Eine klare Leistungssteigerung

OVB
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Franz Höhensteiger stellte die Weichen auf Sieg.

Rosenheim (ovb) - Am Ende flogen Pappbecher, es gab Unterbrechungen, zwei Rote Karten und 500 Zuschauer machten ihrem Ärger Luft. "Da ist es schon brutal zugegangen", schilderte Christoph Schiller die letzten Minuten der Partie in Bayreuth.

Doch das interessierte den Co-Trainer und die Mannschaft des TSV 1860 Rosenheim nur noch am Rande, die Sechziger waren längst in Feierstimmung, genossen den 2:0-Erfolg über einen direkten Konkurrenten im beinharten Abstiegskampf der Fußball-Bayernliga, diesen so wichtigen, so befreienden Sieg nach bitteren Wochen. "Damit haben wir ein Zeichen gesetzt", so Schiller. Ein Lebenszeichen nach drei Niederlagen in Folge, ein Zeichen aber auch gegen die Kritik, die zuletzt auf das Kathrein-Team hereingeprasselt war."Es war eine klare Leistungssteigerung", fand Schiller, "wir haben brutal gekämpft und auch richtig gut gespielt." Genau das hatte Fußballboss Hans Klinger gefordert in den letzten Tagen, er wollte eine Reaktion sehen bei diesem für beide Kontrahenten so wegweisenden Spiel in Bayreuth. Auch die Oberfranken waren zuletzt in die Krise geschlittert, wollten den Befreiungsschlag setzen gegen den angeknockten Gast aus Oberbayern. Doch der schlug nun selbst eiskalt zu. Schon in der fünften Minute brachte Franz Höhensteiger die Sechziger in Führung, Yunus Karayün machte in der 74. Minute endgültig den Deckel drauf.


"Das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt", freute sich Schiller. Ein weiter Einwurf wurde von Markus Einsiedler per Kopf verlängert, Kapitän Höhensteiger zog ab und traf ins Netz. Genau das hatte die Mannschaft gebraucht, nachdem zuletzt Chancen im Überfluss versiebt worden waren. Auch diesmal gab es genügend Möglichkeiten, schnell nachzulegen, die größte vergab Danijel Majdancevic, als er nach einem Querpass von Masberg den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten setzte.

Die Bayreuther brauchten lange, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen, brachten in der Offensive nicht viel zustande, drei mittelmäßige Gelegenheiten gab es für den früheren Zweitligisten in der ersten Hälfte, während es die Sechziger versäumten, die Führung auszubauen. "Wir haben die Fehler nicht konsequent ausgenützt. Wenn wir die Konter genauer gespielt hätten, wären noch ein paar Kisten mehr möglich gewesen", kritisierte Schiller.


Spielertrainer Manfred Burghartswieser hatte die Mannschaft im Vergleich zur Pleite gegen Unterhaching auf zwei Positionen verändert, für den gesperrten Adamosky feierte er selbst sein Comeback nach fünfwöchiger Verletzungspause, statt Martin Huber rückte Yunus Karayün in die Startelf. Und das machte sich bezahlt, der frühere Burghauser hatte schon in der 48. Minute die erste große Chance nach der Pause, doch Bayreuths Torhüter Oliver Hassler hielt bravourös, wie später auch zweimal gegen Majdancevic. Doch in der 74. Minute ließ Hassler eine Schuss von Karayün abprallen, der Sechziger-Stürmer setzte nach und stolperte den Ball irgendwie über die Linie.

Im Freudentaumel ging fast unter, dass Hassler unmittelbar nach dieser Szene die Rote Karte kassierte, acht Minuten später folgte ihm Eckert vorzeitig in die Kabine. Dazwischen hatte Karayün allein vor dem Tor eine weitere Großchance, doch begleitet von viel Hektik und Unmutsäußerungen der Bayreuther Zuschauer blieb es beim 2:0, wobei die Sechziger Glück hatten, dass Schiedsrichter Wallesch in der 60. Minute in einer strittigen Situation vor dem Rosenheimer Tor keinen Elfmeter gab. "Den hätte man pfeifen können", gab Schiller zu.

TSV 1860 Rosenheim: Maschke, Höhensteiger, Burghartswieser, Wimmer, Haas (ab 74. Ostarek), Christian Hofmann, Karayün, Majdancevic (ab 89. Schwinghammer), Florian Hofmann, Einsiedler, Masberg (ab 87. Huber)

Schiedsrichter: Wallesch (SC Postau).

Zuschauer: 500.

Tore: 0:1 (5.) Höhensteiger, 0:2 (74.) Karayün.

Besonderheiten: Rote Karten für die Bayreuther Hassler (74.) und Eckert (82.), jeweils wegen Tätlichkeit. hü

Quelle: rosenheim24.de

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