Trainer-Trio als Übergangslösung

OVB
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Ist von verschiedenen Seiten unter Druck geraten: Trainer Wolfgang Schellenberg, der mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurückgetreten ist.

Rosenheim - Nach dem Rücktritt von Trainer Wolfgang Schellenberg setzt der TSV 1860 Rosenheim bei der sportlichen Leitung vorerst auf eine Dreier-Konstellation: Andi Schunko, Christian Wimmer und Franz Höhensteiger.

Der Fußball-Bayernligist TSV 1860 Rosenheim muss seine Zukunft ohne Wolfgang Schellenberg planen. "Aufgrund der neuerlichen Niederlage und der nach wie vor angespannten Situation im Umfeld trete ich mit sofortiger Wirkung von allen meinen Ämtern zurück", teilte der Trainer, der auch als sportlicher Leiter fungierte, der Fußball-Abteilungsleitung mit.


Hans Klinger reagierte bestürzt: "Wir wollten mit dem absoluten Fußballfachmann Schellenberg professionellere Strukturen schaffen und uns langfristig in der Bayernliga etablieren", bedauerte der Fußball-Chef der Sechziger den völlig überraschenden Rücktritt, der den Verein nun vor große Probleme stellt. Zunächst wird der frühere Spieler Andi Schunko gemeinsam mit Christian Wimmer die sportliche Leitung übernehmen, unterstützt von Ex-Kapitän Franz Höhensteiger. "Ob das eine kurzfristige oder sogar langfristige Lösung ist, werden wir sehen", so Klinger.

Andi Schunko war für die Sechziger-Zweite bereits in Traunstein am Ball und übernimmt jetzt Verantwortung beim Bayernliga-Team.

Nach vier Niederlagen in Folge sowie der Trennung von Christian Hofmann war Schellenberg zuletzt von einigen Seiten unter Druck geraten, wobei sich die Abteilungsleitung aber eindeutig zum Trainer bekannt hat. Dennoch meinte der: "Ich bin zu der absoluten Überzeugung gekommen, dass es für den Verein besser ist, zum jetzigen Zeitpunkt, solange noch ein deutlicher Abstand zu den Abstiegsplätzen besteht, alle wach zu rütteln und gemeinsam in die Verantwortung zu nehmen." Alle Spieler müssten nun in eine Richtung rudern, sowohl die aktuell zur Verfügung stehenden wie auch die sogenannten etablierten Spieler, die derzeit fehlen, betonte Schellenberg.

Am Samstag stehe in Buchbach ein absolut wegweisendes Spiel an, "bei dem sich entscheidet, wohin die Reise geht", so Schellenberg weiter. Bei dieser schwierigen Aufgabe müssten "alle in einem Boot sitzen", dies sei nur möglich mit einem Trainer, den alle unterstützen. In Gesprächen und Maßnahmen in den letzten Wochen sei es ihm nicht gelungen, "alle wieder unter meiner Regie ins Boot zu holen, deshalb halte ich es für meine Verpflichtung, den Weg frei zu machen, um es unter einer neuen sportlichen Leitung noch einmal zu probieren, das eminent wichtige Spiel in Buchbach erfolgreich absolvieren zu können."

Schellenberg bedankte sich vor allem bei Hans Klinger für "die Unterstützung und das Vertrauen, das er mir geschenkt hat, auch in der zuletzt so schwierigen Phase." Klinger wiederum äußerte größten Respekt für Schellenberg und dankte ihm für seine "großartige Arbeit. Es gibt nur wenige Trainer in der Bayernliga, die sich mit so viel Fachkompetenz und einem derartigen Engagement, das weit über eine normale Tätigkeit hinausging, einbringen können. Wolfgang Schellenberg hat die Mannschaft im April in einer sehr schwierigen Lage übernommen, mit einem Kraftakt den Abstieg verhindert und ein tolles langfristiges Konzept für die Zukunft des Fußballs beim TSV 1860 Rosenheim erarbeitet. Er hat erfolgreich junge Spieler wie Georg Lenz und Florian Bichler eingebaut, auch jetzt schon wieder einige Talente aus unserer Jugend im Blick gehabt. Schade, wir hätten sehr gerne langfristig mit ihm gearbeitet und sein Konzept umgesetzt."

Schellenberg war im April bei 1860 Rosenheim auf Manfred Burghartswieser gefolgt. Zuvor hatte er sehr erfolgreich im Nachwuchsbereich des TSV 1860 München und des 1. FC Nürnberg gearbeitet, mit der U17 der Münchner Löwen, darunter die Bender-Zwillinge und Timo Gebhart, war er 2007 deutscher Meister geworden.

Hans Klinger glaubt, mit Andi Schunko und Christian Wimmer sowie Franz Höhensteiger als Unterstützung die momentan beste Lösung schnell gefunden zu haben. "Damit sind wir nicht unter Zeitdruck und wer weiß, vielleicht ist das auch eine gute Konstellation für eine langfristige Zusammenarbeit." Zunächst gelte es, die Aufgabe am Samstag in Buchbach gut zu bestehen und möglichst bald wieder in ruhigere Fahrwasser zu gelangen.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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