Erfolgreiches Gastpiel: Der FCB kommt 2013 wieder

Rosenheim - Der FC Bayern hat gestern Abend in der Gabor-Halle in einem Freundschaftsspiel den japanischen Meister 92:66 besiegt. Im ersten Viertel sah es aber noch anders aus.

Trainer Dirk Bauermann war am Ende zufrieden - mit dem Ergebnis, nicht mit dem Spiel. Um nichts weniger als die deutsche Meisterschaft soll die Basketball-Abteilung des FC Bayern München in der kommenden Spielzeit mitspielen Dies hat Vereinspräsident Uli Hoeneß bei der Präsentation des aktuellen Kaders vor wenigen Wochen unmissverständlich erklärt.

Auf dem Weg an die Spitze der Basketballbundesliga (BBL) absolvierten die Roten Riesen gestern Abend in der Gabor-Halle ihr erstes Vorbereitungsspiel. Gegner war der japanische Meister Toyota Alvark aus Tokyo. Die Japaner verbringen ihre Saisonvorbereitung derzeit in Deutschland und haben neben dem Match gegen München auch Duelle mit Trier und Frankfurt auf dem Plan.

Dass Bayern-Cheftrainer Dirk Bauermann gestern noch nicht den absoluten Ernstfall probte, wurde an der Tatsache offensichtlich, dass er speziell im ersten und dritten Viertel den Nachwuchsspielern im Kader Spielzeit gab. Dennoch wollte die Mannschaft das Spiel aber auch auf keinen Fall verlieren, was man an der Reaktion der Spieler auf und neben dem Platz merkte, die sich gegenseitig anfeuerten, aufsprangen und bei wichtigen Punkten die Fäuste ballten.

Zwei Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft

Vor allem zu Beginn taten sich die Bayern gegen die eingespielten Japaner aber schwer, das erste Viertel ging mit 20:21 sogar verloren. Der Grund dafür dürfte vor allem beim arg ersatzgeschwächte Kader zu finden sein. Star-Neuzugang Yotam Halperin kämpft mit der israelischen Nationalmannschaft derzeit um die Qualifikation für die Europameisterschaft, ebenso wie es Jan-Henrik Jagla und Robin Benzing derzeit für das deutsche Nationalteam tun. Und der erst vor wenigen Wochen verpflichtete ehemalige NBA-Spieler Lawrence Roberst, der für die Center- und Power Forward-Position vorgesehen ist, musstre gestern wegen einer leichten Knieverletzung pausieren.

So kamen Spieler wie Alassane Dioubate (18), Mauricio Marin (18) und Bogan Radoslavjevic (19) zum Einsatz. Der sonst in der zweiten Mannschaft des FCB spielende Markus Hübner (25) erfuhr sogar erst am Vormittag von seinem Einsatz. So hatte der Verein nicht einmal mehr Zeit ihm ein eigenes Trikot zu besorgen. Hübner trug das Trikot von Markus Wolf dennoch mit Stolz.

Überhastete Bayern

Der zweite Grund, warum sich gerade die ersten 20 Minuten für die Bayern recht holprig gestalteten, war die von Coach Bauermann ausgegebene Devise, on der kommenden Saison dynamischer und vor allem schneller spielen zu wollen. Dynamisch und schnell spielte sein Team auch - nur ohne Korberfolg. Die abgezockten Japaner und dabei vor allem Philipp Ricci (16 Punkte) und Jeffrey Gibbs (15) bestraften die überhasteten Angriffe der Bayern mit sicher abgeschlossenen Fastbreaks.

In der zweiten Hälfte rissen sich die Bayern dann merklich am Riemen - und gingen vom Gas. Das Spiel wurde ruhiger, die Verteidigung konsequenter. Wie schon so oft in der vergangenen Saison erwies sich Power Forward Chevon Treoutman mit 18 Punkten als wichtige Säule des Teams. Doch auch die beiden Neuzugänge Brandon Thomas und Tyrese Rice zeigten mit 18 beziehungsweise 17 Punkten, dass sie ihre Plätze in den Starting Five nur ungern werden hergeben wollen.

Am Ende zeigte sich Trainer Bauermann gnädig mit seinen Jungs. Sie hätten das Spiel "sehr gut gelöst" - zumal ihnen ja noch das "intensive" Trainingslager in Garmisch-Partenkirchen in den Knochen stecke. Wenn man ein höheres Tempo gehen wolle, "passiert es eben, dass man überdreht". Das sei ihm aber dennoch noch lieber als allzu "konservativ aufzutreten". Angesichts der vielen jungen Spieler sei es laut Bauermann auch nur verständlich, wenn das Team zeitweise "wacklig unterwegs" war. Dennoch habe man gesehen, "welche Qualität die Mannschaft hat".

Sportdirektor Marko Pesic sprach nach der Schlusssierene ebenfalls von einem "ordentlichen Spiel". Dass ihm eine Niederlage geschmerzt hätte, gab er unumwunden zu: "Das erste Spiel der Vorbereitung zu verlieren, ist nicht so lustig."

FCB auch 2013 in Rosenheim

Bernd Perner, Vorstand des SB Rosenheim und früher selbst Erstliga-Basketballer beim FC Bayern, war gestern begeistert. Nicht nur, weil er als Veranstalter gestern rund 1000 Besucher in der Halle zählen konnte,. Auch 2013, so Perner, werde nämlich der FCB im Rahmer seiner Saisonvorbereitung erneut nach Rosenheim kommen. Dies sei Teil des Kooperationsvertrags zwischen dem Verein und dem SBR.

Stefanie Zipfer/Oberbayerisches Volksblatt

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