Kurioses Derby mit Ostermünchen

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Dieses Tor von Sepp Heller zählte wegen einer Abseitsposition nicht, aber in der 89. Minute traf der SBR-Torjäger doch noch zum 3:1-Endstand.

Rosenheim - Derbys sind emotional, Derbys sind manchmal auch kurios – und sie haben bekannterweise ja ihre eigenen Spielregeln. Dass aber der Derby-Sieger am Ende unzufriedener ist als der Verlierer, kommt selten vor.

Passiert aber auch, wie die Szenen nach dem 3:1-Erfolg des SB/DJK Rosenheim 2 im Heimspiel der Fußball-Bezirksliga Ost gegen den SV Ostermünchen beweisen.


Süßsauer lächelnd nahm Sportbund-Coach Franz Pritzl die Glückwünsche für den Sieg entgegen, im Bewusstsein, dass seine Mannschaft noch nicht zu überzeugen wusste und noch weit von der erhofften Form weg ist. "Das war noch nicht das Gelbe vom Ei", bekannte Pritzl, der in Sachen Ordnung und Spielübersicht bei den meisten seiner Akteure noch Mängel sah. Ostermünchens Trainer Harald Melnik zeigte sich mit der Leistung seiner Schützlinge - "so blöd es klingt" - ganz zufrieden: "Wir haben uns ordentlich präsentiert und waren vom Chancenverhältnis her sicherlich nicht schlechter." Letzlich hat der SBR aber die Punkte, während der SVO noch ohne Zähler dasteht.

Ostermünchen begann forsch: SBR-Torwart Mario Schmitt musste sich bei einem Freistoß strecken, dann wurde ein gut angetragener Schuss von Peter Niedermeier gerade noch abgeblockt. Erst nach einer guten Viertelstunde kam der Sportbund besser ins Spiel: Gäste-Keeper Georg Maier wehrte einen Schuss von Alex Krichbaumer zur Ecke ab, dann verpasste Michael Krauss eine Freistoßhereingabe vor dem Tor um Zentimeter.


Dann konterte der SBR perfekt, nach einem Eckball nahm Krauss den Ball auf, wurde hart gefoult, Schiedsrichter Kaisers hervorragende Vorteilsauslegung brachte Rosenheims Kapitän Florian Link in gute Position - sein Zuspiel verwertete Krichbaumer trocken zur 1:0-Führung. Eine Minute später solierte Niedermeier durch die in diesem Moment geistig nicht anwesende SBR-Deckung, Torwart Schmitt war letztlich Endstation.

Die entscheidenden Minuten hatte das Spiel dann nach einer knappen Stunde. Zunächst sah Wolfgang Mayr nach heftigem Einsteigen an der Mittellinie die Rote Karte - eine harte Entscheidung! Den Freistoß spielten die Rosenheimer den Gästen in die Beine und es ergab sich eine Riesen-Konterchance, die Thomas Hanslmeier aber mit einem schlechten Pass zunichte machte. Nun schalteten die Hausherren schnell um, mit einem weiten Ball wurde Davide Guerrieri bedient, der sich in den Sechzehner spielte, aufs lange Eck abzog und unter Mithilfe des SVO-Keepers das 2:0 markierte.

Doch noch war die Partie nicht gelaufen: Der SBR setzte sich zur Ruhe und ließ Ostermünchen gewähren. Schmitt parierte einen Kopfball von Ramus Karaalioglu außerordentlich stark, dann gelang dem quirligen Robert Wendl aus halbrechter Position der Anschlusstreffer und nach einem Eingreifen von Andi Sollinger gegen Karaalioglu im Rosenheimer Strafraum forderten die Gäste Elfmeter. "Unglaublich, dass wir nach einer 2:0-Führung in überzahl noch einmal zittern müssen", konnte Pritzl die Geschehnisse nicht fassen. Auf der anderen Seite ergaben sich dann natürlich Konterchancen: Guerrieris Heber ging knapp vorbei, Sepp Hellers Schuss landete an der Querlatte, ehe Heller in der 89. Minute eine Flanke von Christian Schnebinger per Direktabnahme traumhaft sicher zum 3:1 veredelte.

SB/DJK Rosenheim 2: Schmitt, Acar (ab 46. Schnebinger), Krichbaumer, Link, Sollinger, Stockbauer (ab 70. Hopf), Kina (ab 46. Guerrieri), Zoss, Heller, Hofer, Krauss.

SV Ostermünchen: Maier, Voglsinger, Waldhör (ab 70. Krabichler), Ratschmeier (ab 62. Humoli), Lohmaier, Weber, Bernd Schiedermeier, Mayr, Wendl, Karaalioglu, Niedermeier (ab 52. Hanslmaier).

Schiedsrichter: Kaiser (SV Laufen).

Zuschauer: 230.

Tore: 1:0 (39.) Krichbaumer, 2:0 (60.) Guerrieri, 2:1 (66.) Wendl, 3:1 (89.) Heller.

Besonderheit: Rote Karte für Mayr (Ostermünchen) wegen groben Foulspiels (59.).

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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