1860 erkämpft Punkt gegen Ismaning

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Christian Hofmann (links) im Duell mit Ismanings Stijepic.

Rosenheim - Bayernliga-Aufsteiger TSV 1860 Rosenheim hat sich nach spätem Rückstand ein 1:1 gegen den favorisierten FC Ismaning erkämpft.

"Das Unentschieden ist letztlich okay", meinte also Burghartswieser und erinnerte an den "herben Dämpfer", als der Gast 15 Minuten vor Schluss nach einem Konter durch Florian Wolf etwas überraschend in Führung gegangen war: "Das mussten wir erst einmal wegstecken, Kompliment an meine Mannschaft, die sich mit viel Leidenschaft und Herz gegen die Niederlage gestemmt hat." Und belohnt wurde: 89 Minuten waren gespielt, als der für Thomas Masberg eingewechselte Martin Huber nach einer Ecke und anschließender Konfusion den Ball ins Netz gestochert hatte und das Jahnstadion in Jubelstimmung versetzte.


Genau so, meinte später Abteilungsleiter Hans Klinger, genau so stelle er sich Bayernliga-Fußball vor. Schnell, attraktiv, mit viel Kampf, aber auch herrlichen Spielzügen, mit packenden Torszenen. Zu Recht bedauerte Burghartswieser, dass der Aufsteiger gegen "eine absolute Spitzenmannschaft der Bayernliga" ein früheres Tor verpasst hatte, Chancen gab es, dreimal durch Dominik Haas, kurz vor dem Halbzeitpfiff bei Markus Einsiedlers Kopfball, der an den Pfosten krachte.

Auf der Gegenseite aber vereitelte Keeper Peter Martin mit sensationeller Fußabwehr eine riesige Möglichkeit von Ismanings Torjäger Mijo Stijepic, der herrlich freigespielt worden war von Kapitän Thomas Bachinger. Es war eine der Szenen, die Burghartswieser trotz aller Freude auch nach dem Spiel noch die Zornesröte ins Gesicht trieb: "Dreimal haben wir nach eigenen Ecken den Ismaningern Konterchancen eröffnet." Ansonsten aber war der Gast aus der Münchner Peripherie "nicht so gut ins Spiel gekommen", wie Trainer Schmöller monierte, allerdings auch anmerkte: "Das lag natürlich auch an einem leidenschaftlich kämpfenden Gegner."


Kein Elfer für Haas

Genau das war auch für Burghartswieser der Schlüssel: "Seit drei Spielen zeigen wir diesen Siegeswillen, den man in dieser Liga braucht, um bestehen zu können." Seit drei Spielen ist die Kathrein-Elf nun auch ungeschlagen, hat sieben Punkte geholt.

Mit viel Druck war das Team in die zweite Hälfte gestartet, wiederum Haas hatte dreimal die Möglichkeit zur Führung, ehe die Ismaninger wieder mehr Kontrolle ausübten und durch Rainer Storhas, Mijo Stijepic und noch einmal Storhas zu Chancen kamen. Es war Mitte der zweiten Hälfte ein offener Schlagabtausch.

Und dann diese 75. Minute, wieder ein schnell vorgetragener Konter über rechts, Bernd Häfele legte zurück auf Florian Wolf, der traf flach ins Netz und mitten hinein ins Rosenheimer Herz. Burghartswieser selbst war nun kaum mehr in der Defensive zu finden war, unermüdlich kurbelte er das Spiel seiner Mannschaft an. In der 81. Minute forderten Spieler und Zuschauer vehement Elfmeter, Dominik Haas, der gegen seinen früheren Trainer Frank Schmöller aus gemeinsamen Heimstettener Zeiten ein Riesenspiel machte, war ganz klar von den Beinen geholt worden, doch die Pfeife des österreichischen Schiedsrichters Hans-Jürgen Buchner blieb stumm.

Am Samstag gegen Thannhausen

Doch auch das steckte der Neuling weg, erkämpfte sich den Ausgleich, den Schmöller so gerne verhindert hätte, notfalls mit rustikalen Mitteln: "Wenn man bis kurz vor Schluss führt, muss man den Ball auch einfach mal wegschlagen, ein 1:0 dreckig nach Hause bringen", kritisierte er und meinte: "Das ist genau dieses Tüpfelchen, das uns zu einer Spitzenmannschaft fehlt." Doch auch er hatte ein "nicht so schlechtes Bayernligaspiel gesehen", genauso wie Burghartswieser, der sich auch über die vermeintliche Elfmeterszene nicht weiter aufregen wollte, sondern einfach nur freuen über ein tolles Spiel, über attraktiven Fußball und einen vielleicht noch recht wichtigen Punkt im Abstiegskampf. "Wir sind Aufsteiger", rief er in Erinnerung, "da wachsen die Bäume nicht in den Himmel." Doch es reicht, um dem kritischen Rosenheimer Publikum tollen Bayernliga-Fußball zu bieten. Nach dem spielfreien Mittwoch kann man das bereits am Samstag wiederholen, zu Gast ist dann die TSG Thannhausen.

TSV 1860 Rosenheim: Martin, Christian Hofmann (82. Wimmer), Burghartswieser, Adamosky, Haas, Höhensteiger, Ostarek, Florian Hofmann, Linnemann, Masberg (53. Huber), Einsiedler (73. Majdancevic).

Tore: 0:1 Florian Wolf (75.), 1:1 Martin Huber (89.)

Schiedsrichter: Hans-Jürgen Buchner (Sattledt/österreich).

Zuschauer: 500

hü/Oberbayersches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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