Eisstock: Spannendes Finale

Waging - Peter Rottmoser vom SV Schechen holte sich seinen fünften deutschen Meistertitel im Weitenwettbewerb - und das in Folge!

Die Deutsche Meisterschaft im Weitenwettbewerb wurde zwar in allen vier Klassen von den widrigen Wetterverhältnissen beeinflusst, trotzdem boten die Weitschützen großen und vor allen Dingen hochdramatischen Sport. Den krönenden Abschluss lieferte ein wahnsinnig spannendes Herrenfinale an dessen Ende Peter Rottmoser vom SV Schechen seinen fünften deutschen Meistertitel in Folge feierte.


Fast gleichermaßen packend war das Bruderduell zwischen Michael und Thomas Kohlmann vom SV Stauf bei den Junioren. Mit knappem Vorsprung konnte sich mit Michael Kohlmann der ältere des Bruderpaares die DM sichern.

Die zweitägige 49. deutsche Meisterschaft im Weitenwettbewerb auf der Zufahrt zum Campingplatz in Waging am See wurde abwechselnd von Regen und Schnee negativ beeinflusst. Die verantwortlichen Funktionäre mit hervorragender Unterstützung der Ausrichter von EC Waging am See und EC Lampoding taten alles, um die vier Wettbewerbe (Jugend U16, Jugend U19, Junioren U23, Herren) für die Athleten einigermaßen geordnet über die "Bahn" zu bringen. Das schlechte Wetter hatte jedoch zur Folge, dass die spannungsgeladene DM nur auf ungebührende Publikumsresonanz stieß.


Gegen Markus Gregori vom SSV Roßbach vorm Wald ist in der Jugend U19 derzeit kein Kraut gewachsen. Nachdem er tags zuvor bereits mit fast drei Metern Vorsprung die bayerische Meisterschaft einfuhr, setzte er bei der "Deutschen" noch mal ein besonderes Ausrufezeichen. Mit 93,55 Metern ließ er den Zweitplatzierten Nico Ludwig (82,38) von der SG Franken Sennfeld mit über elf Metern hinter sich. Titelverteidiger Josef Angermaier vom EC Bad Feilnbach verzichtete in diesem Jahr auf Starts bei BM und DM.

Den krönenden Abschluss der deutschen Meisterschaft 2011/2012 lieferten die sechs besten deutschen Weitschützen mit einem Wahnsinnsfinale. Am Ende stand zwar das gleiche Klassement wie im Vorjahr zu Buche. Was Peter Rottmoser, Christian Englbrecht und Reinhold Beyerlein den Zuschauern jedoch boten, war Weitschießen vom Allerfeinsten und an Spannung kaum zu überbieten. Peter Rottmoser vom SV Schechen ging im Finale der besten sechs Weitenjäger der Vorrunde nach dem ersten Durchgang mit 91,10 Metern in Führung. Christian Englbrecht vom SV Oberbergkirchen folgte mit 86,44 Metern. Nachdem der zweite Durchgang keine Veränderungen ergab, ging Englbrecht mit seinem dritten Versuch, der mit 91,30 Metern gemessen wurde, in Führung. Rottmoser konterte prompt und stellte mit 92,70 Metern die alte Rangfolge wieder her. Der Krimi spitzte sich noch zu, als Englbrecht im vierten Durchgang mit 95,92 Metern erneut die Führung übernahm und Rottmoser mit 92,26 Metern auf der Strecke blieb. Im fünften Durchgang überschlugen sich dann die Ereignisse. Nun wollte auch Reinhold Beyerlein vom ASV Waldsassen ein Wörtchen bei der DM-Vergabe mitreden. "Holdi", wie er in Weitschützenkreisen genannt wird, überbot sowohl Englbrecht und Rottmoser mit 97,17 Metern. Rottmoser zeigte einmal mehr seine ungeheure Nervenstärke und schleuderte den Eisstock auf 103,49 Meter. Nun stand der 38-jährige Englbrecht unter Zugzwang. Der Weltmeister von 1998 konnte die 100-Meter-Marke jedoch nicht knacken und musste sich mit 99,88 Metern wie im Vorjahr mit der deutschen Vize-Meisterschaft abfinden. Für den amtierenden Europa- und Vize-Weltmeister Rottmoser war der Sieg in Waging sein fünfter deutscher Meistertitel in Folge. Insgesamt war es seine siebte Deutsche Meisterschaft. Das Schechner Kraftpaket stand seit 2005 mit Ausnahme von 2007 (3. Platz) immer auf dem obersten Podest. Damit hat der sympathische Schreiner einen wohl uneinholbaren Rekordeintrag in den Geschichtsbüchern des deutschen Weitensports. Jedoch ist die Karriere des 31-Jährigen noch lange nicht zu Ende. Seinen nächsten Coup möchte der amtierende Europa- und Vize-Weltmeister bei der in wenigen Wochen startenden Weltmeisterschaft in Waldkraiburg (29. Februar bis 10. März) landen.

Oberbayerisches Volksblatt

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