Hörgl in Traunstein Sportkoordinator

Rainer Hörgl ist der neue starke Mann in Traunstein. Foto dpa
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Rainer Hörgl ist der neue starke Mann in Traunstein.

Traunstein - Wenige Tage nach der Verpflichtung von Gerhard Balk als Coach für das Bezirksliga-Team hat der SB Chiemgau Traunstein gleich die nächste große Überraschung parat:

Rainer Hörgl bekleidet ab sofort das Amt des Sportkoordinators und betrachtet diese Aufgabe beim Fusionsclub als "langfristige Herausforderung".


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Den Neukirchener muss man nicht großartig vorstellen. Allein schon die 35 Jahre, die Hörgl in verschiedenen Funktionen im bezahlten Fußball tätig war, sprechen Bände. Unter anderem stand er als Coach bei zwei österreichischen Erstligisten und vier deutschen Drittligisten unter Vertrag. Den FC Augsburg führte er vor gar nicht allzu langer Zeit (2006) in die 2. Bundesliga.


Die Tatsache, dass Hörgl jetzt in der Heimat - sein aktuell einziger Wohnsitz ist Neukirchen - etwas bewegen möchte, hat der SBC auch dem mittlerweile verstorbenen Helmut Schreiner zu verdanken. "Der hatte mich von Anfang an in die Fusionsgedanken mit eingebunden. Und für mich war immer klar, dass dieser Zusammenschluss das einzig Richtige für den Fußball in Traunstein und in der gesamten Region ist", erinnert sich Hörgl an viele gute Gespräche mit dem damaligen Vorstand des 1. FC Traunstein.

Dem SBC-Sportkoordinator geht es natürlich nicht nur darum, die erste Mannschaft - die das Aushängeschild des Vereins ist - auf Vordermann zu bringen (was aufgrund der aktuellen Tabellensituation in der Bezirksliga Ost keine leichte Aufgabe ist). Ein mindestens genauso großes Augenmerk soll der Jugend geschenkt werden. "Wir werden ein Nachwuchs-Leistungszentrum für den gesamten südostoberbayerischen Raum entstehen lassen", betont Rainer Hörgl, "unser neues Sportzentrum (Eröffnung für August 2013 geplant, Anm. d. Red.) ist dafür prädestiniert. Außerdem gilt es natürlich die Wirtschaftskräfte in der Region zu bündeln."

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Im Zuge dieses Nachwuchs-Leistungszentrums soll es dann auch möglich sein, "die erste Mannschaft die eine oder andere Klasse nach oben zu bringen", redet Hörgl Klartext. Dass ihm die derzeitige Platzierung der "Ersten" (drittletzter Rang) ganz und gar nicht ins Konzept passt, ist logisch. Deshalb drückt er auch ein bisschen aufs Tempo: "Ich möchte nicht nur dazu beitragen, dass wir langfristig etwas entwickeln, sondern werde sicher auch Möglichkeiten finden, um kurzfristige Verbesserungen zu erwirken", erklärt der 55-Jährige.

Er werde "im sportlichen Bereich genau draufschauen", sagt Hörgl, wozu er unter anderem regelmäßige Sitzungen mit den Trainern abhalten will. "Alle werden auf unser gemeinsames Ziel eingeschworen. Es werden konkrete Inhalte angesprochen - auch im Jugendbereich, wo stets die Weiterentwicklung vorangetrieben werden soll."

Manfred Wudy, der Sportliche Leiter des SBC, hat den "Deal" mit Hörgl kürzlich perfekt gemacht und freut sich riesig, "dass wir auf einen Mann mit diesem Netzwerk und Know-how setzen können. Rainer wird übrigens ehrenamtlich tätig sein." Auch Hörgl selbst bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass er kein Geld für diese Tätigkeit beim SBC bekommt. "Das ist tatsächlich so. Mein Herz hängt am Traunsteiner Fußball, ich habe seit vielen Jahren einen engen Bezug zu den handelnden Personen und bin von diesem Projekt hundertprozentig überzeugt."

Mit dem Nachwuchs-Leistungszentrum wolle man "Talenten eine Plattform bieten, auf der sie sich perfekt weiterentwickeln können - nicht nur fußballerisch, sondern auch schulisch oder beruflich". Um dieses duale Ausbildungssystem richtig anzukurbeln, strebt Hörgl auch "enge Kooperationen mit den Schulen an - denn Traunstein ist ja eine Schulstadt."

Man darf also gespannt sein, was der neue starke Mann des SB Chiemgau alles bewegen kann in der Großen Kreisstadt. Bei vielen seiner bisherigen Stationen hat er ja schon erfolgreiche Arbeit abgeliefert. Unter anderem führte er den FC Augsburg, bei dem er zwischen 2004 und 2008 auf der Trainerbank saß, in die 2. Bundesliga. Außerdem war Hörgl Trainer und "Geschäftsführer Sport" beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt sowie Coach der beiden früheren österreichischen Bundesliga-Clubs Grazer AK (seinerzeit als Nachfolger von Klaus Augenthaler) und Schwarz-Weiß Bregenz.

Schöne und erfolgreiche Zeiten hatte Hörgl auch als Nachwuchstrainer des FC Bayern München erlebt (1992 bis 1996), zudem hat er sich als Scout einen sehr guten Namen gemacht. "Das kommt aus meiner Zeit bei den Bayern. Wenn du dort Jugendtrainer bis, bist du eigentlich mehr Scout als Trainer", so Hörgl.

Und nicht zuletzt hat er bewiesen, dass man auch den Traunsteiner Fußball nach oben bringen kann: Mit dem 1. FC schaffte er 1991 den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Im damaligen Team unter anderem dabei: SBC-Abteilungsleiter Prof. Dr. Engelbert Thaler und der vergangene Woche zurückgetretene Coach Uli Habl.

cs/Oberbayerisches Volksblatt

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