"Jetzt muss Leistung kommen"

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Verabschieden sich die Sechziger-Fußballer heute aus der oberen Tabellenhälfte in Richtung Abstiegsregion? Mit einem Heimsieg gegen Würzburg könnten die Rosenheimer das verhindern.

Rosenheim - Ist es ein Wendepunkt, ein Neuanfang? Egal, nach den intensiven Gesprächen der letzten Tage, die im überraschenden Abschied von Christian Hofmann gipfelten, erwartet der Trainer nun eine deutliche Reaktion.

"Jetzt muss Leistung kommen", fordert Wolfgang Schellenberg vor dem Heimspiel des TSV 1860 Rosenheim am heutigen Samstag (15 Uhr) in der Fußball-Bayernliga gegen den Würzburger FV. "Wir hatten Probleme, die haben wir gelöst, jetzt werden wir sehen, wie es läuft." Eine dritte Heimniederlage in Folge kann man sich nicht mehr leisten, auch wenn 16 Punkte nach elf Spielen keine schlechte Quote sind, die Abstiegszone rückt immer näher. Nun stellt sich auch die Charakterfrage, ist die Mannschaft in der Lage, die Wende zu erzwingen, wieder anzuknüpfen an die starken Leistungen zu Beginn der Saison?


Schellenberg ist zuversichtlich, nimmt seine Führungsspieler in die Pflicht. "Vor allem Michael Kokocinski und Dominik Haas müssen jetzt vorne weg marschieren." Nach längerer Verletzungspause hat sich Markus Ostarek zurück gemeldet, Ervin Okanovic drängt auf sein Comeback in der Erste Mannschaft: "Mit den beiden kommt eine andere Qualität in unser Spiel, das sind hervorragende Fußballer", sagt Schellenberg und freut sich schon auf die Rückkehr von Danijel Majdancevic, die für die übernächste Woche geplant ist. "Das bringt uns fußballerisch deutlich nach vorne", so der Coach.

Er weiß, drei Punkte müssen her, am besten schon jetzt gegen Würzburg. Der Würzburger FV, 1981 aus dem traditionsreichen, aber insolventen FV 04 Würzburg hervorgegangen, ist zwar ein Aufsteiger, aber keineswegs ein Neuling in der Liga. Der Betriebsunfall Abstieg 2009 wurde umgehend ausgebügelt, Trainer Michael Hochrein hat eine Mannschaft, die vor allem als sehr offensivstark gilt. Zumal Torjäger Pascal Rausch zurück ist von seiner Hochzeitsreise und beim 4:5 am Mittwoch gegen Erlangen-Bruck schon wieder eine Halbzeit lang spielte und dabei für viel Druck sorgte. Zur Pause lag Würzburg, das zuvor aus fünf Heimspielen 13 Punkte geholt hatte, nach schweren Abwehrfehlern 1:4 im Rückstand, zeigte dann aber, angetrieben von Rausch, eine tolle Aufholjagd, kam auf 3:4 heran und gab sich auch nach dem fünften Erlanger Treffer noch nicht geschlagen.


"Das ist eine kampfstarke Mannschaft, die nie aufgibt", weiß auch Schellenberg um die Qualität des Gegners, "da werden wir in der Defensive gefordert sein. Wir wollen unbedingt wieder mal zu null spielen." Zwar stellt das Kathrein-Team mit nur zwölf Gegentreffern immer noch die beste Abwehr der Liga, "doch da profitieren wir noch immer von den ersten Spielen, als wir deutlich besser standen als zuletzt. Dahin müssen wir wieder kommen", fordert der Trainer.

Für seine Mannschaft ist es sicherlich kein Nachteil, dass Würzburg diese kräftezehrende Nachholpartie am Mittwoch gegen Erlangen zu absolvieren hatte. "So etwas geht an die Substanz", weiß Schellenberg, "dazu kommt noch die weite Anreise." Dennoch werde das Spiel alles andere als einfach werden für die Sechziger, die Würzburger haben vor allem in der ersten Hälfte beim 1:1 gegen Unterhaching so gut gespielt, dass sogar der Hachinger Nachwuchskoordinator Manni Schwabl ins Schwärmen geriet: "Das ist eine wirklich gute Truppe mit viel Perspektive", so der Ex-Nationalspieler. Sie werden trotz des Substanzverlusts dem TSV 1860 alles abverlangen. Und Schellenbergs Team steht unter Druck. Das verspricht ein zumindest interessantes Duell.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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