Süchtig nach Benzingeruch

Polling - Der Pollinger Kurt Haseleder ist der älteste Teilnehmer der Österreichischen Cross Country Serie (ACC). Dennoch hängt der 37-Jährige seine jüngere Konkurrenz regelmäßig ab.

Ans Aufhören mag er aber nicht denken. Der motorsportbegeisterte Pollinger Kurt Haseleder mischt in einem für Moto-Cross-Verhältnisse doch schon fortgeschrittenen Alter (37) noch äußerst erfolgreich in der österreichischen Cross Country Serie (ACC) mit.


Dies ist mit über 400 Teilnehmern die größte österreichische Rennsportserie und wird von vielen deutschen Motocrossern aus dem südlichen Teil des Landes als Wettkampfserie genutzt, da die Entfernungen zu den Wettbewerben wesentlich geringer als in der deutschen Serie (GCC) sind.

Der gelernte Lokführer Kurt Haseleder fährt seit seiner Jugendzeit Motorrad, hat seine Liebe zum Rennsport aber relativ spät entdeckt. Als reiner Straßen-Motorradsportler war er über viele Jahre in den verschiedenen Rennsportserien auf nationalen und internationalen Veranstaltungen der Amateurklassen unterwegs.


Als im Ortsteil Moos lebender Ehemann und Familienvater, der in seiner Freizeit nebenbei noch für die Pollinger Feuerwehr aktiv ist, trug er sich jedoch schon lange mit dem Gedanken, seine Rennstiefel aus Vernunftgründen und dem Bewusstsein der Gefahr dieser Kurvenhatz an den Nagel zu hängen.

Um jedoch nicht ganz auf seine Leidenschaft verzichten zu müssen, widmete er sich vor zirka fünf Jahren dem Motocrossfahren, wo vor allem die Geschicklichkeit und Körperbeherrschung ausschlaggebend sind. "Ganz ohne Motorsengeräusche und Benzingeruch geht's einfach nicht", fasst es Haseleder zusammen.

Dabei traf er eines Tages seinen heutigen Sponsor Reinhold Berreiter, der angesichts der Leistungsfähigkeit des Pollingers und seiner Gefährten die Idee zu einem eigenen Rennteam - dem heutigen "Team Berreiter" - entwickelte.

Motorsportverrückt war der Neuöttinger schon seit jeher und auch beruflich durch seinen Zubehörhandel und die übernahme der KTM-Vertretung eng damit verbunden. Der größte Erfolg für das Team ist nun die aktuelle Rangliste in der österreichischen Serie: Darin belegt Haseleder als einer der ältesten Piloten den vierten Rang in der Gesamtwertung und hat gute Aussichten, das Jahr mit einem Platz unter den Top Fünf zu beenden.

Dabei sind aber auch die Stockerlplätze noch in Reichweite, wobei dies zu einem "Zwangsaufstieg" in die Profiliga führen würde und dort, so Haseleder, "hob i mid fast vierzge nix mehr zum Suacha".

Er habe mit Berreiter einen Gönner, der ihm die kostenneutrale Ausübung seines Sports ermögliche und dafür sei er ihm dankbar. Im Profibereich sollen sich die jungen Wilden tummeln, während er schon das nächste Amateurziel, die Rennserie der Senioren ü40, anstrebt.

wag/Mühldorfer Anzeiger

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