TSV 1860 Rosenheim empfängt heute, 14 Uhr, den TSV Rain/Lech

Vorzeichen stehen gut

Frederik Schramme und der TSV 1860 Rosenheim wollen heute den nächsten Sieg landen.
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Frederik Schramme und der TSV 1860 Rosenheim wollen heute den nächsten Sieg landen.

Rosenheim - Wenn Dirk Teschke über den TSV Rain spricht, klingt viel Respekt mit: "Tobias Luderschmid hat hier gute Arbeit geleistet", lobt der Trainer des TSV 1860 Rosenheim seinen Kollegen.

Mit 18 Punkten kommen die Schwaben heute (14 Uhr) nach Rosenheim, zum Duell der Tabellennachbarn in der Fußball-Regionalliga Bayern. Und eigentlich wird das eine ganz klare Sache. Für Freunde der Statistik. Haben doch die Sechziger die letzten fünf Spiele gegen Rain allesamt gewonnen, dabei ein Torverhältnis von 14:3 erreicht. Die letzte Niederlage datiert vom 29. Juli 2009, es war das erste Auswärtsspiel des Kathrein-Teams nach der Rückkehr in die Bayernliga. Rain siegte 1:0.


Die Vorzeichen also stehen gut, dass 1860 Rosenheim, bisher 17 Punkte, heute an Rain vorbeizieht, dem wichtigen Sieg in Aschaffenburg gleich den nächsten Dreier folgen lässt. Diesem TSV Rain aber kann man einfach nicht trauen. Im letzten Jahr, als das Geld knapper und die Mannschaft stark verjüngt wurde, schien die Qualifikation für die Regionalliga ein Ding der Unmöglichkeit. Rain war katastrophal gestartet, gerade mal ein Zähler wurde aus den ersten sechs Spielen geholt. Am Ende aber war man Fünfter. Auch in dieser Saison war der Start bescheiden, drei Niederlagen in den ersten vier Spielen. Inzwischen aber steht die Mannschaft schon wieder auf Platz sechs, punktgleich mit Bayern 2, Nürnberg 2 und Ismaning.

Wie macht er das nur, dieser Tobias Luderschmid? Der Mann ist 31, bevor er vor gut einem Jahr den damaligen Bayernligisten übernommen hat, hat er dort die zweite Mannschaft trainiert. Er war ein unbeschriebenes Blatt, hat sich aber nach anfänglichen Startschwierigkeiten einen richtig guten Namen gemacht. Für manche war er in der letzten Bayernligasaison sogar so etwas wie der "Trainer des Jahres". Weil er es geschafft hat, aus relativ wenig viel zu machen, harte Zeiten zu überstehen und letztlich doch souverän zum Ziel zu kommen. Davor zeigt auch Dirk Teschke größten Respekt.


Und er weiß, trotz der tollen Bilanz gegen Rain "wird das für uns eine richtig schwierige Aufgabe". Auch Rain hat sein letztes Punktspiel gewonnen, mit 2:1 gegen den FC Ingolstadt 2. Kommt aber trotzdem nicht mit einem Erfolgserlebnis nach Rosenheim, denn unter der Woche gab es das überraschende Pokal-Aus beim Landesligisten FC Pipinsried. Da hat sich Teschkes Mannschaft besser geschlagen, mit 3:1 beim TSV Ampfing gewonnen, ebenfalls ein Landesligist. Und beide Trainer haben die Pokal-Aufgaben genutzt, um ein bisschen zu experimentieren. Luderschmid auch gezwungenermaßen, sein Kapitän Bernd Taglieber, eine große Stütze der Abwehr, hat sich gegen Ingolstadt verletzt und fällt noch länger aus. Auch Torhüter Kevin Maschke, einst in Rosenheim aktiv, fehlte angeschlagen.

Teschke muss weiter auf die Langzeitverletzten Christian Hofmann, Ozan Tuncali und Michael Pointvogel verzichten, schonen muss sich weiter Kapitän Michael Kokocinski, auch hinter Dominik Haas' Einsatz steht noch ein Fragezeichen. Doch die Sechziger haben inzwischen einen auch quantitativ starken Kader zur Verfügung, Teschke hat trotz der Ausfälle die Qual der Wahl. Und kann selbstbewusst der Partie entgegen sehen: "Natürlich wollen wir die drei Punkte in Rosenheim behalten." Wie in den letzten drei Heimspielen gegen Rain. Kontrahent Luderschmid kennt natürlich die verheerende Bilanz gegen 1860, hofft aber: "Mit der nötigen Einstellung können wir etwas Zählbares mit nach Hause nehmen." Und auch wenn Statistiker die Sache schon anhaken, es könnte spannend werden. Dem TSV Rain kann man einfach nicht trauen.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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