Gerechtes Remis für Sechziger

Chance für Danijel Majdancevic, doch der Sechziger (rechts) scheiterte am Gäste-Torwart.

Rosenheim - Ein spätes Tor von Dominik Haas zum 1:1-Endstand sicherte dem TSV 1860 Rosenheim im Bayernligaspiel gegen die TSG Thannhausen einen Punkt.

Eine Fußballmannschaft ist ein kompliziertes Gebilde. Und manchmal selbst für den eigenen Trainer ein Rätsel. Nach dem 1:1 des TSV 1860 Rosenheim waren sowohl Manfred Burghartswieser, Spielertrainer der Sechziger, als auch Markus Pleuler, der Kollege aus Schwaben, ein bisschen ratlos. "Wir hatten doch gewusst, was auf uns zukommt", wunderte sich Burghartswieser und erzählte, wie er seinen Leuten klar gemacht habe, dass der Gegner nun bestimmt nicht so schlecht sei wie der Tabellenstand. "Aber da ist man schon in Feierstimmung, im Auto hängen die Lederhosen für den Wiesnbesuch, und schon fehlen ein paar Prozent." Ganz, ganz schwach sei die erste Hälfte gewesen, "die schwächste Halbzeit in dieser Saison", so Burghartswieser.


Der Kollege Pleuler suchte nach Erklärungen, warum sein Team einfach keine konstante Leistung bringt. "Dass wir gut Fußball spielen können, haben wir doch 60 Minuten lang bewiesen." Dann sei es "vielleicht die Sonne" gewesen, die allmählich die Wolken über dem Jahnstadion verdrängte, "vielleicht auch die Unerfahrenheit" seiner jungen Spieler, dass man nach verdienter Führung, erzielt von Philipp Miller in der 39. Minute, stark nachließ und noch den Ausgleich durch Dominik Haas (82.) habe hinnehmen müssen.

Das wiederum ist für Burghartswieser "das Positivste gewesen, wenn überhaupt was Positives zu finden war", dass in der zweiten Hälfte zumindest gekämpft wurde, "deshalb war das 1:1 auch verdient", wie der Sechziger-Trainer fand. Spielerisch aber, das gab er durchaus zu, sei das "äußerst beschränkt" gewesen, auch nach dem Wechsel.


Vorne fehlte ein Thomas Masberg, der auch mal aus einer halben Chance ein Tor machen kann. So war Dominik Haas der torgefährlichste Sechziger, verpasste in der siebten Minute nach Einsiedler-Flanke knapp die Führung, in der 24. Minute noch einmal nach Vorarbeit von Linnemann. Doch da hatte schon der Gast das Kommando übernommen, war durch Zimmermann, Wenig und Selig dem Treffer näher. Schließlich traf Henning, herrlich freigespielt von Onyemaeke, noch den linken Pfosten, ehe in der 39. Minute das längst verdiente Tor fiel. Wieder hatte Onyemaeke vorbereitet, Millers Ball ging vom Innenpfosten ins Netz. 1860 reagierte, brachte für Einsiedler Danijel Majdancevic und der hatte kurz vor dem Pausenpfiff nach Flanke von Ostarek noch eine Kopfballchance.

Markus Ostarek, diesmal kaum ins Spiel gekommen, machte nun Platz für Yunus Karayün, den Neuzugang, der Druck wurde größer. Höhensteiger zog den Ball scharf am langen Pfosten vorbei, Majdancevic und Karayün scheiterten jeweils am Fuß von TSG-Keeper Steidle. Vor allem bei hohen Bällen war Thannhausens Abwehr nun anfällig, zunächst aber scheiterte Florian Hofmann, dann, in der 82. Minute, war es Dominik Haas, der nach einer Höhensteiger-Ecke endlich zum Ausgleich einköpfelte.

"Enttäuscht" zeigte sich darüber Thannhausens Trainer Pleuler und meinte: "Es wäre heute so einfach gewesen, hier drei Punkte mitzunehmen." Nicht gerade schmeichelhaft für den Gastgeber, der fast alle zuletzt gezeigten Tugenden vermissen ließ. Aber warum? Fußball ist manchmal kompliziert, Burghartswieser, der konstatierte, man habe mit zehn Punkten aus acht Spielen immerhin "das gesteckte Ziel erreicht", will nun die Punktspielpause nutzen, um aus diesem rätselhaften Auftritt die richtigen Schlüsse zu ziehen.

TSV 1860 Rosenheim: Martin, Höhensteiger, Burghartswieser, Adamosky, Christian Hofmann, Florian Hofmann, Ostarek (ab 46. Karayün), Haas, Linnemann, Huber (ab 87. Schwinghammer), Einsiedler (ab 39. Majdancevic).

Schiedsrichter: Pflaum (Dörfleins).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 (39.) Miller, 1:1 (82.) Haas. hü

Quelle: rosenheim24.de

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