Kajak-Kargl: "Ich bin super-glücklich"

Tobias Kargl
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Der 19-Jährige hat sich bereits zum dritten Mal in seiner Karriere für ein deutsches Nachwuchs-Nationalteam qualifiziert.

Rosenheim - Tobias Kargl hat für Aufsehen gesorgt: Der Kajaksportler hat die Nominierung für die U23-Europameisterschaft in Slowenien und für die U23-Weltmeisterschaft in den USA geschafft.

Das erste persönliche Ziel ist erreicht. Wie sind die beiden Wettkämpfe in Augsburg und Markkleeburg in der persönlichen Nachbetrachtung für Sie gelaufen?
Mein eigentliches Ziel war die Teilnahme an der U23-Europameisterschaft. Die hatte ich eigentlich nach drei Rennen schon in der Tasche. Da hätte schon viel passieren müssen, dass ich aus dem Team falle. Am letzten Tag habe ich mich dann fürs A-Finale qualifiziert und an die zweite Stelle in der U23-Wertung geschoben. Ich hatte dann auch das Glück, dass sich Hannes Aigner sogar für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. Deshalb bin ich nachgerutscht und bin somit das einzige deutsche Boot bei der U23-Weltmeisterschaft.
Wie ist nach diesen Erfolgen die Stimmungslage?
Ich bin natürlich super-glücklich. Ich hatte gehofft, dass ich das packen kann - es hat natürlich alles funktionieren müssen und ich habe auch das nötige Glück gehabt. Aber ich habe es bei den Rennen auch dreimal ins A-Finale geschafft und das Optimale für mich herausgeholt.
Sie sind auch mit den Herren gefahren. Wie ist es da gelaufen?
Wir starten zusammen mit den Herren. Dort bin ich Achter geworden, ich bin also das achtbeste Boot in Deutschland. Das ist für mich mit meinen jungen Jahren ein Riesenerfolg. Ich bin immer noch überwältigt, dass es so gut geklappt hat.

Augsburg: Quali-Fahrt von Tobias Kargl

Was war denn entscheidend, dass es so gut funktioniert hat?
Es hat einfach alles gepasst. Ich hatte ein sehr gutes Trainingslager in Australien, das hat mir richtig viel gebracht. Und dann habe ich mein Ding so durchgezogen, wie ich es wollte. Ich denke, ich habe mich da auch ganz klar von den anderen U23-Fahrern abgesetzt und gezeigt, dass ich der kommende Nachwuchsmann bin - und das haben die Trainer auch gesehen

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Mit Hannes Aigner hat es ein U23-Fahrer sogar zu den Olympischen Spielen geschafft. Wie weit ist der noch weg?
In den einzelnen Rennen sind es für mich auf die Herren-Tagesbestzeit noch rund sechs Sekunden. Diese sind aber nicht so schwer einzuholen, das kommt mit den Jahren. Für die nächsten Olympischen Spiele könnte es dann schon klappen. Zumal ich beim letzten Rennen richtig stark gefahren bin, nur vier Sekunden dahinter war und an diesem Tag sogar den noch amtierenden Olympiasieger Alexander Grimm geschlagen habe.
Wie schaut die weitere Planung aus?
Ich hoffe, dass ich auch für zwei Weltcup-Rennen nominiert werde. Das müssen aber erst die Trainer entscheiden. Das wird nicht einfach, weil es nur fünf Weltcups in dieser Saison gibt. Ich würde mich riesig darüber freuen, wenn es klappen würde - wenn nicht, dann ist es auch kein Weltuntergang.
Was haben Sie sich für die internationalen Meisterschaften vorgenommen?
Bei der EM in Slowenien will ich auf jeden Fall ins Finale kommen. Das ist mein Ziel, nachdem ich das im Vorjahr als Elfter ganz knapp verpasst habe. Wenn man dann mal im Finale ist, dann kann natürlich alles passieren. Und für die Weltmeisterschaft: Wenn man in Europa mal vorne mit dabei ist, dann kommen nicht mehr viele Nationen hinzu. Deshalb werde ich mir auch hier die Finalteilnahme vornehmen.

Interview: Thomas Neumeier/OVB

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