"Teilnahme am Giro d' Italia ist wie der erste Saisonsieg"

NetApp-Teamchef Ralph Denk freut sich auf die neue Saison und über die Wildcard für den Giro d' Italia.

Raubling - In diesem Jahr geht das Profi-Radteam NetApp mit Sitz in Raubling in seine dritte Saison und wurde vor kurzem als eines von vier Zweitligateams für den diesjährigen Giro d´Italia eingeladen.

Im Interview spricht Team-Manager Ralph Denk aus Raubling über die ersten Rennen der Saison, die sportlichen Ziele für 2012 und natürlich über die Einladung zum Giro.


Was bedeutet für Sie und Ihr Team die Einladung zum Giro d' Italia?

Ich war fast ein wenig sprachlos, als ich die Nachricht erhalten habe. Wir sind zwar selbstbewusst mit unserer Bewerbung aufgetreten, aber wir wussten auch, dass wir eher ein Außenseiter sind. Jetzt fühlt es sich wie der erste Saisonsieg an. Das ist eine Riesenbestätigung für uns. Unser Dank gilt RCS als Veranstalter des Giro d Italia. Ich danke für die Entscheidung und das damit verbundene Vertrauen in unsere junge Mannschaft. Der Giro gibt uns die Chance, uns zu beweisen. Ich möchte den Mut hervorheben, mit dem RCS einen neuen Weg bei der Wildcard-Vergabe beschreitet.


Wo und wann starten Sie mit dem Team NetApp in die Saison?

Das Team startet mit der Tour de San Luis in Argentinien im Januar, danach geht es weiter zur Mallorca-Challenge und zu den ersten belgischen Klassikern Omloop Het Nieuwsblad und Kuurne-Brüssel-Kuurne. Zusätzlich zu diesen Rennen erwarten wir noch Zusagen von Rennveranstaltern in Spanien und Italien.

Wie lauten die großen sportlichen Ziele in diesem Jahr?

Wir wollen natürlich bei allen Rennen, bei denen wir antreten, gute Ergebnisse abliefern. Im letzten Jahr haben wir gute Podiumplatzierungen eingefahren, in diesem Jahr wollen wir Siege. Wir hoffen auf Einladungen zu großen Klassikern wie Paris-Roubaix, Flandern-Rundfahrt oder Gent-Wevelgem. Das wären enorme Ziele für unsere Klassiker-Fahrer. Die Einladung zum Giro mit der Wildcard ist natürlich ein absolutes Highlight. Wir trauen uns zu im dritten Jahr unseres Bestehens eine Grand Tour zu fahren. Der diesjährige Giro d Italia führt vom 5. bis 27. Mai von Herning/Dänemark nach Mailand. Die Radprofis müssen in 21 Etappen fast 3500 Kilometer überwinden. Auf dem Programm stehen zwei Einzelzeitfahren, ein Mannschaftszeitfahren sowie fünf Bergankünfte.

Wie stehen beim Giro die Chancen für Ihre Fahrer?

Mit Blick auf das Gesamtklassement schicken wir den jungen Tschechen Leopold König ins Rennen. König wurde 2011 Zweiter der Österreich-Rundfahrt, Dritter der Tour de l Ain und Fünfter der Tour of Britain. Wir glauben, dass er den Giro unter den Top 20 beenden kann

Beim Trainingslager in Lanzarote haben sich alle Fahrer zum ersten Mal als neues Team NetApp zusammengefunden. Was hatten Sie für einen Eindruck von der Stimmung im Team?

Ich war überrascht, wie schnell sich die Neuzugänge integriert hatten. Das neue Team harmoniert nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch im Training. Ich habe das Gefühl, es ist das beste Team NetApp, das wir jemals hatten.

Was hat sich beim Team im Vergleich zum Vorjahr verändert?

Das sportliche Niveau ist deutlich gestiegen. Viele Fahrer aus dem letzten Jahr haben einen enormen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Dazu kommen neue Fahrer, die wir ganz gezielt verpflichtet haben.

Von welchem Fahrer versprechen Sie sich in dieser Saison am meisten?

Bei den Neuverpflichtungen liegt eine große Erwartungshaltung bei Jerome Baugnies und Matthias Brändle. Ich glaube, dass Jerome bei den Klassikern den Durchbruch schaffen kann. Er ist in Lüttich-Bastogne-Lüttich und beim Amstel Gold Race schon unter die Top 25 gefahren und da ist noch deutlich mehr drin. Matthias Brändle war bei der letzten Vuelta ein bärenstarker Helfer und hat seinen Anteil am Sieg von Cobo gehabt. Diese Unterstützung ist für unsere Rundfahrer ein enormer Vorteil. Darüber hinaus wird er jetzt sicher auch seine Chance suchen, auf eigene Rechnung zu fahren.

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