"System Schellenberg" greift bei 1860

Vorbildlicher Einsatz und Lob vom Trainer: Torjäger Thomas Masberg bei einem Tackling gegen einen Heimstettener Spieler. Foto Ziegler

Rosenheim - Nicht nur das Ergebnis erinnerte an das Spiel in Bayreuth. Wieder gewann man 1:0, diesmal gegen den starken Aufsteiger SV Heimstetten.

Wieder ließ man, speziell zu Beginn der zweiten Hälfte, einige gute Chancen liegen, wieder geriet man schließlich noch etwas unter Druck.

Und wieder hat man am Ende gewonnen. Zwei Tore, sechs Punkte, keine schlechte Ausbeute für den TSV 1860 Rosenheim nach den ersten beiden Partien in der neuen Saison der Fußball-Bayernliga.

Einen besseren Start hätte sich Trainer Wolfgang Schellenberg nicht wünschen können. "Ich bin sehr zufrieden", erklärte er also, "ich denke, der Sieg war hoch verdient." Auch das war wie in Bayreuth. Und dass man es wieder versäumt hatte, frühzeitig den Deckel drauf zu machen, war eigentlich der einzige Aspekt, den der Sechziger-Coach zu bemängeln hatte. Zwei Tore in zwei Spielen, nicht ein Gegentor, genau das charakterisiert die Schwächen und Stärken des derzeitigen Tabellendritten.

"Die Mannschaft steht äußerst kompakt, arbeitet sehr diszipliniert, zeigt sich stark in den Zweikämpfen. Wir haben im gesamten Spiel nur eine echte Torchance zugelassen", lobt Schellenberg, spricht aber auch klar das Manko an: "Wir müssen unsere Möglichkeiten besser nutzen." Markus Einsiedler und Ozan Tuncali, die in einer starken Phase zwischen der 55. und 60. Spielminute schon alles hätten klar machen können, wünschte man manchmal die Kaltschnäuzigkeit eines Thomas Masberg. Der Torjäger, nach viel Verletzungspech während der Vorbereitung noch längst nicht bei 100 Prozent angelangt, nutzte in der 28. Minute ganz ruhig und abgeklärt einen schönen Querpass von Andreas Schwinghammer zum "goldenen" Tor, hätte allerdings nur eine Minute später, als er auf der rechten Seite frei zum Abschluss kam, gleich das 2:0 nachlegen müssen.

Im "System Schellenberg" sind die Stürmer gefordert, sie müssen viel arbeiten, sind auch gegen Heimstetten wieder "wahnsinnig viel gelaufen", wie der Trainer lobte. Schellenberg setzt auf Kompaktheit, auf das Kollektiv und das funktioniert nur, wenn sich alle einbringen, jeder einzelne. Das gefällt dem Perfektionisten, das zählt für ihn, nicht Einzelleistungen wie die von Michael Kokocinski, dem er zwar lobend attestiert, dass er "viel organisiert und stabilisiert", aber eben nur ein Teil des Ganzen sei. Doch gerade ein Kokocinski, der viel Erfahrung aus höheren Spielklassen mitbringt, steht für den Wandel, zumal er auch vorne immer wieder gefährlich auftaucht und seine Kopfballstärke einsetzt wie in der 25. Minute, als er Heimstettens Torhüter Patrick Lehner zu einer Glanzparade zwang.

Vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam der Bayernliga? Die bisherigen Erfolge und auch die Art, wie sie herausgespielt wurden, lassen diese Einschätzung erst einmal zu, schon nach dem Auftaktspiel urteilte Bayreuths Trainer Ingo Walther: "Man muss sagen, dass sich mit Rosenheim eine Spitzenmannschaft vorgestellt hat." Schellenberg will so weit noch nicht gehen: "Unsere realistische Zielsetzung ist, nicht hinten reinzurutschen", fordert er, auf dem Teppich zu bleiben. Denn er weiß: "Rückschläge werden kommen, wir wollen sie nur so weit wie möglich rauszögern."

Auch deshalb kam ihm gar nicht gelegen, dass der FC Ingolstadt, der nächste Gegner, am Mittwoch seine zweite Pleite hinnehmen musste: "Das gefällt mir gar nicht, nach zwei Niederlagen werden die am Samstag eine schöne Aufstellung präsentieren." Aber selbst der eventuelle Einsatz von Profis kann nicht am neuen Selbstbewusstsein des Kathrein-Teams kratzen: "Wenn wir so spielen wie in den beiden ersten Spielen, wird es für jeden Gegner schwer, ein Tor gegen uns zu machen", prophezeit Schellenberg. Die Null soll weiter stehen.

TSV 1860: Luginger, Herberth, Lenz, Kokocinski, Martin, Haas, Christian Hofmann (69. Pointvogel), Schwinghammer (87. Birner), Tuncali, Einsiedler (84. Ludolph), Masberg.

Tor: 1:0 Masberg (28.)

Schiedsrichter: Michael Völk (Reitsch)

Zuschauer: 350

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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