Samerberger gewinnt Gleitschirm-Clubmeisterschaft

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Der Sieger der Gleitschirm-Clubmeisterschaft: Alfons Bauern.

Samerberg - Die Erwartungen waren groß, hatten doch die Dämonen des diesjährigen Sommers bislang wenig Verständnis für die Hochriesflieger. Am Ende fand die Gleitschirm-Clubmeisterschaft aber doch noch ein Happy End.

Tatsächlich war der erste Termin für die Clubmeisterschaften bereits buchstäblich ins Wasser gefallen und nach der Überschwemmungsparty zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der beiden Gleitschirmclubs Hochries-Samerberg und Inntal eine Woche vorher, glaubte eigentlich keiner der Piloten mehr an die Austragung des Wettbewerbs. Doch irgendwie mussten einige der Dämonen am Sonntag, den 26. Juli 2009, zu spät von ihrem Ruhelager aufgestanden sein, denn es bot sich herrlicher Sonnenschein. Sieht man einmal von den anspruchsvollen Windbedingungen ab, ergab sich ein ausgezeichneter Tag zur Ausrichtung der Clubmeisterschaften. Neben den beiden bereits genannten Vereinen waren auch die Brannenburger Bergdohlen mit von der Partie.


Eindrücke von der Clubmeisterschaft

Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz
Eindrücke von der Clubmeisterschaft © Klaus Jotz

Diese Clubmeisterschaften sind eine lange Tradition der drei befreundeten Vereine und sollen nicht nur leistungsorientierte Piloten ansprechen sondern auch für Mitglieder ohne Streckenflugerfahrung eine lösbare Aufgabe bieten. Demzufolge steht nicht die Leistung an oberster Stelle, sondern der Spaß am gemeinsamen Erlebnis und so fanden sich auch viele Pilotenscheinneulinge unter den insgesamt 32 Teilnehmern ein. Treffpunkt war 9:00 an der Talstation der Hochriesbahn, wo Einschreibung und Unterweisung stattfanden.


Die Aufgabe selbst gaben die Sportwarte der drei Vereine dann am Gipfel der Hochries bekannt. Ähnlich wie beim Segeln, gibt es auch bei der Clubmeisterschaft Wendepunkte, die hier allerdings nicht durch Bojen markiert werden, sondern mittels virtueller vertikaler Zylinder mit einem Radius von 400 Metern, die durch GPS-Koordinaten festgelegt sind. Die Piloten müssen in der vorgegebenen Reihenfolge in diese Zylinder einfliegen oder sie zumindest tangieren. Auch Startplatz und Landeplatz sind von solchen Zylindern umschlossen. Die Zeit- und Streckennahme beginnt mit dem Einfliegen in den Startzylinder und endet mit dem Einfliegen in den Schlusszylinder. Im Fachjargon wird das Air-started Race genannt, weil die Zeitnahme nicht mit dem eigentlichen Start sondern mit dem Einflug in den Startzylinder erfolgt. Jeder Teilnehmer muss ein GPS mit sich führen, um die einzelnen Zylinder möglichst genau zu finden und damit die Auswerter später seinen Flug beurteilen können. Bei der Vielzahl der Teilnehmer nahm dies auch einige Zeit in Anspruch, weshalb das Ergebnis erst eine Woche später feststand.

Der Start für den Wettbewerb wurde dann ab 11:30 auf beiden Startplätze zugelassen, das Startfenster für den Startzylinder über dem Startplatz jedoch erst eine Stunde später und für insgesamt zweieinhalb Stunden geöffnet. Dieser Rahmen war aufgrund des hohen Pilotenzuspruchs für den Wettbewerb erforderlich.

Die Aufgabe selbst war nicht gerade einfach. Nach ihrem Start mussten die Teilnehmer kräftig Höhe aufbauen und zurück über den Startbereich der Hochries, wo der der Startzylinder lag. Von da aus führte die Strecke zunächst zum Gipfelkreuz des Riesenbergs und wieder zurück zum Karkopf, auf der anderen Seite der Hochries. Vom Karkopf aus mussten die Piloten die Frasdorfer Hütte überqueren und dann zum Bruchfeldhaus fliegen. Hatten sie diesen Wendezylinder hinter sich gelassen, ging es hinaus zum Schwimmbad Grainbach und wieder zurück zum Gipfel des Karkopfes. Wer diesen letzten Wendezylinder erreicht hatte, durfte sich zum Landeplatz begeben, wo er mit einer minimalen Gesamtstrecke von 25,05 Kilometern in den Zielzylinder in beliebiger Höhe einfliegen durfte.

Als Sieger wurde gewertet, wer die gesamte Aufgabe in der schnellsten Zeit gelöst hatte. Nicht einfach an diesem Tag, an dem die Wolkenbasis bei etwa 2000 Metern lag und die Piloten mit teilweise sehr zerrissener Thermik zu kämpfen hatten. Beim GSC Hochries Samerberg schaffte leider kein einziger Pilot das gesamte Spektrum. Die beste Wertung erzielte schließlich der Samerberger Alfons Bauer mit einer Gesamtstrecke von 19,81 Kilometern. Damit lag er In der Wertung vor Dr. Hans Krexa (19,46 km) und Franz Wolfromm (19,41 km). Als beste unter den Damen belegte Annemarie Metzenroth mit 17,16 Kilometern den elften Platz. Die komplette Aufgabe bewältigte allerdings nur ein einziger Teilnehmer: der Vorjahressieger Hans Bausenwein vom GSC Inntal. Er flog die gesamte Wettbewerbsaufgabe mit 25,48 Kilometern, das sind nur 30 Meter mehr als die rechnerische Mindeststrecke, bezieht man den letzten Zielzylinder noch mit ein.

Klaus Jotz (GSC Hochries-Samerberg)

Quelle: rosenheim24.de

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