Mühldorf an der Tabellenspitze

OVB
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Simon Weichselgartner (im Angriff) ist wieder da: Nach 325 Tagen Spielpause griff er am Samstag gegen Lohhof wieder ins Geschehen ein und verwandelte mit einem satten Angriffsschlag den Matchball.

Mühldorf (ma) - Es war kurz vor halb zehn Abends, als Trainer Günther Thomae am Samstag Mittelblocker Simon Weichselgartner ein Zeichen gab.

Patrick Müller musste weichen und machte Platz für seinen Kompagnon, der sein erstes Punktspiel nach 325 Tagen absolvierte. Und: Er war es schließlich, der den Matchball ins Feld des SV Lohhof donnerte. 3:1 lautete schließlich das Ergebnis, wobei die Mühldorfer Bayernliga-Volleyballer im letzten Satz die Gäste aus Lohhof sogar mit 25:9 schneiderten.


Erst Bänderriss, dann immense Rückenprobleme. Fast ein Jahr lang schaute Simon Weichselgartner von der Bank aus zu. Jetzt feierte er mit einem Kurzeinsatz sein Comeback. "Ganz schmerzfrei bin ich noch nicht, das ist von Woche zu Woche unterschiedlich", gibt der 25-Jährige zu. Doch der Einsatz habe ihm gut getan, Selbstvertrauen gegeben.

Mehr Selbstvertrauen - das hat die gesamte Mannschaft des TSV Mühldorf aus dem Spiel gegen Lohhof mitgenommen. "Das Team hat eine kompakte Leistung gezeigt und Kampfgeist bewiesen", zieht auch Trainer Günther Thomae zufrieden Bilanz. Für ihn war es das erste Punktspiel als Trainer der Mühldorfer.


Und gleich bei seiner Premiere war er tatktisch gefordert. Denn nicht nur, dass Leo Angerer wegen einer Knieverletzung für die nächsten drei Monate ersetzt werden muss. Auch Alexander Lechner stand wegen eines Auslandsaufenthaltes nicht zur Verfügung, Thomae konnte nur zwei echte Außenangreifer aufbieten.

Doch genau diese Ersatzkräfte waren es, die als Trümpfe gegen Lohhof stachen. Stefan Schmid hatte sich von der aggressiven Spielweise Leo Angerers anstecken lassen und punktete über Außen ein ums andere Mal durch die brachiale Gewalt seiner Angriffsschläge.

Thomas Lehel, der anstelle von Leo Angerer nun fest auf der Diagonalposition gesetzt war, spielte ebenso eine solide Partie, ob nun im Block oder als Angreifer. Zuspieler Karim Bassir stand jede Möglichkeit für ein variables Zuspiel offen, denn Libero Tobias Laszlo-Lehni hatte zuverlässig für die dafür notwendigen präzisen Annahmen gesorgt.

Klar also das Ergebnis im ersten Satz, als die Mühldorfer Lohhof mit 25:15 den Schneid abkauften. Allerdings nutzten die Lohhofer eine kurze Schwächephase der Mühldorfer dann aus, um auf 16:11 davonzuziehen. "Dass die Mannschaft das Spiel dann noch aus eigener Kraft gedreht hat, war für mich die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag", betont Trainer Günther Thomae.

Der TSV hatte Charakter bewiesen, drehte den Spieß schließlich um und sorgte mit einem 25:22 für die verdiente 2:0-Führung. Alles schien eine klare Sache zu werden, als die Mühldorfer im dritten Satz Matchball hatten. Eine von vielen Fehlentscheidungen der Schiedsrichterin Vera Bulowski, die das Publikum zeitweise ausrasten ließ, verhinderte aber den frühen Siegesjubel der TSVler, die den Satz noch mit 24:26 an Lohhof abgeben mussten und nachsitzen mussten.

Im vierten Durchgang aber waren die Lohhofer komplett abgeschrieben, das 25:9 war einem Klassenunterschied gleichzusetzen.

Nach den beiden Siegen gegen MTV München II und den SV Lohhof II führt nun Mühldorf ungeschlagen (nur noch der SC Freising ist neben den Mühldorfern noch ohne Punktverlust) die Tabelle an. Am nächsten Wochenende heißt es: Aller guten Dinge sind drei. Die Mühldorfer erwarten dann den TV Hauzenberg, der im vergangenen Jahr noch direkter Konkurrent um den Relegationsplatz war, heuer aber bereits Federn lassen musste gegen den MTV München II und den haben die Mühldorfer ja geschlagen - gute Vorzeichen also.

je/Mühldorfer Anzeiger

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