Respekt vor dem „Dino“

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Neuzugang Danijel Majdancevic spielt vielleicht von Beginn an im Sechziger-Sturm.

Rosenheim - Bayernliga-Aufsteiger TSV 1860 Rosenheim tritt am Samstag beim FC Memmingen. Neuzugang Danijel Majdancevic spielt vielleicht von Beginn an im Sechziger-Sturm.

Wer nach Memmingen reist, weiß, was ihn dort erwartet. Eine gestandene Truppe, ein Urgestein der Fußball-Bayernliga, seit über 30 Jahren gehört der FC Memmingen der höchsten bayerischen Spielklasse an.


Respekt habe man davor, sagen die Verantwortlichen des TSV 1860 Rosenheim vor dem Auftritt des Neulings beim Dino, am Samstag ab 15 Uhr in der schmucken Fußball-Arena. „Aber keine Angst“, beteuert Co-Trainer Christoph Schiller. „Wir fahren da sicher nicht hin um zu verlieren.“ Was aber macht sie so zuversichtlich, die sportliche Leitung des Neulings? Manfred Burghartswieser, der Spielertrainer, hatte sich schon am Samstag nach dem 0:0 gegen Großbardorf überzeugt gezeigt, „dass wir da was holen“. Auch Fußball-Chef Hans Klinger schlägt in diese Kerbe, sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir zumindest unseren ersten Auswärtspunkt mitnehmen.“

Irgendwann, so glauben sie, müsse der Knoten ja platzen, müsse man auch mal eine der vielen Torchancen nutzen. "In dieser Liga kann man sich nicht erlauben, fahrlässig damit umzugehen", weiß Schiller und erinnert sich an Rain, wo dem Gastgeber "drei Möglichkeiten gereicht haben, um gegen uns zu gewinnen. Wir hatten fünf oder sechs." Klinger glaubt: "Wenn wir mal in Führung gehen, dann geht der Knopf auf."


Dass die Abwehr steht, hat sie in den ersten 270 Minuten Bayernliga bewiesen. Nun eben muss man, will man gewinnen, vorne treffen. Auch deswegen hat man einen neuen Mann verpflichtet, der gegen Großbardorf schon mal gut 20 Minuten lang zeigen konnte, dass er durchaus die erhoffte Verstärkung sein kann. Danijel Majdancevic, Neuzugang von den Münchner Löwen, könnte diesmal sogar von Anfang an zum Einsatz kommen, denn Martin Huber ist, so Schiller, "leicht angeschlagen." Ansonsten stehen alle Mann zur Verfügung, abgesehen von den Langzeitverletzten, von denen Andreas Schwinghammer schon auf dem Weg zurück ist, diesmal aber noch in der 2. Mannschaft im Kreisliga-Duell beim TSV Bad Endorf Spielpraxis sammeln soll.

"Wir haben auf der Bank wieder mehr Möglichkeiten", freut sich Schiller, sagt auch, dass sich der junge Markus Ostarek "ein Chance verdient" habe. "Aber die Bayernliga ist schon eine andere Klasse als die Landesliga", mahnt er bei den jungen Spielern Geduld an, sagt aber auch: "Im Endeffekt entscheidet jeder selbst, ob er spielt. Wenn sich einer hervorragend präsentiert, werden wir als Trainer sicher nicht, nur weil er jung ist, auf ihn verzichten."

Der FC Memmingen, auch ein Partnerverein des FC Bayern, hat in den letzten Jahren sukzessive junge Leute aus dem eigenen Nachwuchs eingebaut, hat nun eine seit Jahren gewachsene Mannschaft. Den Neuling aus Rosenheim nimmt man bestimmt nicht auf die leichte Schulter. "1860 hat erst zwei Gegentore kassiert, hat eine sehr robuste Truppe", warnt Trainer Esad Kahric. Von seinem Team erwartet er ein "90 Minuten lang konzentriertes Spiel und nach Möglichkeit ein schnelles Tor."

Genau davon aber träumen auch die Sechziger, um möglichst mit einem Erfolgserlebnis die "englische Woche" beginnen zu können. Eine Woche, die es in sich hat: Erst Memmingen, dann am Mittwoch daheim gegen den Mitfavoriten SpVgg Bayern Hof, schließlich am Samstag beim VfL Frohnlach. Der thront nach drei Spieltagen überraschend an der Tabellenspitze, mit neun Punkten aus drei Spielen. Die Kathrein-Elf steht wohl vor brutal schwierigen Tagen, die schon ein wenig richtungweisend sein könnten.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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