Skibergsteiger Sepp Rottmoser knapp am Podest vorbei

Der Rosenheiumer Sepp Rottmoser bei der beschwerlichen finalen Tragepassage bei traumhafter Aussicht.

Mittenwald - Alleine schon wegen des Ausblickes am Ende der Strecke hatten sich die Aufstiegsmühen gelohnt: Während im Rest der Republik heftiger Schneefall tobte, hatten die Teilnehmer des Dammkarwurms in Mittenwald beste Verhältnisse.

Ausreichend Schnee und nach einem Start im Nebel ab 1500 Meter perfekte Fernsicht erwartete die Skibergsteiger. Vielleicht lag es auch an den allgemeinen Wetterprognosen, dass nur 72 Starter den Weg zum legendären Rennen im Karwendel gefunden hatten - was aber der sportlichen Qualität und der Stimmung keinen Abbruch tat. In diesem Jahr galt es wieder einmal, das Dammkar nur im Aufstieg zu bezwingen; auf die Eliteläufer warteten 1300 zähe Höhenmeter auf gut zwölf Kilometer verteilt, die Hobbyklasse und die Jugendlichen mussten immerhin noch gut 1000 Höhenmeter im Renntempo absolvieren.

Bei den Herren entbrannte sofort nach der Streckenfreigabe am Ziehweg zum Bankerl ein harter Kampf um die Führungsposition zwischen den Favoriten. Die beiden starken Youngsters Toni Palzer (SK Ramsau/ Team Millet) und der 19-jährige Sepp Rottmoser (Rosenheim/ Team Maloja) legten auf dem flachen Ziehweg ein "mörderisches Tempo" vor und hatten sich bald vom restlichen Feld abgesetzt, konnten aber bis ins obere Dammkar wieder von Vorjahresmeister Konrad Lex (Gangkofen) und dem kontinuierlich von hinten heran laufenden Andi Strobel (Rennteam Alpspitze) eingeholt werden.

Dieses Quartett ging schließlich als erstes in die finale Tragepassage, die mit gut 100 Höhenmetern kurz vor dem Ziel noch einmal ganz gewaltig in den ohnehin schon angesäuerten Oberschenkeln brannte. Sepp Rottmoser folgte dem Führungstrio mit 30 Sekunden Abstand. Im endlos scheinenden Tunnel zum Ziel an der Bergstation ließ Konrad Lex dann nichts mehr anbrennen und setzte sich noch weiter ab. Damit konnte Lex mit 1:12:49 seinen Vertical-Meistertitel vom Vorjahr erneut verteidigenHinter Lex hatte Andi Strobel dann am Ende den längeren Atem und sicherte sich in 1:13:25 den Vizemeistertitel, knappe zehn Sekunden vor Palzer und Rottmoser (1:13:52).

Bei den Damen war mehr oder weniger bereits im Vorfeld klar, dass nur Materialbruch oder ein völliger energetischer Blackout Favoritin Barbara Gruber (Team Alpenstoff) von einem weiteren Titel in ihrer Paradedisziplin würde abhalten können. Vom Start weg lief Gruber einem ungefährdeten Sieg entgegen - sie ließ die zweitplatzierte Claudia Till (Team Steigenberger/Asghau) mehr als zehn Minuten hinter sich und bleibt damit im Vertical Race erneut ungeschlagen. Um Platz drei wurde dann noch einmal heiß gekämpft: Altmeisterin Judith Grassl (Team Alpenstoff/ SK Ramsau) hatte in der Tragepassage noch Rennsport-Neuling Anna-Christina Mühlhuber (Miesbach) im Nacken, die sich auch bis ins Ziel nicht abschütteln ließ. In einem spannenden Finish überquerten beide mit Ausfallschritt genau mit der gleichen Zeit die Ziellinie, so dass die beiden Damen ex aequo gewertet wurden. Mit Till und Mühlhuber standen damit zwei neue und starke Damen auf den DM Podien

Dadurch, dass gleich zwei der stärksten Jugendlichen bei den Herren antraten, waren die männlichen Jugendlichen etwas dünner besetzt als sonst. In diesem Feld konnte sich der ebenfalls zuletzt auch bei den Herren sehr stark aufgelaufene Philipp Reiter (Bad Reichenhall) mit einer starken Leistung in 1:00:47 den Meistertitel sichern, gefolgt von Jonas Schlachter (Weiler; 1:04:54) und dem österreichischen Jugendkaderläufer Philipp Brugger (OEAV Innsbruck, 1:06:06). Dritter der deutschen Meisterschaftswertung wurde Maxi Seebeck (Rosenheim) in 1:07:32.

Quelle: rosenheim24.de

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