Waldkraiburger warf goldene 54,77 Meter

OVB
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Der neue Speerwurf-Weltmeister Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg freut sich über seine Weite von 54,77 Metern.

Waldkraiburg - Er kam, sah und siegte - und dies schon zum dritten Mal in Folge! Der Leichtathlet Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg ist der neue Senioren-Weltmeister im Speerwurf.

Bei den Senioren-Winterwurf-Welttitelkämpfen in Jyväskylä/Finnland feierte der Landkreis-Athlet die begehrte Goldmedaille.


In Finnland Weltmeister im Speerwurf zu werden ist nach wie vor für jeden Speerwerfer etwas Besonderes, da ausgerechnet diese Disziplin der Nationalsport Nummer eins, so wie in Deutschland der Fußball ist. So gibt es dort sogar mehrere Speerwurfschulen in den Wäldern Finnlands und es heißt auch, dass jeder dritte Finne den Speerwurf zumindest schon mal probiert hat.

Als amtierender deutscher Winterwurf-Meister im Speerwurf reiste Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg zu dieser Senioren-Weltmeisterschaft, um auf die Jagd nach dem begehrten Gold zu gehen. "Ich war auf jedenfalls der Gejagte", erzählte der Heldensteiner, der bereits 2008 und 2010 den WM-Titel gewann. Doch gleich sechs unbekannte Finnen standen diesmal in der Starterliste - und "dies beunruhigte mich schon sehr, denn es gab schon Weltmeister aus diesem Land die gleichzeitig noch nie den nationalen Titel gewannen", so der 54-Jährige.


Und während dieser WM herrschte zugleich eine wahre Titelflut für die Finnen: Im Speerwurf holten sie bis auf wenige Ausnahmen fast alle Goldmedaillen in den unterschiedlichen Altersklassen.

"Ich hatte zumindest das gute Gefühl, dass ich gut vorbereitet zu dieser Meisterschaft fahren würde", so der VfL-Athlet, der sich sowohl technisch in den Würfen als auch in den Waldkraiburger Krafträumen die letzten Wochen und Monate bestens vorbereitete.

Am Wettkampftag war das Wetter im Harju-Stadion sonnenklar, doch bei minus zwölf Grad Celsius bitter kalt. Und sein Wettkampf selbst entwickelte sich auch ein wenig zu einer Nervenpartie. Sein erster Versuch war ungültig, danach folgten 44,49 Meter mit einem kurzerhand ausgeliehenen Billig-Speer, um sich zumindest die Finalteilnahme zu sichern. Danach packte Reinhold Paul seinen eigentlichen Wettkampfspeer erst aus, lief im dritten Versuch an, traf den Speer optimal und schleuderte das 700 Gramm Wurfgerät weit hinaus.

Vier Kampfrichter waren sich allerdings bei diesem Versuch nicht sicher, ob der Speer gültig mit der vorderen Spitze zuerst den Boden berührte. Nach einigen Diskussionen konnte Reinhold Paul aufatmen und sein Versuch wurde gültig gegeben. Danach folgte riesiger Jubel: Mit überragenden 54,77 Meter erzielte er eine neue Weltjahresbestleistung und schob sich damit deutlich an die Spitze der Konkurrenz. Seine finnischen Gegner schienen regelrecht geschockt zu sein.

Reinhold Paul selbst konnte in den drei anschließenden Finalversuchen zwar keinen gültigen Versuch mehr erzielen, doch der Sieg war ihm einfach nicht mehr zu nehmen. Mit 54,77 Meter und einem klaren Vorsprung von 6,99 Meter wurde er neuer Weltmeister. Damit holte der Routinier bereits bei seiner dritten WM zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille.

"Einfach ein echter Traum der in Erfüllung ging und noch dazu im Land der Speerwerfer Weltmeister zu werden ist schon Wahnsinn", strahlte Paul. Am Ende verwies der Landkreis-Athlet, der in Ingolstadt-Manching bei der EADS im Segment Data Quality and Design Procedures am Eurofighter arbeitet, die beiden Finnen Jouni Halonen mit 47,76 Meter (2.) und Sauli Saunamaki mit 45,16 Meter (3.) auf die weiteren Medaillenränge.

stl/Mühldorfer Anzeiger

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