Starke Streitmacht aus sieben Ländern

Burghausen - Im bereits fünften Jahr in der ersten Bundesliga meldet sich der SV Wacker mit einer hochkarätigen Aufstellung des Tennis-Teams zur neuen Saison zurück.

Sechs Österreicher, drei Spanier, zwei Italiener, je ein Russe, Slowene und Schweizer, dazu zwei Eigengewächse aus Deutschland - diese starke Streitmacht aus sieben Nationen wird sich für den SV Wacker Burghausen in der Tennis-Bundesliga nach dem Klassenerhalt strecken. Das Gerüst der internationalen Truppe um den Star Fernando Verdasco bilden die bewährten Kräfte aus dem Vorjahr, dazu kommen vier Neuzugänge und zwei Rückkehrer. Der Startschuss fällt am 1. Juli beim Vize-Meister TC Blau-Weiß Halle.


„Wir haben zwar keine Top-Spieler aus Deutschland im Kader, aber immerhin sind neun der 16 Aktiven deutschsprachig. Dafür, dass wir den zweitniedrigsten Etat der Liga haben, kann sich das sehen lassen“, betont Roman Bauer. Wackers Abteilungsleiter, der zugleich wieder als Teamchef fungiert, hat gemeinsam mit Cheftrainer Jörg Mitterhofer die Truppe zusammengestellt. Dabei konnte das Duo erneut auf die tatkräftige Mithilfe der Aktiven bauen. „Die Spieler stehen untereinander in Verbindung. Da scheint sich die Harmonie in unserer Mannschaft rumgesprochen zu haben“, so Bauer.

Die seit Jahren gute Stimmung in der Formation von der Salzach macht der Funktionär auch dafür verantwortlich, dass man sich die Dienste von Fernando Verdasco sichern konnte - und das zu einem „echten Freundschaftspreis“.


Der 28-Jährige aus Madrid ist aktuell die Nummer 19 der ATP-Weltrangliste und führt das Aufgebot des letztjährigen Zweitliga-Zweiten an. Der Linkshänder hat in den über zehn Jahren, in denen er als Profi durch die Welt tingelt, fünf ATP-Turniere gewonnen und ein Preisgeld von mehr als 8,4 Millionen US-Dollar eingespielt. Seine höchste Platzierung gelang ihm vor genau drei Jahren, als er als Neunter geführt wurde.

Auch im Doppel gehört Verdasco, der laut Bauer „auf jeden Fall für Wacker seine Bundesliga-Premiere feiern wird“, mit Rang 70 zu den Ausnahmekönnern. Drei ATP-Titel feierte er in seiner Karriere, davon heuer bereits zwei. In Acapulco und Buenos Aires triumphierte er an der Seite seines Landsmanns David Marrero. Der 32-Jährige hat letztes Jahr sieben Einzel für Burghausen bestritten, war mit fünf Siegen ein Mitgarant für den Aufstieg und steht auch diesmal wieder im Kader (Position 12).

Die neue Nummer 2 des SVW heißt Fabio Fognini. Der Italiener gilt als Kämpfer auf Sand, war lange verletzt und arbeitet sich im Moment wieder nach oben. Hinter dem letztjährigen Viertelfinalisten bei den French Open in Paris folgt der Spitzenspieler von 2011, Paolo Lorenzi. Der gebürtige Römer hat zwar sein bislang einziges Einzel für Burghausen verloren, sich aber im Ranking klar verbessert. Neu dabei ist Igor Andreev. Der Mann aus Moskau mit Zweitwohnsitz in Madrid kam auf Empfehlung von Mitspielern und gilt es Alternative, falls es in die Halle gehen sollte.

