Vom Winde verweht

Spektakuläre Action auf dem Eis: Moritz Geisreiter in Aktion.
+
Spektakuläre Action auf dem Eis: Moritz Geisreiter.

Budapest/Inzell - Moritz Geisreiter, Eisläufer aus Inzell, schnitt bei der Europameisterschaft in Budapest bei ungewöhnlichen Bedingungen nicht gut ab und enttäuschte.

„ Ich habe meinen Schritt und meinen Rhythmus in allen Rennen nicht gefunden!“ So lautet der Abschlusskommentar von Moritz Geisreiter nach seinem verpatzen Wochenende in Budapest. In der ungarischen Hauptstadt wurde vom 6. Januar-8. Januar die Europameisterschaft ausgetragen. Zum Ärger vieler Sportler bedeutet das, Freilufteis und somit schwierige Bedingungen für den Kräftezerrenden Vierkampf. Die Athleten blieben zwar die drei Tage über von Regen und Schnee verschont, jedoch wehte ein durchgehend starker Wind über die Eisfläche.


Die Mehrkampf Damen musste sich als erstes der ungewöhnlichen Herausforderung stellen und eröffneten das Wettkampfwochenende mit den 500m. Mitfavoritin Claudia Pechstein glänzte trotz zahlreicher Böen und holte sich in guten 40,67 Sekunden, den fünften Rang.

Zur waren Windlotterie entwickelten sich die anschließenden 3000m der Damen. Viele Mädls blieben unter den Erwartungen, wie auch Weltmeisterin Ireen Wüst, die sich mit einem schwachen fünften Platz zufrieden geben musste. Pechstein jedoch zeigte erneut ihr klasse Niveau und war in der Zwischenwertung nach zwei Strecken auf Titelkurs. Am Zweiten Tag griffen auch die Herren ins Wettkampfgeschehen ein, mit dabei der Inzeller Moritz Geisreiter. Bereits mit der ersten Strecke, die 500m, konnte der 24-Jährige nicht wirklich zufrieden sein. Er fand sich auf Platz 26 wieder.


Mehr Hoffnungen setzte er in seine Paradedisziplin den 5000m. Hier wollte sich Geisreiter unter die Top acht einreihen, um sich seinen WM Platz sichern zu können. Jedoch kam der Inzeller mit dem ungewohnt weichen Eis und dem Wind nicht zurecht. „ Moritz hat auf Grund seiner Körpergröße einen sehr langen Schritt, der sich perfekt für hartes Halleneis eignet. Auf einer Freiluftbahn wie in Budapest, tut er sich mit seiner Technik einfach schwer,“ erklärt Trainerin Marion Wohlrab. Am Ende reichte es nur für Rang 12.

Bei den Damen standen die 1500m auf dem Programm. Die Führende Pechstein patze über die Mittelstrecke und rutsche vor den abschließenden 5000m auf Platz vier in der Gesamtwertung. Olympiasiegerin Martina Sablikova dominierte wie immer die 5km Strecke und gewann verdient die Europameisterschaft. Pechstein erholte sich schnell nach ihrem kleinen Durchhänger und lief ein starkes Rennen über die 5000m. Insgesamt wurde es für die Berlinerin die Silbermedaille, vor der Holländerin Ireen Wüst, die sich Bronze sicherte.

Auch die 1500m der Herren brachten Moritz nicht den erwünschten Erfolg. Er blieb weit hinter den Erwartungen und konnte sich nicht für die abschließenden 10000m qualifizieren. Nur die besten 12 Mehrkämpfer gingen an den Start. Topfavorit Sven Kramer ließ keine Zweifel aufkommen und gewann Gold vor seinem Teamkollegen Jan Blockhuijsen und dem Norweger Havard Bokko.

Für Moritz war es leider ein Wettkampf zum abhaken. Die nächsten Wochen werden noch einmal zum trainieren genutzt, bevor der zweite Weltcupblock in Hamar gestartet wird. Dort erwartet den Inzeller wieder eine Halleneisbahn und er kann dort seine tollen Ergebnisse aus der ersten Saisonhälfte wiederholen.

Roxanne Dufter

Kommentare