TSV 1860 Rosenheim erwartet heute Würzburger FV

Heimspiel für den Tabellenführer

OVB
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Sein Einsatz ist fraglich: 1860-Offensivkraft Markus Einsiedler.

Rosenheim - Der TSV 1860 Rosenheim hat sich rar gemacht in diesem Jahr vor heimischem Publikum im Jahnstadion.

Der Aufsteiger in die Regionalliga ließ sich heuer erst einmal daheim sehen, und nur noch drei Gelegenheiten gibt es, den souveränen Tabellenführer in der Fußball-Bayernliga hier zu begutachten. Die erste am heutigen Karsamstag um 15 Uhr. Doch wer vom Auftritt gegen den zuletzt ins Strudeln geratenen Würzburger FV nur noch ein Schaulaufen erwartet, der kennt Marco Schmidt nicht. "Gut", sagt der Trainer, "mit unseren 55 Punkten sind wir sicherlich schon durch. Aber wir haben noch andere Ziele als den Aufstieg: Wir wollen unsere Serie, seit fast einem Jahr zuhause ungeschlagen zu sein, fortsetzen und weiter an der Tabellenspitze bleiben. Es macht schon richtig Spaß da oben."


Drei Siege, ein Unentschieden lautet die beeindruckende Bilanz in diesem Jahr. Und geht es nach den nackten Zahlen, der Würzburger FV könnte sich eigentlich die Reise nach Rosenheim sparen. Die Unterfranken haben seit der Winterpause gerade mal ein Spiel gewonnen, sind auswärts seit Ende September ohne Sieg. Und ausgerechnet vor dem Duell mit dem Spitzenreiter plagen sie mächtige Personalsorgen. Sechs Stammkräfte fallen aus, der Kader soll mit A-Junioren aufgefüllt werden. Wobei der Verein selbst an der Misere nicht ganz schuldlos ist: Mit Pascal Rausch hat man den Torjäger der letzten Saison suspendiert. Es soll unüberbrückbare Differenzen gegeben haben, Trainer Michael Hochrein fürchtete, Rauschs Unzufriedenheit mit seiner aktuellen sportlichen Situation könne sich auf die Mannschaft übertragen.

Ohne Rausch aber steht Würzburg vor noch härteren Zeiten, trotz Topspielern wie Steffen Krautschneider, Tobias Riedner und Pascal Kamolz. Der Rückstand auf den neunten Platz, der die angestrebte direkte Qualifikation zur Regionalliga Bayern bedeuten würde, ist seit der Winterpause von vier auf sechs Punkte angewachsen, dabei wollte man doch eine Aufholjagd starten. "Der Kader hat genug Qualität", war Trainer Hochrein überzeugt. Nun aber scheint man sich allmählich damit abzufinden, den Weg über die Relegation gehen zu müssen. Und auch dem Auftritt in Rosenheim sieht Hochrein nicht mit allzu großem Optimismus entgegen: "Klar versuchen wir uns zu wehren und auch zu punkten. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit."


Fast könnte er neidisch werden auf seinen Kollegen Schmidt, der das große Ziel schon erreicht und auch personell weniger Sorgen hat. Neben Ozan Tuncali und Thomas Masberg muss er zwar wohl auch Eugen Martin und Markus Einsiedler ersetzen und da die zweite Mannschaft zeitgleich ihr Spitzenspiel in Ebersberg bestreitet, dürfte auch die Bank relativ dünn besetzt sein. Doch die Mannschaft hat schon häufiger bewiesen, dass sie Ausfälle relativ gut wegstecken kann. Dominik Haas hat bereits beim 5:2 in Heimstetten sein Comeback gefeiert, Michael Pointvogel nach fast einjähriger Pause schon wieder seine ersten Gehversuche in der U23 hinter sich.

Auch wenn das Spiel gegen Würzburg kein Schaulaufen eines kommenden Meisters werden soll, die Mannschaft will bei ihren selten gewordenen Auftritten im Jahnstadion dem heimischen Publikum schon richtig guten Fußball zeigen und deutlich machen, warum sie da oben in der Tabelle steht. Die souveränen Darbietungen zuletzt in Großbardorf und Heimstetten konnten ja nicht so viele Rosenheimer miterleben. Nun aber haben sie die Chance, noch dreimal. Und die sollte man nutzen.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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