Mayerbüchler bekommt WM-Chance

OVB
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So möchte er auch bei der WM-Qualifikation einige Konkurrenten hinter sich lassen: der Inzeller Franz Mayerbüchler (vorn).

Inzell - Eine unverhoffte WM-Chance bekommt der Inzeller Eisspeedway-Pilot Franz Mayerbüchler junior: Er darf an einer Qualifikation für die WM-Serie teilnehmen.

Der 18-Jährige darf am 28. Januar in Luchowizy (Russland) an einer Qualifikation für die WM-Serie (Grand Prix) teilnehmen.


Weil der deutsche Star Günther Bauer (Schleching) verletzt ausfällt, ist neben Stefan Pletschacher (Ruhpolding/bestreitet am 28. Januar im polnischen Sanok die WM-Qualifikation) nur noch Max Niedermaier (Edling/fährt ebenfalls in Luchowizy) von den etablierten deutschen Kräften in diesem Winter am Start. Hinzu kommt bei der WM-Qualifikation in St. Johann/Pongau (auf 28. Januar verlegt) Markus Jell (Altfraunhofen). Das ist die Chance für den jungen Piloten aus Inzell, dessen Vater Franz Mayerbüchler senior über Jahrzehnte selbst kräftig im deutschen Eisspeedway mitgemischt hatte.

Und der Vater ist auch Helfer, Ratgeber und Mechaniker für den Abiturienten, der im vergangenen Winter seine erste Saison im Eisspeedway bestritt. Dies allerdings noch sehr eingeschränkt, "weil da die Abitur-vorbereitungen im Mittelpunkt standen". Sportlicher Höhepunkt war sein Start beim traditionsreichen Roeloef-Thijs-Pokal in Assen (Niederlande). Dort wird mit 24 Piloten in einer Art K.o.-Modus gefahren, und Mayerbüchler erreichte - gleichauf mit Niedermaier - Platz elf.


Körperlich fühlt er sich gut gerüstet für diese Saison, wegen der warnen Witterung war aber nur wenig Eistraining in der Heimat beziehungsweise in Österreich möglich. Da Vorbereitungsläufe wie zum Beispiel in Steingaden der Witterung zum Opfer fielen, wird der Start in Luchowizy voraussichtlich Mayerbüchlers erster Wettkampf 2012. Dies sieht er jedoch auch positiv: "Natürlich ist das hart. Aber die Motivation ist vor dem ersten Rennen des Jahres immer besonders groß."

Weitere Einsätze könnten in Heidenreichstein (Österreich) und bei der tschechschen Meisterschaft (Termine jeweils noch offen) folgen, "und vielleicht werde ich ja auch vom Verband für das EM-Halbfinale in Assen nominiert", hofft er - hier wartet der DMSB ab, welche Fahrer sich zuvor gut präsentieren.

Eine Vorhersage, was im Moskauer Vorort möglich ist, kann Mayerbüchler nicht treffen. Zum einen, weil er seinen eigenen Leistungsstand ohne Testrennen schwer einschätzen kann, zum anderen, weil einige Verbände noch nicht endgültig festgelegt haben, welche Piloten sie auf die drei WM-Qualifikationen verteilen. Fest stehen als Gegner in Russland bereits: Antti Aakko, Jussi Hytönen (beide Finnland), Stefan Svensson, Jaokim Söderström (Schweden), Jan Pecina, Andrej Divis (Tschechien), Sven Holstein, Gerrit Oeke Schukken (Niederlande) sowie Max Niedermaier. Noch offen sind die Namen der drei Russen, zwei Österreicher und des einen Ukrainers, die ebenfalls zum Feld gehören.

Bei den russsichen Fahrern sind die Namen eher weniger wichtig - sie gelten selbst für etablierte GP-Größen wie Aakko oder Svensson als kaum zu bezwingen. "Bei einer Ein-Tages-Veranstaltung kann viel passieren. Ich möchte einfach nicht zu sehr hinterherfahren, vielleicht ist ja ein Platz so um zehn herum möglich", hofft der 18-Jährige. Wichtiger als die Platzierung sei, "dass ich mit mir selbst zufrieden sein kann".

who/Oberbayerisches Volksblatt

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