Fußball-Herz pocht im Sportbund-Takt

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Emotionen pur: Der zweifache Torschütze Onur Kaya (links) und der herausragend spielende Michael Hofer bejubeln den 2:1-Führungstreffer des SBR.

Rosenheim (ovb) - Vor zwei Wochen gegen Heimstetten sprach Trainer Walter Werner beim 1:1 seiner Mannen in der Fußball-Landesliga Süd von der "besten Halbzeit, seitdem ich hier bin".

Nun ist der Mann schon in der fünften Saison als Trainer beim SB/DJK Rosenheim sehr erfolgreich im Amt und man sollte glauben, dass es hier nichts mehr zu steigern gibt. Denkste: Denn was die SBR-Truppe beim 5:2-Heimerfolg über den VfB Eichstätt nach dem Wechsel ablieferte, war noch sehenswerter.


"Das war diesmal die beste zweite Halbzeit, wir haben ein super Spiel gemacht - Kompliment an die Mannschaft", sagte ein natürlich bestens gelaunter Walter Werner nach dem Spiel. Seine Truppe hatte einen 0:1-Pausenrückstand mit einem wahren Sturmlauf umgebogen und einen starken Kontrahenten in die Knie gezwungen - und das, obwohl mit Philipp König, Matthias Poschauko und Kapitän Werner Wirkner diesmal gleich drei Mann fehlten, die zu Saisonbeginn und während des gesamten bisherigen Verlaufes feste und wichtige Bestandteile im Mittelfeld waren. Für die jüngsten Ausfälle Poschauko und Wirkner rückten Christoph Börtschök (erster Einsatz von Beginn an nach seinem Kreuzbandriss) und Michael Hofer in die Anfangsformation. Die erste gute Gelegenheit hatten die Hausherren durch Onur Kaya, der am herausstürzenden Tormann Fabian Diez scheiterte (7.). Auf der anderen Seite hatten die Gäste drei Minuten später die gleiche Chance, Marco Witasek ließ sich diese nicht entgehen und brachte Eichstätt in Führung. Das Spiel war bereits vor dem Wechsel hochklassig: Markus Hörmann schoss für Eichstätt knapp drüber (19.), dann verpasste Börtschök zweimal binnen weniger Minuten den Ausgleich (36. und 38.). Und kurz vor dem Pausenpfiff meisterte Sportbund-Schlussmann Simon Vockensperger einen Alleingang von Witasek - ein Knackpunkt der Partie. "Dieses Geschenk haben wir nicht angenommen", meinte VfB-Trainer Erich Hock, der nach dem Wechsel mit ansehen musste, wie seine Elf im Rosenheimer Wirbel ins Schleudern geriet.

"Man muss anerkennen, dass Rosenheim in der zweiten Halbzeit spielerisch und taktisch die bessere Mannschaft war", bekannte Hock. Angetrieben vom bärenstarken Franz Eyrainer und dem herausragenden Michael Hofer legte der SBR nun gewaltig los. Einen Eyrainer-Schuss konnte Tormann Diez noch abwehren, den Nachschuss versenkte Hofer zum Ausgleich (49.). "Den haben wir erzwungen, weil wir nachgesetzt haben", freute sich Werner. Und es lief noch besser: Onur Kaya wurde nur sieben Minuten später angespielt und platzierte die Kugel souverän ins Eck - 2:1. Und es ging munter weiter, weil auch Eichstätt nicht aufgab: Witasek wurde von Vockensperger abgedrängt, brachte die Kugel aber dennoch aufs Tor, Andi Sollinger rettete vor der Linie (71.). "Das war wichtig, dass wir da auch hinten hochkonzentriert waren", lobte Werner, der weiter einen entfesselt spielenden Michael Hofer sah: Er narrte seinen Gegenspieler, zog aus spitzem Winkel ab - die Kugel touchierte die Querlatte. Dann "blitzte" er gleich zwei Gegenspieler auf der Außenbahn, bediente den heranstürmenden Hannes Schaal, dieser setzte den Ball ebenfalls an die Latte, Kaya stand aber goldrichtig und staubte erfolgreich ab (80.). Das Fußball-Herz pochte im Sportbund-Takt!


Die Entscheidung war das aber noch nicht, weil Eichstätts Benjamin Hackner mit einer feinen Einzelleistung noch einmal verkürzte. Dem SBR konnte der Anschluss aber nichts anhaben, denn nur eine Minute später folgte die Antwort: Eckball Michael Feldner, Kopfball Eyrainer - 4:2 (87.). Den Schlusspunkt setzte Milan Novak mit dem 5:2, klasse vorbereitet von Kaya. "Das war das Beste, was ich in den letzten fünf Jahren irgendwo im Fußball gesehen habe", meinte Routinier Sepp Heller, der diesmal als Joker auf der Bank das Geschehen hautnah verfolgte. Nachdem es jetzt in den fünf Spielen gegen die vorderen Teams der Landesliga zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage gegeben hat, stellte Werner zufrieden fest: "Wir haben gesehen, dass wir mithalten können" - und nicht nur das.

SB/DJK Rosenheim: Vockensperger, Maier, Spreitzer, Dominik Schlosser, Eyrainer, Höhensteiger (ab 46. Sollinger), Börtschök (ab 60. Novak), Schaal (ab 82. Feldner), Kaya, Gartzen, Hofer.

Schiedsrichter: Prinzler (VfL Kaufering).

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 (10.) Witasek, 1:1 (49.) Hofer, 2:1 (56.) Kaya, 3:1 (80.) Kaya, 3:2 (86.) Hackner, 4:2 (87.) Eyrainer, 5:2 (92.) Novak.

tn

Quelle: rosenheim24.de

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