0:3 gegen den Aufstiegsaspiranten

Mühldorf - 0:3 klingt im ersten Moment als klare Sache. "Doch es war eindeutig eine Tendenz nach oben zu erkennen", atmet Patrick Müller vom TSV Mühldorf auf.

Denn die Regionalliga-Volleyballer des TSV Mühldorf konnten die Partie gegen den TSV Niederviehbach lange Zeit ziemlich offen gestalten. "Wichtig war nach dem verkorksten Spiel letzte Woche gegen Nittenau, dass wir wieder zu uns finden, eine Bestätigung darüber erhalten, was wir können. Und das war gegen Niederviehbach der Fall. Man hat gemerkt: Die Spieler stehen nicht mehr in Konkurrenz zueinander, die Spieler wollen gewinnen", fasst Mittelblocker und Coach Müller an diesem Tag das Gastspiel in Niederbayern zusammen.


Wie zuletzt gegen Nittenau hatten die Mühldorfer einen schlechten Start erwischt. 12:19 befanden sie sich bereits im Hintertreffen in diesem ersten Durchgang, bevor die Aufholjagd begann. "Alex Lechner und Severin Bienek haben im Angriff entscheidende Akzente gesetzt", lobt Müller. Die Folge: Mühldorf kam noch auf 21:22 heran. bevor sich letztlich die Routine der Niederviehbacher durchsetzte (23:25).

"Den zweiten Satz haben wir dann etwas verschlafen", kommentiert Müller Durchgang zwei, in welchem Niederviehbach seine ganze Klasse ausspielte und beim klaren 25:13 nichts anbrennen ließ. Was sich durch die Einwechslung von Thomas Lehel für Severin Bienek als Diagonalspieler dann schon im zweiten Satz anbahnen sollte, kam im dritten Abschnitt dann erst richtig zum Tragen. "Lehel hat vielleicht in dieser Phase des Spieles einen Fehler gemacht", attestiert ihm Müller. Richtig zum Tragen kam in Abschnitt drei auch Zuspieler Fabian Wagner, der auf den Außenangriff wechselte. "Fabian im Außenangriff - der war ein unheimlicher Motivator zu diesem Spiel", lobt Müller. Basierend auf einem soliden Zuspiel von Lars Rommel, der im dritten Satz anstelle von Wagner auf diese Position gerückt war, haben die Mühldorfer alle ihre Trümpfe ausgespielt, lange Zeit den Satz auch offen gestaltet, "der Satz hat sehr viel Spaß gemacht", sagte Müller danach, auch wenn das Spiel nicht zugunsten der Mühldorfer ausging. 22:22 hieß es, alles war offen, bevor ein instabiler Block es erst ermöglichte, dass am Ende die Niederviehbacher mit 25:22 das bessere Ende für sich hatten.


"Es mag sich vielleicht komisch anhören: Aber wir sind zufrieden über den Spielverlauf", sagt Patrick Müller. Nach der eklatanten Vorstellung in der Vorwoche gegen Nittenau (0:3) sei zumindest ersichtlich gewesen, dass die Mühldorfer durchaus noch mithalten können, dass die schlechte Leistung gegen den Tabellennachbarn ein Ausrutscher war.

Und so blickt die Mannschaft, die mit 0:22 Punkten immer noch die rote Laterne in der Regionalliga in den Händen hält, mit einer größeren Portion Zuversicht auf die nächste Begegnung. Schon am Samstag, 28. Januar, heißt der Gegner im Heimspiel dann Eltmann. "Eine Mannschaft, die in der zweiten Hälfte der Tabelle zu finden ist. Mal sehen, was wir gegen die reißen können", meint Müller und er hofft, dass die Spieler den Druck, zu Hause zu bestehen, ablegen können, um umso befreiter aufzuspielen. "Die Stimmung in der Mannschaft ist wieder gut, die Einstellung stimmt, und vor allem ist erkennbar, dass sich die Spieler gut ergänzen, auch wenn Auswechslungen erfolgen: Die einen haben gut angefangen, die anderen das Spiel gut zu Ende gebracht." Jetzt gelte es nur noch, daraus Kapital zu schlagen.

je/Mühldorfer Anzeiger

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