Pongratz gegen "seine" Buchbacher

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Ein heißes Duell, das es auch heute wieder geben wird: Der Ex-Sechziger Maxi Hain im Kopfballduell gegen Thomas Masberg, der beim letzten Derby in Buchbach die Rote Karte sah.

Buchbach - Anton Bobenstetter gibt die Favoritenrolle weiter: "1860 Rosenheim ist die Mannschaft der Stunde", sagt Buchbachs Trainer vor dem Gastspiel am Freitag bei den Sechzigern.

Die Rosenheimer haben sich gerade mit drei Auswärtssiegen in Folge in der Fußball-Bayernliga der größten Abstiegssorgen entledigt.

Buchbach hat den Klassenerhalt letzten Samstag mit dem Sieg über Unterhaching bereits fix gemacht, hat seit dem Spätherbst eine unglaubliche Serie hingelegt und galt selbst lange als "Mannschaft der Stunde". Und das bleibt die eigentliche Sensation dieser Spielzeit.

Als sich die beiden Mannschaften Anfang Oktober in Buchbach gegenüber standen, war die Situation eine ganz andere. Bobenstetters Elf war Vorletzter, hatte nur einen einzigen Sieg auf dem Konto, schien unaufhaltsam der Landesliga entgegenzutrudeln. Nach dem 1:0 gegen angeschlagene Sechziger, bei denen gerade Trainer Wolfgang Schellenberg zurückgetreten war, meinte Bobenstetter noch: "Wir brauchen die Punkte dringender als ihr". Von da an aber blieb Buchbach neun Spieltage lang ungeschlagen, arbeitete sich vor ins gesicherte Mittelfeld, während die Sechziger immer mehr in den Abstiegsstrudel gerissen wurden.

Talentierter Mittelfeldspieler in Reihen der Sechziger: Julian Richter.

Mit Matthias Pongratz, der in der Winterpause die Mannschaft übernahm, kam langsam die Wende zum Guten, gerade die letzten drei Wochen haben die Perspektiven an der Jahnstraße wieder deutlich rosiger werden lassen. Fünf Punkte braucht man noch, um wie Buchbach das Saisonziel zu erreichen, die ersten drei will Pongratz heute holen, gegen seinen Ex-Klub.

Pongratz ist mit Buchbach vor drei Jahren in die Bayernliga aufgestiegen, hat dort nach einem erfolgreichen ersten Jahr aus beruflichen Gründen aufgehört. Nun also muss er "seine" Buchbacher schlagen, das bringt zusätzliche Spannung, die so ein Derby ohnehin schon zur Genüge birgt. Bobenstetter wiegelt zwar ab, sieht durch die positive Entwicklung beider Teams die Brisanz aus dem Spiel genommen, doch Franz Höhensteiger, Teammanager des TSV 1860, kennt die eigenen Gesetze einer solchen Partie aus eigener, langjähriger Erfahrung: "Das sind immer heiße Spiele, Buchbach wird sich auch jetzt nicht hängen lassen, nachdem sie schon gerettet sind. So ein Derby ist eben doch ein anderes Kaliber, da gibt sich keiner gern geschlagen."

Für Matthias Pongratz geht es auch darum, dem eigenen Publikum zu zeigen, was sich entwickelt hat in den letzten Wochen: "Ich bin echt begeistert, wie stabil wir geworden sind", schwärmt der Coach. Die Siegesserie soll fortgesetzt werden, auch wenn die Heimbilanz der Sechziger fast schon konträr zur tollen Auswärtsbilanz ist. Dennoch, der ganz große Druck ist erst einmal weg, die Mannschaft kann befreit und selbstbewusst auftreten gegen Buchbach, das seine Stärken eher auf eigenem Platz hat. "Es kann ein schönes und unterhaltsames Spiel werden", glaubt Bobenstetter.

Während der Buchbacher Trainer auf den grippekranken Stefan Bernhardt und auf den verletzten Markus Gibis verzichten muss, fallen bei 1860 neben den Langzeitverletzten Tuncali, Linnemann und Martin auch Markus Einsiedler (Sprunggelenk) und Christian Hofmann (Faserriss) aus. Doch Pongratz weiß, dass er eine große Qualität im Kader hat. Für Einsiedler wird wieder Thomas Masberg von Anfang an dabei sein, der in Würzburg mit zwei Toren Matchwinner wurde, Christian Hofmann könnte von Michael Pointvogel ersetzt werden.

Auch Pointvogel ist wie Pongratz ein früherer Buchbacher, dort spielt mit Maxi Hain ein ehemaliger Sechziger. Trotz der komfortablen Ausgangssituation der beiden Teams: Es wird viel Brisanz im Spiel sein, ein prickelndes Derby geben. "Wir wollen die magische 40-Punkte-Marke knacken und unsere Heimbilanz aufpolieren", kündigt Höhensteiger an. Und im vierten Anlauf erstmals in der Bayernliga gegen Buchbach gewinnen.

Trikotverlosung

Für die Zuschauer ist nicht nur während der 90 Spielminuten etwas geboten: In der Halbzeitpause werden elf originale FC-Bayern-Trikots verlost.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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