ESV Freilassing unterliegt TSV Ebersberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Freilassing - Die ESV-Kicker haben im Bezirksliga-Spitzenduell gegen den Rangzweiten TSV Ebersberg gekämpft bis zum Umfallen, blieben jedoch beim Abschluss glücklos.

Vergleicht man die deutlichen Spielvorteile ab der 30. Minute bis zum Schlusspfiff und die Mehrzahl an hochkarätigen Torchancen, dann hätten die Grenzstädter locker gewinnen können, eigentlich müssen. Doch am Ende zählt eben die entscheidende Abschluss-Effizienz – und da hatten die Gäste mit 2:1 dank unglaublichem Dusel die Nase vorn. Fast konnten sie es selber kaum fassen, den gegnerischen Sturmläufen nur mit einem Gegentor entkommen zu sein und mit drei Punkten im Gepäck die Heimfahrt antreten zu können.

Abwechslungsreich und ausgeglichen, jedoch mit den torgefährlicheren Angriffen seitens der Gäste begann die Vorstellung vor etwa 180 Zuschauern. Ein Heber von Michael Barthuber auf das ESV-Tordach und eine Rettungsaktion von Andre Köppl im letzten Moment gegen Mathias-Lechner sowie mehrmals in die TSV-Abseitsfalle tappende ESV-Angreifer zeigte, dass die Gäste zunächst das konzentriertere und spieltechnisch bessere Team waren. Als nach 22 Minuten Köppl an der rechten Seitenlinie den weiten Querpass von Benedikt Platzer nicht unterbinden konnte und zu allem Überfluss der unbewachte Michael Barthuber freie Kopfballbahn vorfand, sahen sich die Gastgeber nach 22 Minuten 0:1 im Rückstand. Kapitän Platzer nutzte kurz drauf die Konfusion in der ESV-Abwehr, sein Schrägschuss aus acht Meter lenkte ESV-Keeper Stefan Schönberger jedoch mit den Fingerspitzen gerade noch zur Ecke und verhinderte einen Doppelschlag.

Die erste zwingende Torchance bekam nach 28 Minuten Martin Poschner serviert, doch die Flanke von Niederstraßer konnte er per Köpfler nicht verwerten und ein Drehschuss von Robert Schiller wurde kurz vor der Torlinie abgewehrt. In der Folge wehrte Goalie Schönberger mit Fußabwehr ab, zunächst gegen Stefan Lechner, dann gegen Bartlhuber. Und Poschner grätschte in höchster Not dem durchstartenden Mathias Lechner aus kurzer Distanz den Ball weg. Doch in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit rissen die ESVler das Geschehen mit starkem Offensivdrang eindeutig an sich. Schiller versemmelte seine Schrägschusschance an der Länge des Tores vorbei und Albert Deiter scheiterte nach beherztem Solo aus wenigen Metern an einem klärenden Abwehrbein.

Die größte Ausgleichsmöglichkeit nach 42 Minuten serviert bekam nach einem Vorstoß von Deiter und Daniel Leitz der freie Dennis Krojer. War eine Ballkontrolle auf dem holprigen Rasen für die Akteure insgesamt außerordentlich schwierig, so spielte ausgerechnet Filigrantechniker Krojer gerade in dieser Szene das wegspringende Leder einen Streich. Auch Schiller hatte mit einem zentimeterknappen Schuss über die TSV-Latte kein Glück, während der Ebersberger Anton Voglsinger bei einer missglückten Abwehraktion beinahe ein Eigentor fabriziert hätte.

Die Hausherren setzten ihr Bemühen um den Ausgleich nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit mit gleicher Vehemenz fort, wie sie zuvor aufgehört hatten. Schiller verfehlte um eine Stiefelspitze die Hereingabe von Leitz in der 53. Minute. Mitten in die Drangperiode war die ESV-Defensive nicht auf der Höhe, als der ballführende Benedikt Platzer sich an der linken Strafraumkante durchspielte und Poschner ein Foul fabrizierte, bestraft mit einem Elfmeter, den Konrad Voglsinger absolut sicher verwertete - 0:2 (55.).

Mit toller Moral kesselten die Freilassinger in weiterer Folge den nur noch auf verstärkte Abwehr und vereinzelte Konter bedachten Konkurrenten in deren Hälfte ein. Was dann die Trainerbank und die ESV-Fans erlebten, war schlichtweg zum Haareraufen. Als nach einem zügigen Angriff Leitz via Innenpfosten traf, entschied der Referee auf Abseits. Noch strittiger war die Szene in der 72. Minute, als zunächst Christian Niederstraßer aus wenigen Metern abzog, doch der insgesamt starke Keeper Zeno Zellner reaktionsschnell abwehrte und dann am Boden liegend auch den Nachschuss von „Mitch“ Mayer bändigte. Heftige Reklamationen von Zuschauern und ESV-Spielern, dass der Ball hinter der Torlinie noch zurück befördert wurde, fanden bei Referee Christian Keck (Walpertskirchen) kein Gehör.

Endlich, nach 75 Minuten wurden die ESV-Bemühungen belohnt. Ein quer gelegter Freistoß von Manuel Weiß kam im Getümmel in zentraler Mitte zum ebenfalls eingewechselten Niko Otto, der die Kugel entschlossen zum Anschlusstreffer unter die Latte hämmerte.

Die ESV-Mannschaft mobilisierte in der Schlussviertelstunde nochmals alle Kraftreserven zu einem unaufhörlichem Angriffswirbel, doch es blieb wie verhext: An einer Leitz-Flanke rasierte der grätschende Deiter millimeterknapp vorbei, ein Mayer-Kopfball wurde auf der Torlinie abgewehrt und einen Leitz-Schuss blockte erneut ein Abwehrspieler auf der Linie. Sekunden vor dem Abpfiff versuchte es Franz Rehrl mit dem Rücken zum Tor mit einem „Fersler“. Gemeinsam von Torwart und seinen Vordermänner, die wie aufgereiht das Gehäuse verrammelten um die letzten Sekunden zu überstehen – landete der Ball abgelenkt an den gegenüberliegenden Innenpfosten, ehe Goalie Zeller den letzten Hochkaräter der Gastgeber zunichte machte.

Der unterlegenen ESV-Mannschaft ist Fleiß, Lauffreude und Kampfkraft nicht abzusprechen, aber wie es heißt sprichwörtlich, „wenn du kein Glück hast, kommt das Pech hinzu“.

schl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser