Talfahrt geht weiter

OVB
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Super-Tor von Thomas Masberg: Mit einem sehenswerten Volleyschuss hämmerte der Sechziger-Torjäger den Ball zur 1:0-Führung ins Würzburger Tor. Geholfen hat es aber letztendlich nichts.

Rosenheim - Das Positive vorweg: Der TSV 1860 Rosenheim hat in der Fußball-Bayernliga endlich wieder einen Treffer erzielt. Trotzdem: Die 60er haben auch ihr drittes Heimspiel in Folge verloren.

Thomas Masberg war es, der 287 torlose Minuten beendete und in der 19. Spielminute sein Team gegen den Würzburger FV in Führung brachte. Ein herrlicher Treffer, mit vollem Risiko genommen und unter die Latte geknallt. Doch Masberg jubelte nicht, ließ sich fast widerwillig feiern. Als ob er schon geahnt hätte, was in der Folge passieren würde. Die Unterfranken nämlich konterten nun äußerst geschickt und gingen am Ende als 3:1-Sieger vom Platz, "aufgrund der zweiten Hälfte verdient", fand deren Trainer Michael Hochrein.


Jubel-Verweigerer: Torschütze Thomas Masberg ließ sich nach seinem Traumtor nur widerwillig feiern. Bei 1860 passen derzeit nicht nur die Ergebnisse nicht.

Und das war für die Sechziger so negativ, dass schließlich alles Positive verblasste, gute Ansätze nur noch schwacher Trost waren für die vierte Niederlage in Folge. Wolfgang Schellenberg weiß, dass nun die Kritik auf ihn einprasselt. Und auf seine Spieler. Doch er stellt sich schützend vor sie, schließlich hatte er durchaus die erhoffte Reaktion seiner Mannschaft gesehen, zumindest 60 Minuten lang. "Da haben wir ordentlich gespielt", betonte er. Doch eine alte Fußballerweisheit besagt, wenn mal der Wurm drin ist, misslingen auch einfachste Dinge. "Da machen wir nach einem schönen Angriffszug das Tor, kassieren aber fast postwendend durch eine Unachtsamkeit den Ausgleich. So ist das, wenn man einen negativen Lauf hat."


Drei Minuten nur konnten sich seine Spieler über die Führung freuen, die zunächst wie ein Befreiungsschlag empfunden wurde, eine Trendwende einzuläuten schien. Doch da ließ man den Würzburger Kapitän Deißenberger laufen und laufen, der legte quer auf Andreas Ganzinger, der ziemlich unbehelligt abschließen konnte. Dennoch hatte man das Gefühl, dass Schellenbergs Truppe diesen bitteren Rückschlag würde wegstecken können. Engagiert spielte sie weiter, Dominik Haas und Thomas Masberg scheiterten nur knapp mit wuchtigen und platzierten Kopfbällen.

Auch nach Wiederbeginn schien 1860 das Heft des Handelns in der Hand zu behalten, Markus Ostarek, nach langer Verletzungspause wieder dabei, hatte die erste Chance, die Rosenheimer Führung lag in der Luft. Doch als sich in der 64. Minute Würzburgs Stürmer Tobias Riedner geschickt gegen Christoph Herberth durchsetzte und der Ball vom Innenpfosten ins Netz prallte, war der Faden gerissen. "Da sind wir völlig eingebrochen", klagte Schellenberg über eine total verpatzte letzte halbe Stunde. Noch einmal versuchte der Coach alles, stärkte die Offensive, brachte Rückkehrer Ervin Okanovic für Herberth, später noch Markus Einsiedler für Daniel Wimmer. Doch das Tor schoss Würzburg in Person von Pascal Rausch, der einen Konter im Stile eines Torjägers abschloss.

"Wir haben nicht super gut gespielt", gab WFV-Coach Hochrein unumwunden zu, Rosenheim nicht super schlecht. "In der ersten Halbzeit haben wir versucht, Fußball zu spielen, zu kombinieren. Die Würzburger aber haben mit ihren ersten beiden Angriffen zwei Tore gemacht", wunderte sich Schellenberg über die Effektivität der Gäste. Seiner Mannschaft konnte er nicht allzu große Vorwürfe machen: "Jeder versucht wirklich alles, die Einstellung hat gepasst", meinte er, sprach aber auch von "Verunsicherung und Blockaden", die bei einigen doch deutlich zu spüren seien.

Wie aber soll es nun weitergehen? "Draufhauen bringt nichts", sieht Schellenberg, die Spieler müssten nun wieder Selbstvertrauen gewinnen, um die kommenden Aufgaben, am Samstag das Derby in Buchbach, bestehen zu können: "Wir werden analysieren und sachlich weiter arbeiten, mit den Leuten, die mitziehen und helfen, den Karren flott zu kriegen." Dabei kann er wieder auf Markus Ostarek, Ervin Okanovic und bald auch wieder auf Danijel Majdancevic zählen. Noch ein kleines Positivum in düsteren Tagen.

TSV 1860 Rosenheim: Luginger, Martin, Herberth (65. Okanovic), Kokocinski, Wallner, Haas, Wimmer (74. Einsiedler), Schwinghammer (84. Richter), Ostarek, Bichler, Masberg.

Tore: 1:0 Masberg (19.), 1:1 Ganzinger (22.), 1:2 Riedner (64.), 1:3 Rausch (77.)

Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg/Donau)

Zuschauer: 150.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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