An der Salzach bestens bekannt ist Andreas Haider-Maurer. Der 25-Jährige war zuletzt für Österreich beim 1:4 im Daviscup gegen Spanien im Einsatz. „Schön, dass er wieder dabei ist“, freut sich Bauer über den Rückkehrer. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Aljaz Bedene. Der Slowene hat an Ostern seinen Titel beim Challenger im italienischen Barletta verteidigt und gilt in Burghausen einmal mehr als Hoffnungsträger. Einen „äußerst sympathischen Eindruck“ hat laut Bauer bei den Vertragsgesprächen Daniel Munoz de la Nava hinterlassen. „Er ist sehr motiviert und möchte am liebsten alle Partien bestreiten, was wir ihm aber nicht garantieren können“, sagt der Teamchef über den Neuling aus Spanien. Philipp Oswald und der im Vorjahr in der 2. Bundesliga ungeschlagene Michael Lammer haben bereits bewiesen, wie wertvoll sie für den SVW sind. Gleiches gilt für Johannes Ager, der aus dem Team nicht mehr wegzudenken ist. 2011 hat der Hüne aus Tirol sechs seiner neun Einzel für sich entschieden. Auch diesmal soll er mehrfach Gelegenheit bekommen, sein Können zu zeigen.

Als „Legende“ bezeichnet Bauer den „Oldie“ Herbert Wiltschnig, der in sein elftes Jahr bei Wacker geht. Allerdings gilt der Auftritt des 36-Jährigen, der sich seit einiger Zeit mit Verletzungen herumplagt, mehr als fraglich. Sicher dabei ist dagegen sein Landsmann aus der Alpenrepublik, Christian Magg. Der „Standard-Reservemann“ fungiert auch als Co-Trainer. Nur für das Doppel vorgesehen ist Julian Knowle, mit 37 Jahren der Methusalem im Kader. Dass Alter nicht vor Leistung schützt, beweist der US-Open-Sieger im Doppel von 2007 immer wieder. Die Mannschaft komplettieren die Talente Oskar Männer und Maximilian Zell aus dem Jugendleistungszentrum des Vereins. Beiden würde Bauer nur zu gern einen Einsatz im deutschen Oberhaus gönnen.

  • Fernando Verdasco (28/Spanien); neu bei Wacker; aktuell ATP-Einzel 19, Doppel 70; Einzelsieger der ATP-Turniere von Barcelona, San Jose (beide 2010), New Haven (2009), Umag (2008) und Valencia (2004).
  • Fabio Fognini (24/Italien); neu bei Wacker; ATP-Einzel 57, Doppel 40; ATP-Sieg im Doppel von Umag 2011; Finalist im Doppel von Acapulco (2010) und Umag (2008).
  • Paolo Lorenzi (30/Italien); bei Wacker seit 2011; ATP-Einzel 96, Doppel 260.
  • Igor Andreev (28/Russland); neu bei Wacker; ATP-Einzel 100, Doppel 303; ATP-Einzelsieger von Moskau, Palermo und Valencia (alle 2005).
  • Andreas Haider-Maurer (25/ Österreich); Rückkehrer, bereits 2006 und 2007 bei Wacker; ATP-Einzel 138, Doppel 671; Einzel-Finalist von Wien 2010.
  • Aljaz Bedene (22/Slowenien); bei Wacker seit 2010; ATP-Einzel 146, Doppel 300.
  • Daniel Munoz de la Nava (30/Spanien); neu bei Wacker; ATP-Einzel 141, Doppel 122.
  • Philipp Oswald (26/Österreich); bei Wacker seit 2011; ATP-Doppel 237.
  • Michael Lammer (30/ Schweiz); bei Wacker seit 2010; ATP-Einzel 277, Doppel 809; ATP-Sieger im Doppel von Gstaad 2009.
  • Johannes Ager (28/Österreich), bei Wacker 2004, 2006 und seit 2010; ATP-Einzel 706.
  • Herbert Wiltschnig (36/Österreich); bei Wacker seit 2002; ATP-Einzel 1097, Doppel 733.
  • David Marrero (32/Spanien); bei Wacker seit 2011; ATP-Doppel 26; ATP-Doppelsieger von Acapulco, Buenos Aires (beide 2012), Hamburg und Estoril (beide 2010).
  • Christian Magg (31/Österreich); bei Wacker seit 2009; ATP-Einzel 1112.
  • Julian Knowle (37/Österreich); Rückkehrer, bereits 1999 bei Wacker; ATP-Doppel 61; 13 ATP-Titel im Doppel, zuletzt Tokio und New Haven (2009). USOpen-Sieger
  • Oskar Männer (19) vom Wacker-Leistungszentrum.
  • Maximilian Zell (18) vom Wacker-Leistungszentrum.

Pressemitteilung SV Wacker Burghausen, Abt. Tennis

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