"Leistung wird irgendwann belohnt"

+
Einsatz fraglich: Thomas Masberg ist angeschlagen.

Rosenheim - Viel Zeit blieb nicht, um Wunden zu lecken, die unglückliche Niederlage in Rain aufzuarbeiten. Gestern noch ein lockeres Training, heute um 15 Uhr im Jahnstadion schon die nächste Partie.

Und der nächste Versuch des TSV 1860 Rosenheim, seinen ersten Sieg nach der Rückkehr in die Fußball-Bayernliga zu feiern.


"Irgendwann wird Leistung auch belohnt", ist sich Manfred Burghartswieser sicher. Am liebsten wäre es dem Spielertrainer natürlich, würde dieser Fall bereits heute eintreten, beim Duell mit dem Regionalliga-Rückkehrer TSV Großbardorf.

Zwei markante Mängel hat Burghartswieser moniert beim 0:1 in Rain. "Wie gegen Buchbach hatten wir ein Problem, ins Spiel zu kommen, daran müssen wir arbeiten, wir müssen von Anfang an Druck machen." Der zweite Mangel ist die Verwertung der Torchancen. "Bei vier absoluten Hochkarätern muss man einfach auch mal treffen, ganz klar", ärgert sich Burghartswieser. Das aber lässt sich nicht trainieren, zumindest nicht auf dem Platz. "Das ist eine Kopfsache", glaubt der Coach, "im Training hauen sie die Dinger nur so rein, im Spiel aber ist die nervliche Belastung da."


Noch ist die Enttäuschung groß über die verpasste Chance von Rain, "aber das ist nun mal passiert, das sollte man nicht überbewerten", sagt Burghartswieser und will lieber die erfreulichen Erkenntnisse herausstreichen. "Wir haben ja, von den ersten 25 Minuten abgesehen, guten Fußball gespielt, uns Chancen herausgearbeitet und nach der Pause keine einzige für Rain zugelassen. Wir dürfen jetzt nicht ungeduldig werden, wir wussten von Anfang an, dass es eine schwere Saison wird."

Zumal die ganz große Verstärkung ausgeblieben ist, "da müssen wir die Kirche im Dorf lassen und uns an unseren finanziellen Möglichkeiten orientieren", sagt der Ex-Profi. Von den fünf Neuzugängen haben drei in beiden Spielen in der Anfangsformation gestanden, aber nur Bernd Sylla hat auch durchgespielt, Daniel Wimmer und Markus Einsiedler wurden je zweimal ausgewechselt. "Wir wussten, dass die Zugänge nicht um Klassen besser sind als der Stamm des letzten Jahres", so Burghartswieser, der aber auch sagt: "Ich sehe sie als sehr gute Ergänzung, ich bin schon zufrieden mit ihnen."

Wichtig ist ihm jetzt, dass gegen Großbardorf der Knoten platzt, Leistung auch belohnt wird, egal, wer nun auf dem Platz steht. "Wir werden wieder versuchen, aus einer sicheren Defensive zu spielen, vorne müssen wir mehr an uns glauben, dann klappt es auch", ist der Spielertrainer überzeugt. über den Gegner hat sich Informationen eingeholt, aufpassen muss man vor allem auf den erfahrenen Stürmer Sebastian Knüttel, der auch das bisher einzige Großbardorfer Tor in der noch jungen Saison geschossen hat, per Foulelfmeter zum 1:1 gegen Bayreuth.

Großbardorf, letzte Saison noch gegen Walhof Mannheim, Hessen Kassel und Darmstadt 98 am Ball, hat sich als Ziel gesetzt, zu einer "gestandenen Bayernligamannschaft" zu werden, die nichts mit dem Abstieg zu tun haben soll. Nach oben dagegen schaut man nicht mehr, das Regionalliga-Jahr ist bitter gewesen für den Verein aus der nicht einmal 1000 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Rhön-Grabfeld. Schon Ende März hat man die Regionalliga abgehakt, keine neue Lizenz mehr beantragt und von da an praktisch nur noch Freundschaftsspiele vor nur noch wenigen Fans ausgetragen. Nun will man wieder ein bisschen Fußballbegeisterung schüren, wie in der vorletzten Saison, als ein Zuschauerschnitt von 800 erreicht wurde. So viele Fans hätten die Sechziger gerne. Auch deshalb trauert Abteilungsleiter Hans Klinger der verpassten Chance von Rain nach: "Wenn wir dort gewonnen hätten, wäre das beste Werbung gewesen."

Oberbayerisches Volksblatt/hü

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare