1860: Erster Saisonsieg stellt zufrieden

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1860-Stürmer Thomas Masberg (am Ball) sorgte für den 2:0-Endstand.

Rosenheim - Die Erleichterung war riesig. "Heute", sagte Manfred Burghartswieser, "hatten wir das Glück, das uns bisher versagt geblieben ist."

Dabei war der 2:0-Erfolg seines TSV 1860 Rosenheim über die SpVgg Bayern Hof, der erste Sieg nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bayernliga, keineswegs nur Glücksgöttin Fortuna zu verdanken gewesen, sondern einem tollen Auftritt der Kathrein-Elf vor 300 diesmal hoch zufriedenen Zuschauern. "Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen", so der Spielertrainer weiter. Und das war zu spüren, von der ersten Minute an. Engagiert, leidenschaftlich, auch mit viel Spielfreude kämpften die Sechziger gegen das Vorurteil an, sie könnten zwar offensichtlich mithalten in der neuen Spielklasse, aber eben nicht gewinnen. "Pech, Unvermögen", Burghartswieser weiß selbst nicht recht, wie er die bisherigen Partien einordnen sollte, in denen es einfach nicht gelungen ist, die nötigen Tore zu machen, vielleicht auch einmal in Führung zu gehen.


Und diesmal war es eben der Gegner, der ihm diesen Gefallen tat. 15 Minuten waren gespielt, Peter Martin im Rosenheimer Kasten musste schon einmal eine heikle Situation gegen Daniel Sam klären, als auf der Gegenseite eine Hereingabe von Thomas Masberg dem unglücklichen Hofer Christian Schraps über den Stiefel rutschte und vom Innenpfosten über die Torlinie trudelte. Genau das hatte sich der TSV 1860 so sehr gewünscht, ein Führungstor hat er bisher noch nicht erzielt in der laufenden Saison. "Das haben wir gebraucht", meinte Burghartswieser. Schlüsselszene aber war für ihn die Rettungstat von Martin gegen Sam gewesen, denn einem neuerlichen Rückstand hinterherlaufen zu müssen, das wäre wohl schwierig geworden. Nun aber wurde seine Mannschaft, die mit Linnemann für Huber und Ostarek für den kurzfristig ausgefallenen Sylla leicht verändert antrat, von der Euphorie getragen. Nach einer neuerlichen Rettungstat von Martin, diesmal gegen Zaccanti, hatte Dominik Haas die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, danach aber ließen beide Abwehrreihen bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr allzu viel zu.

Nach der Pause kam Bayern Hof voller Tatendrang aus der Kabine und wäre in der 51. Minute fast belohnt worden, als ein wuchtiger Kopfstoß von Zaccanti an die Latte krachte. Martin hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt. Hof drängte weiter, doch gefährlicher waren die Sechziger, die nun viel Platz für ihre schnellen Gegenstöße bekamen. Masberg, Ostarek nach tollem Doppelpass mit Florian Hofmann und auch Andi Schwinghammer , nach fast zehnmonatiger Verletzungspause erstmals wieder eingewechselt, hätten erhöhen können, "da hatten wir hinten keine Abstimmung mehr", klagte Hofs Trainer Michael Voigt. "Da war klar, dass dann irgendwann das 0:2 fallen musste." Das war dann in der 83. Minute fällig, als Markus Einsiedler , von der linken Seite diesmal mehr ins Zentrum gerückt, quer auf Thomas Masberg legte und der Torjäger den Ball halbhoch ins lange Eck setzte zur endgültigen Entscheidung. "Wir hätten noch drei Stunden spielen können und hätten kein Tor geschossen", meinte hinterher der Hofer Trainer, der gewusst hatte, wie schwer der Gang nach Rosenheim werden würde. Er habe "von Trainerkollegen gehört, dass die Sechziger bisher viel Pech gehabt hatten" und irgendwann, so Voigt, "gewinnt so eine Mannschaft halt mal ein Spiel, in dem sie nicht so überlegen ist."


Voigt haderte ein bisschen mit dem Schicksal, dass das nun ausgerechnet gegen sein Team passiert sei, während der Kollege Burghartswieser völlig zu Recht von einem "verdienten Sieg" seiner Truppe sprach. Und während die Zuschauer den ersten Bayernliga-Sieg des TSV 1860 Rosenheim seit April 1998 überschwänglich feierten, manche sogar vom "besten Spiel seit Jahren" schwärmten, zeigte Michael Voigt Verständnis für die Enttäuschung der Hofer Fans: "Wenn man 350 Kilometer hierher fährt und dann so etwas sieht, ist es klar, dass man seinem Ärger auch Luft macht." Schwere Zeiten liegen vor ihm.

TSV 1860 Rosenheim: Martin, Höhensteiger, Burghartswieser, Adamosky, Haas (ab 80. Huber), Christian Hofmann , Ostarek (ab 72. Schwinghammer), Florian Hofmann , Linnemann, Einsiedler, Masberg (ab 88. Majdancevic).

Schiedsrichter: Stangl (Oberbeuren).

Zuschauer: 300. Tore: 1:0 (15.) Schraps (Eigentor), 2:0 (83.) Masberg.

hü/Oberbayerisches Volksblatt 

Quelle: rosenheim24.de

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