Ein gern gesehener Gast

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Gleich sechsmal musste Wacker-Schlussmann Manuel Riemann am Mittwoch die Kugel aus dem Netz holen; im Derby heute soll Wiedergutmachung betrieben werden.

Burghausen - "Es wird Rückschläge geben", hatte SVW-Kapitän Sven Kresin vor kurzem in einem Interview verlauten lassen. Dass sich so ein Rückschlag aber als 0:6-Klatsche entpuppen würde - damit hätten in Burghausen wohl nur die Wenigsten gerechnet.

Nur drei Tage nach der Auswärtspleite bietet sich den Salzachstädtern die Möglichkeit, diese Scharte wieder auszuwetzen. Am heutigen Samstag um 14 Uhr empfängt der SV Wacker Burghausen in der 3. Fußball-Liga die SpVgg Unterhaching zum Derby.

Ein gern gesehener Gast, denn die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Von den letzten zehn Liga-Partien gingen sieben an Burghausen, dreimal trennte man sich mit einem Remis. Der letzte Dreier für die SpVgg datiert gar aus dem Jahr 2003. Erst vergangene Saison beendete Burghausen den tollen Start der Rot-Blauen mit einem 5:1-Erfolg und auch im zweiten Spiel zu Hause gab es für die Hachinger keine Punkte. Dennoch will Hachings Coach Ralph Hasenhüttl nichts von einem "Angstgegner" wissen. Man habe zwar "schlecht ausgesehen", aber: "Angst haben wir vor keinem", betont Hasenhüttl.

Muss er auch nicht, denn sein Team hat - nach mäßigem Start - in den vergangenen Wochen in die Spur gefunden und zuletzt drei Siege in Folge eingefahren. So gab es am Dienstag ein überzeugendes 3:1 gegen Aufsteiger Holstein Kiel. "Wir sind gut drauf", sagt Sebastian Mitterhuber berechtigt, "und wollen unseren Lauf fortsetzen. Wir haben Selbstvertrauen und fahren mit breiter Brust dahin." Für den Mittelfeldspieler wird's eine Reise in die Vergangenheit. 36 Liga-Spiele absolvierte Mitterhuber für die Wackerianer und schoss dabei sechs Tore, bevor er in der Sommerpause zum Liga-Nachbarn wechselte. Dort hat sich der 21-Jährige mittlerweile einen Stammplatz erarbeitet und bereits zweimal ins Schwarze getroffen.

Einen Treffer mehr hat Christian Holzer auf dem Konto. Der SVW-Mittelfeldregisseur lief in Ingolstadt - wie alle seine Teamkameraden - seiner Form hinterher. Angst vor "Folgeschäden" hat er aber nicht: "Wir sind eine komplett neue Mannschaft und brauchen noch Zeit um uns einzuspielen. Bisher ist es sehr gut gelaufen - jetzt haben wir einen Dämpfer erhalten. Man muss einfach die Lehren aus dieser Niederlage ziehen und dann weitermachen", erklärt der Ex-Löwe.

Auch seinem Trainer hat die Pleite bei seinem Ex-Club nicht geschmeckt: "Ingolstadt war klar besser. Wir haben einfach nicht zu unserem Spiel gefunden", blickt Jürgen Press zurück. Große Veränderungen in der Startelf sind trotz des "Dramas in Ingolstadt" nicht zu erwarten. Schlechte Karten haben Bajram Nebihi und Christian Brucia, die am Mittwoch von Beginn an ran durften. Für das Duo könnten Sascha Traut und Andreas Niederquell in die Anfangsformation zurückkehren.

sam/Mühldorfer Anzeiger

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