Am Sonntag, 16 Uhr, in der Badria-Halle: Wasserburgs Damen sind gegen Halle in der Favoritenrolle

Überraschungsteams im Halbfinale

OVB
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Rebecca Thoresen macht es vor wie man sich gegen Halles Spielerinnen durchsetzt.

Wasserburg - Nachdem dem TSV Wasserburg im Viertelfinale nur geringe Chancen auf ein Weiterkommen eingeräumt wurden, ist man im Halbfinale plötzlich der Favorit.

Grund dafür sind gerade mal zwei starke Viertelfinals gegen Freiburg und die Tatsache, in der Vorschlussrunde den Heimvorteil zu haben. Denn der Vorrundenzweite und Vizepokalsieger Rhein-Main verabschiedete sich gegen die Halle Lions aus dem Titelrennen. Und so treffen jetzt der sechste und siebte der Hauptrunde aufeinander - was Heimvorteil für den deutschen Meister bedeutet.


Im ersten Match (Sonntag, 16 Uhr) in der heimischen Badria-Halle soll natürlich der Grundstein für den erneuten Finaleinzug gelegt werden. Doch Wanda Guyton, Hans Brei und das gesamte Team sind nach dem Viertelfinale mehr als gewarnt. "Halle ist verdient im Halbfinale. Sie sind spielerisch mindestens auf Augenhöhe mit uns. Wir müssen wiederum eine starke und kompakte Mannschaftsleistung liefern, um eine Chance zu haben", meint Brei. Die Erkenntnisse aus den Viertelfinals sind aufgearbeitet, leider hat Jessica Höötmann eine Mandelentzündung erwischt. Einsatz sehr unwahrscheinlich. Damit muss Wasserburg seine Startformation umbauen, wie genau ließen die Coaches noch offen. Das Freiburg-Erfolgsrezept soll trotzdem auch gegen Halle funktionieren: Aggressive Verteidigung gepaart mit uneigennütziger und cleverer Offensive. Der deutsche Meister hofft, dass erneut wichtige Impulse von der Bank kommen, denn ohne die Punkte, Rebounds und Assists von Zberch, Özen und Moore wäre der Titelverteidiger wohl nicht weitergekommen.

Später Höhenflug


Die Halle Lions haben, ähnlich wie der TSV, eine Saison mit wenigen Höhen, vielen Tiefen und einem späten Höhenflug hinter sich. Zu Beginn lief alles schief: Neu-Coach Jaroslaw Zyskowski verließ den Verein nach nur einem Spieltag, Tamara Tatham war lange bei der kanadischen Nationalmannschaft, Nadja Prötzig in der Rehabilitation nach den Kreuzbandriss, Neuzugang Alissa Pierce verletzte sich schwer und ihre Nachfolgerin Angela Tisdale kam aus den Weihnachtsferien nicht mehr zurück. Der Erfolg in Sachsen ist auf einen Namen zurückzuführen: Dr. Martin Dornhoff. Der 67-jährige Coach brachte Ordnung, Struktur und Siege zurück an die Saale. "Er hat sehr viel Erfahrung. Und er hat offensichtlich das Vertrauen des Teams und dieses zahlt zurück. Sie spielen einen sehr uneigennützigen Basketball und sind sehr gut vorbereitet", hat Kollege Hans Brei erkannt. Dornhoff hatte 2010 die U19 der Lions zur deutschen Meisterschaft geführt und ist nebenbei noch Abteilungsleiter. Nach dieser Saison wird er sich wieder aufs Ehrenamt zurückziehen, sein Nachfolger wird Patrick Bär, bislang Chefcoach in Nördlingen.

Die dominanten Figuren im Lionsrudel sind ohne Zweifel die US-Girls Daphanie Kennedy und Ashley Ellis-Milan, allen voran aber Tamara Tatham, die mit durchschnittlich 20,6 Punkten und zehn Rebounds zur Creme der Liga gehört. Doch den Unterschied im Viertelfinale gegen Rhein-Main machten zwei junge deutsche Spielerinnen: Julia Kohlmann und Nadja Prötzig. Die beiden verdoppelten (Prötzig) beziehungsweise vervierfachten (Kohlmann) ihre Punkteausbeute im Vergleich zur regulären Saison dank 11/16 Dreiern. Das darf sich gegen den deutsche Meister nicht fortsetzen.

Nachdem beim Top-Vier-Turnier die Dauerkarten bereits reißenden Absatz fanden, können sich die Fans auch am Sonntag frühzeitig ihre Tickets für die kommende Saison sichern.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

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