Laböck fiebert Weltcup entgegen

Isabella Laböck.
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Isabella Laböck.

Prien - Nach ihrem Heimaturlaub in der Marktgemeinde wird es für Isabella Laböck wieder ernst. Am Freitag startet der Weltcup im österreichischen Lauerling.

Nach einem entspannten Weihnachtsfest in Prien und einem Jahreswechsel zusammen mit ihrem Freund Björn Kircheisen in Dresden geht es für die Priener Snowboarderin Isabella Laböck wieder auf die Pisten. Bereits am 13. Januar steht der Weltcup im österreichischen Lauerling auf dem Programm. "Für mich war jetzt wichtig, die Akkus aufzuladen", erzählt die 25-Jährige, nachdem im Dezember zwei Weltcups in den USA und einer in Italien für sie anstanden. "Als diese Rennen vorbei waren, habe ich erst gemerkt, wie kaputt ich eigentlich war. Die Kälte, die Flüge und die Rennen, das alles hat an meinem Nervenkostüm gezerrt", schildert die Prienerin.


Immerhin konnte sich für Laböck die sportliche Bilanz sehen lassen, nach dem 7. und 13. Platz bei den Weltcups in den USA schaffte sie in Italien mit dem 2. Platz den Sprung aufs Podest. "Das war mein persönliches Weihnachtsgeschenk", freute sich die Snowboarderin in Diensten des VSC Klingenthal. Dabei begann die Saison für Laböck in der ungeliebten Halle im holländischen Landgraaf nicht gerade ideal. Dennoch habe sie gespürt, dass nach vorne nicht viel fehlen würde. "Das Feld bei den Damen ist in dieser Saison sehr stark und ausgeglichen, da ist alles möglich."

Zwischen Oktober und Dezember hat Isabella Laböck weiter an ihrer Technik gearbeitet und einiges ausprobiert. Die Tests seien allerdings ein mittelgroßes Chaos gewesen, erzählt sie. Dazu kam auch noch ein kurzfristiger Materialwechsel von den SG Snowboards auf Black Pearl. Erstaunlich ist in dieser Saison auch die Stärke des übrigen deutschen Damenteams, neben Laböck kamen auch Amelie Kober und Anke Karstens bereits zu Podestplätzen. "Die Konkurrenz in unserem Team ist wichtig. Das spornt im Training regelrecht an. Dieser künstlich erzeugte Druck im Training ist eine Art Wettkampfdruck. Das ist gar nicht schlecht, um gelassener an die Rennen heranzugehen."


Wichtig ist für Laböck, dass auch in diesem Jahr wieder ein Weltcup am Sudelfeld (28. Januar) stattfinden kann. Dort gibt es sogar ein Nachtfinale. "Das wird ein echtes Highlight, das ist genau das, was wir brauchen." Trotz aller Euphorie und positiver Ereignisse, ärgert sich die 25-Jährige nach wie vor, was den Stellenwert des Snowboardens in den Medien und der Öffentlichkeit betrifft. "Man muss sich das vorstellen, da erreichen ich und Anke Karstens das erste Doppelpodium seit zehn Jahren. An diesem Tag war kein sportliches anderes Ereignis und trotzdem ist das total untergegangen und wurde ignoriert. Manchmal frage ich mich schon, was man sportlich noch alles schaffen muss, um endlich aus dem Schatten anderer Sportarten zu treten und als gleichberechtigt angesehen zu werden. Aber vielleicht hilft da wirklich nur noch ein ,Nacktstreik' um auf uns aufmerksam zu machen."

shu/Oberbayerisches Volksblatt

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