Farblose Mühldorfer siegen

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Am Samstag ließen die Mühldorfer die gewohnte Schlagkraft vermissen. Thomas Lehel (im Angriff) überzeugte zunächst noch auf der Diagonalposition, war Wegbereiter des klaren 25:17 im ersten Satz.

Mühldorf - Stefan Schmid streichelt kraftlos den gestellten Ball über das Netz am Block vorbei, der Ball landet in Zeitlupe ins gegnerischen Spielfeld: Punktgewinn, Satzgewinn, Spielgewinn. Mit 3:1 war der SC Freising geschlagen.

Doch besser konnte dieser letzte Ball die zurückliegenden drei Sätze nicht widerspiegeln. Die Volleyballer des TSV Mühldorf ließen bei diesem letzten Heimspiel die Durchschlagskraft vermissen, ebenso die nötige Aggressivität, um den Gegner an die Wand zu spielen. Trotz angezogener Handbremse siegten sie mit 3:1 über die nun Tabellenfünften aus Freising und halten damit weiter als Tabellenführer der Bayernliga den Verfolger aus Dachau, der Garching mit 3:0 bezwungen hatte, mit vier Punkten auf Distanz.

Ungewohnt viele Fehler sahen die knapp 60 Zuschauer in der neuen Hauptschulturnhalle, auch fehlte die Durchschlagskraft - allerdings erst nach dem ersten Satz. Den nämlich hatten die Mühldorfer noch nach Belieben diktiert. Kreativ präsentierten sich Zuspieler und Angreifer, besonders auffällig dabei Thomas Lehel als Diagonalspieler. Es deutete alles darauf hin, dass es wohl ein schnelles Spiel werden würde (25:17).

Was dann allerdings folgte, war eine "Zu-schnell-den-ersten-Satz-gewonnen-Lethargie". Mühldorf fuhr seine Dominanz zurück, war nicht mehr zu 100 Prozent bei der Sache. Unkonzentriertheiten traten zu Tage, die Aufschlagschwäche tat ihr Übriges. Ob es nun die Angreifer waren, die keinen Ball mehr "tot" machten oder die Mittelblocker, die stets zu spät zum Blocken auf die Außenpositionen kamen. "Die Jungs spielten, als hätten sie Leim an den Füßen", musste auch Trainer Günther Thomae eingestehen.

Freising kam immer besser ins Spiel, parierte nun in der Abwehr immer besser die Bälle, hatte auch im Angriff das Quentchen Glück des Tüchtigen und glich zum 1:1 aus (25:21). Offen dann der Schlagabtausch in Durchgang drei. Lediglich die Außenangreifer Alex Lechner und Fabian Wagner sorgten mit ihren Angriffen dafür, dass Mühldorf bei der Stange blieb und denkbar knapp den Satz mit 28:26 für sich entschied. Zwischenzeitlich hatte Trainer Thomae reagiert, Alex Lechner anstelle von Tom Lehel auf die Diagonalposition gesetzt und die frei gewordene Position des Außenangreifers mit Stefan Schmid besetzt. Der jedoch ließ an diesem Tag seine gewohnte Schlagkräftigkeit etwas vermissen. "Er war die ganze Woche krank und konnte am Training nicht teilnehmen. Eigentlich wollte ich ihn schonen", verrät Trainer Thomae, der schließlich auch Zuspieler Karim Bassir rausnahm, der ebenfalls nur unter Schmerzen aufgelaufen war und dann für Lars Rommel Platz machte. Eine durchschnittliche Leistung reichte schließlich, um Satz vier mit 25:20 an Land zu ziehen und sich wichtige zwei Punkte für das Unternehmen Aufstieg zu sichern. "Ein Spiel, das wir mit 3:0 gewonnen hätten, wenn alle bei Kräften gewesen wären", so das Fazit Thomaes, der in der vergangenen Woche aufgrund zahlreich erkrankter Spieler auch das Problem hatte, sein Team taktisch auf diesen Spieltag einzustellen.

Vier Spieltage stehen nun noch aus. Das Polster der Mühldorfer Spitzenreiter gegenüber dem Verfolger aus Dachau beträgt vier Punkte. Ein Polster, das die Mühldorfer gefährden, sollte die Leistungskurve beim nächsten Spieltag am Sonntag auswärts gegen Starnberg nicht deutlich nach oben zeigen. Denn auch Starnberg steht unter Zugzwang, nachdem die Mannschaft ihre beiden zurückliegenden Heimspiele jeweils mit 2:3 verloren hat und vor den Zuschauern Wiedergutmachung betreiben will.

je/Mühldorfer Anzeiger

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