Interview mit dem Bundestrainer Wernthaler vor EM-Quali in Wasserburg

"Tolles Spiel in einer bestimmt rappelvollen Halle"

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Wasserburg- Am 24. Februar erwartet die Basketball-Fans in der Region ein sportliches Highlight: In der Badria-Halle in Wasserburg empfängt die deutsche Damen-Nationalmannschaft im Rahmen der EM-Qualifikation für 2017 den Europameister Serbien.

Am 24. Februar erwartet die Basketball-Fans in der Region ein sportliches Highlight: In der Badria-Halle in Wasserburg empfängt die deutsche Damen-Nationalmannschaft im Rahmen der EM-Qualifikation für 2017 den Europameister Serbien. Bundestrainer Bastian Wernthaler, der drei Jahre lang Head-Coach bei den Wasserburger Damen war und in dieser Zeit mit den Innstädterinnen drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege erringen konnte, steht vor dem Länderspiel Rede und Antwort.

Herr Wernthaler, Sie waren ja schon vor Ihrer Zeit in Wasserburg Coach der Nationalmannschaft. Was hat Sie dazu bewogen, nach 2011 nochmal das Amt des Bundestrainers zu übernehmen?  

Ich fühle mich sehr geehrt, dass mich der DBB erneut mit dieser Aufgabe betraut hat. Es ist etwas ganz Besonderes, Bundestrainer zu sein und die Nation zu repräsentieren. Für mich war es außerdem die perfekte Möglichkeit, meiner Leidenschaft als Basketballtrainer mit weniger Zeitaufwand - ich arbeite ja ganz normal - nachzugehen. Und schließlich wollte und will ich versuchen, dem Damenbasketball in der schwierigen Phase derzeit zu helfen. Nach so vielen Jahren und einigen Titeln in der Bundesliga, hoffe ich, hierfür das nötige Standing bei Spielerinnen, Vereinen und dem DBB zu haben.

Sie kennen die Arbeit als Vereinstrainer und als Bundestrainer. Welche Unterschiede gibt es? Es ist eine völlig andere Arbeit. 

Ich stehe nicht täglich in der Trainingshalle, sondern nur wenige Wochen im Jahr. Dafür halte ich Kontakt mit den über Deutschland und teilweise auch im Ausland verteilten Spielerinnen und versuche, zum Gesamtkonzept beizutragen. Es macht sehr viel Spaß, ist aber natürlich deutlich weniger aufwendig als der Job des Vereinstrainers. 

Welchen Schwierigkeiten begegnen Sie bei Ihrer Arbeit als Bundestrainer?   

Ich würde mir wünschen, dass mehr Vereine dem Beispiel Wasserburgs folgen, sich europäischen Wettbewerben zu stellen. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Wasserburg gewinnt die nationalen Spiele ohne große Schwierigkeiten, meist mit hohem Abstand. Und scheitert dann immer wieder in der ersten Runde des zweitklassigen Eurocups recht deutlich - ich weiß, wovon ich rede! Dies bedeutet, dass wir das Level in der DBBL alle gemeinsam steigern müssen. Das wird nur gelingen, wenn deutsche Spielerinnen und Vereine internationale Erfahrungen gegen stärkere Gegner sammeln. Daneben muss das Problem angegangen werden, dass junge Talente, die am College in den USA spielen, nicht bei der Nationalmannschaft auflaufen können.

2011 waren die deutschen Damen zuletzt bei einer Europameisterschaft. Wann wird Deutschland wieder bei einem großen internationalen Turnier dabei sein?  

Ich war 2011 Bundestrainer und habe die letzte EM, an der Deutschland teilgenommen hat, miterlebt. Damals waren viele Athletinnen, die inzwischen ihre Karrieren beendet haben, am Höhepunkt ihrer Karriere - Anne Breitreiner, Doro Richter, Sarah Austmann/Zierhut, Katha Kühn. Wir müssen nun eine neue Generation aufbauen, rund um die erfahreneren Bär und Fikiel. Es ist Potential vorhanden, aber die Spielerinnen müssen auf hohem Niveau in den Vereinen spielen. Wir müssen Geduld haben und kontinuierliche Aufbauarbeit leisten.

Inwieweit sind Sie zufrieden mit der Leistung Ihres Teams in den ersten beiden Quali-Spielen?  

Wir haben eine Entwicklung angestoßen. In Belgrad haben wir alle viel gelernt gegen einen übermächtigen Gegner. Erste Lerneffekte waren dann gegen die Ukraine schon zu sehen. Wie schätzen Sie die Chancen in der aktuellen Qualifikation zur Europameisterschaft und in den vier verbleibenden Spielen ein? Jetzt geht es erstmal darum, Luxemburg zu schlagen. Das ist eine Pflichtaufgabe, die aber so einfach nicht ist. Luxemburg hat sich in den letzten Jahren klar verbessert. Danach wollen wir gegen Serbien in der Badriahalle besser aussehen als noch im November. Und dann kommt Ende 2016 das Endspiel gegen die Ukraine. Mal sehen, ob wir dort bestehen können. 

Was bedeutet das Spiel in Wasserburg für Sie und Ihr Team?

Ich freue mich unheimlich, wieder vor diesem tollen Publikum in meiner "neuen" Heimat Wasserburg coachen zu können. Es wurde Zeit, dass endlich wieder ein Länderspiel beim Dauermeister stattfindet. Und dann gegen das derzeit beste europäische Team Serbien. Es wird ein tolles Spiel in einer bestimmt rappelvollen Halle. 

Vielen Dank für das Interview!  

Spielbeginn am 24. Februar ist um 19:30 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr). Karten gibt es im Vorverkauf am kommenden Samstag (13.02.2016, 19:00 Uhr) beim letzten Heimspiel des TSV Wasserburg vor der Länderspielpause, online im Ticketshop des Deutschen Basketball Bundes (bis zum 17.02.2016) oder an der Abendkasse.

Alle Infos und Links sind zu finden unter www.basketball-wasserburg.de/laenderspiel.

Quelle: rosenheim24.de

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