zu stehen. Und dann gibt es ja auch noch Trainer Michi Mayer. Der 49-fache Nationalspieler wird ebenso ins Trikot schlüpfen, wenn Not am Mann sein sollte.

je/Mühldorfer Anzeiger

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